Der Blick geht Richtung Peking

Sport / 16.01.2022 • 23:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Blick geht Richtung Peking
Trotz Trainingsrückstands legte Olga Mikutina bei der EM in Tallinn einen eleganten Auftritt hin. Reuters

Olga Mikutina beendete die Eiskunstlauf-EM auf Platz 15.

Tallinn Platz 15 war angesichts der schwierigen Vorbereitung in Ordnung. Olga Mikutina verlor in der Kür bei der Eiskunstlauf-Europameisterschaft in Tallinn zwar noch drei Plätze, in Hinblick auf den Start bei den Olympischen Winterspielen in Peking war die Leistung aber ansprechend. „Mein Blick ist nach vorne gerichtet“, hakte die 18-Jährige den EM-Bewerb schnell ab. „Ich werde mich nun voll auf meinen Auftritt bei den Olympischen Spielen konzentrieren. Ich weiß, dass ich es besser kann, und werde in Peking alles geben.“ Mikutina holte die beste österreichische EM-Platzierung seit Rang zwölf für Kerstin Frank im Jahr 2013. Und sie klassierte sich neun Positionen besser als bei ihrer bisher einzigen EM-Teilnahme vor zwei Jahren in Graz.

Wichtige Trainingswochen fehlen

Mikutinas Vorstellung war wieder ausdrucksvoll, aber auch von Fehlern begleitet. In der Dreifachkombination Lutz-Toeloop fiel der Toeloop weg, der Rittberger war statt dreifach nur doppelt. Den Toeloop hängte sie später an den Doppelaxel dran. Bei den Dreifachsalchows wurden Olga Punkte abgezogen, weil die Drehung nicht vollständig ausgeführt war. Am Ende unterlief ihr noch ein Konzentrationsfehler: In einer sogenannten Choreo-Sequence, also den verbindenden Schritten, stürzte sie.
Trainerin Elena Romanowa war mit ihrem Schützling aber zufrieden: „Ich bin nur ein klein wenig enttäuscht. Es war eigentlich das, was mit diesem kurzen Saisonaufbau und der kurzen Trainingszeit realistisch zu erwarten war. Olga konnte von Mai bis November wegen der Kniegelenksentzündung nicht richtig trainieren, zwei Monate davon gar nicht. Nach ihrer Booster-Impfung war sie nochmals fünf Tage wegen Fieber ohne Training. Wir waren froh, dass die Ärzte und Physiotherapeuten sie wieder so hinbekommen haben.“ Es ist viel zu wenig Zeit für einen richtigen Saisonaufbau geblieben, sagt Romanowa. „Wir haben versucht, die Kür ein bisschen anders aufzubauen. Die schweren Elemente sollten in die zweite Hälfte verschoben werden. Das hat aber nicht so funktioniert, wie ich es mir vorgestellt habe.“ Eine Woche vor der EM habe man entscheiden, auf die alte Struktur der Kür zurückzugehen. „Olga wollte das gar nicht, aber es war die richtige Entscheidung auch wenn es nicht so gelaufen ist, wie wir es erhofft hatten. Im Training funktionieren die Elemente schon zu 98 Prozent wieder, ein zusammenhängendes Programm zu laufen, ist etwas anderes.“

Rang acht bleibt Maßstab

Der achte Platz von der WM im Stockholm bleibt aber für Romanowa und Mikutina der Maßstab. „Ja“, sagt Romanowa, „das ist das Niveau, das wir anstreben. Und das kann Olga auch, wenn sie komplett fit ist.“

Ernst-Friedbert Raulf, Tallinn