Der Braathen schmeckt nach Weltrekord

Sport / 16.01.2022 • 20:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Es war wohl der Lauf seines Lebens, den der Norweger Lucas Braathen im zweiten Durchgang auf den Slalomhang von Wengen zauberte.gepa
Es war wohl der Lauf seines Lebens, den der Norweger Lucas Braathen im zweiten Durchgang auf den Slalomhang von Wengen zauberte.gepa

Lucas Braathen fährt im Slalom von Wengen von Platz 29 zum Sieg.

Wengen Weltrekord in einem verrückten Wengen-Slalom: Als 29. des ersten Durchgangs ist Lucas Braathen im Ski-Weltcup noch zum Sieg gestürmt. Der Norweger setzte sich vor dem Schweizer Daniel Yule und Giuliano Razzoli aus Italien durch und profitierte von einem Malheur seines Landsmannes Henrik Kristoffersen, der mit klarem Vorsprung vier Tore vor dem Ziel einfädelte. Österreichs Fahrer schrammten am Podest vorbei. Fabio Gstrein wurde unmittelbar vor Manuel Feller Vierter. Braathens Satz von 29 aufs oberste Treppchen ist Rekord. Den weitesten Sturmlauf hatte bisher der Schweizer Sandro Simonet von 30 auf 3 (Jänner 2021/Chamonix) geschafft. Braathen rang im Interview nach Worten, nachdem er 2,04 Rückstand ausgemerzt hatte. „Es ist verrückt.“ Er wollte sich zwischenzeitlich schon mit dem Verpassen des zweiten Durchgangs abgefunden haben. Aber er durfte – sechs Hundertstel sei Dank – noch einmal fahren. „Alles, was dann kam, war ein Bonus. Mit 29 zu gewinnen ist eigentlich nicht möglich.“ Sein Überraschungspotenzial hatte der 21-Jährige schon 2020 bei seinem RTL-Sieg in Sölden gezeigt.

Aufholjagd von Gstrein

Feller fiel als Halbzeit-Zweiter zurück, sein Vorsprung von 1,78 Sekunden auf den Norweger langte nicht. „Schlussendlich war es ein grober Fehler im Steilhang“, wusste der Tiroler. „In Kitzbühel werden wir versuchen, den Spieß umzudrehen.“ Sechs Österreicher hatten es in die Entscheidung geschafft, nur etwas mehr als zwei Sekunden Rückstand konnte man sich für die Qualifikation erlauben. Den Raum für Positionsverschiebungen nutzte auch Gstrein. 13 Plätze ging es für den Tiroler nach vorne. Er hatte sich in Lauf eins eine bessere Ausgangssituation verhaut und sich selbst als „Pfeifenkopf“ tituliert. Letztlich aber fehlten nur 0,03 Sekunden auf Platz drei.

„Es ist verrückt. Mit Platz 29 im ersten Lauf zu gewinnen, ist eigentlich nicht möglich.“

Ski-Weltcup

Herren-Slalom Wengen

  Gesamtzeit    1. Lauf   2. Lauf

1. Lucas Braathen (NOR) 1:41,48  53,31  48,17

2. Daniel Yule (SUI) 1:41,70 +0,22 52,15 49,55

3. Giuliano Razzoli (ITA) 1:41,77 +0,29 52,28 49,49

4. Fabio Gstrein (AUT) 1:41,80 +0,32 52,66 49,14

5. Manuel Feller (AUT) 1:41,87 +0,39 51,38 50,49

6. Sebastian Foss-Solevaag (NOR) 1:41,88 +0,40 51,85 50,03

7. Loic Meillard (SUI) 1:41,89 +0,41 52,75 49,14

8. Clement Noel (FRA) 1:41,99 +0,51 51,89 50,10

9. Alexis Pinturault (FRA) 1:42,04 +0,56 52,69 49,35

10. Marco Schwarz (AUT) 1:42,71 +1,23 52,10 50,61

11. Michael Matt (AUT) 1:42,72 +1,24 52,64 50,08

12. Albert Popow (BUL) 1:42,81 +1,33 53,08 49,73

13. Manfred Mölgg (ITA) 1:42,89 +1,41 52,91 49,98

14. Alexander Schmid (GER) 1:42,92 +1,44 53,26 49,66

15. Ramon Zenhäusern (SUI) 1:42,93 +1,45 51,89 51,04

Ausgeschieden im 1. Durchgang: Marc Digruber (AUT), Dominik Raschner (AUT), Simon Maurberger (ITA), Kristoffer Jakobsen (SWE). Ausgeschieden im 2. Durchgang: Johannes Strolz (AUT), Christian Hirschbühl (AUT), Henrik Kristoffersen (NOR), Alex Vinatzer (ITA), Luca Aerni (SUI), Linus Straßer (GER)

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