13 im Zeichen der fünf Ringe

Sport / 17.01.2022 • 23:45 Uhr / 7 Minuten Lesezeit
13 im Zeichen der fünf Ringe
Perfekte Schräglage von Ariane Rädler. Ihre Chancen auf das Olympiaticket sind groß. gepa

Vorarlberg könnte mit einem Großaufgebot an SportlerInnen nach Peking fliegen.

Schwarzach Offiziell bestätigt sind erst die Tickets für Eiskunstläuferin Olga Mikutina und für die Rodler Thomas Steu und Yannick Müller, die bei den Winterspielen in China in der Monsterbahn im Doppelbewerb auf Medaillenjagd gehen werden. Doch auch SBX-Weltcupsieger Alessandro Hämmerle und Doppel-Weltmeisterin Katharina Liensberger führt kein Weg vorbei, zumal das Duo ihre Leistungen aus der Vorsaison schon wieder bestätigt haben. Voraussetzung ist, beide bleiben bis zu den am 4. Februar beginnenden Olympischen Spielen gesund und verletzungsfrei. Insgesamt haben 13 SportlerInnen große Chancen, in Peking dabei zu sein. Das ÖSV-Damenteam sollten die Speed-Ladys Christine Scheyer und Ariane Rädler verstärken, bei den Burschen dürfte neben Johannes Strolz auch Patrick Feurstein sein Ticket sicher haben. Gleich drei Snowboarder, Alessandro Hämmerle, Julian Lüftner und Lukas Mathies werden, wie Bobfahrer Kristian Huber, wohl ebenfalls Richtung China abheben. cha-jd-ko

Lukas Mathies (30)

Die Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache. Der Raceboarder aus St. Gallenkirch hat sich nach seinem corona-bedingten Kaltstart im Jänner aufgrund seiner Leistungen eine zweite Olympiachance verdient. 2014 war der Montafoner in Sotschi – Plätze fünf (PLS) bzw. sechs (PGS) – am Start, die Bewerbe in Peking könnten für ihn zugleich Krönung und Ende einer erfolgreichen Karriere bedeuten.

Ariane Rädler (26)

Sie kann mit dem dritten Platz im Super-G in Zauchensee fix mit einem Olympiaticket rechnen. Der Rennläuferin vom SC Möggers zeigte auch in der Abfahrt mit einem elften Rang aufsteigende Form. Und selbstverständlich ist Rädler, wie schon bei der Weltmeisterschaft in Cortina d‘Ampezzo im vergangenen Jahr wieder für die Kombination ein Thema.

Johannes Strolz (29)

Ist sich mit dem Sieg in Adelboden in das rot-weiß-rote Olympiateam gefahren. Der Warther hat sich außerdem bei einer Abfahrt in Tarvis die nötigen FIS-Punkten für einen Start in der Kombination besorgt. Und möglicherweise kommt der Allrounder sogar in den Genuss eines dritten Bewerbs in Peking: In der Aufstellung für die Teamkonkurrenz ist auch noch Platz.

Eva Pinkelnig (33)

Die Konstanz der Vorarlbergerin in dieser Saison ist beeindruckend. In den letzten acht Springen in dieser Saison jeweils unter den Top Elf platziert – und das in einer starken ÖSV-Mannschaft. Noch fehlt der Eva ein Stockerlplatz, doch vielleicht hat sich die WM-Medaillengewinnerin dies für die Winterspiele aufgespart.

Patrick Feurstein (25)

Er zeigte mit dem vierten Platz im Riesentorlauf von Alta Badia sein ganzes Potenzial. In Adelboden (15) und Val d‘Isere (18) war er jeweils drittbester ÖSV-Athlet im Klassement – und in Parellelslalom zu Saisonbeginn in Lech klassierte er sich als 29. ebenfalls in den Punkterängen.

Olga Mikutina (19)

Die Jüngste hat mit dem achten Platz bei der Weltmeisterschaft in Stockholm 2021 einen Olympia-Quotenplatz für den österreichischen Eiskunstlaufverband gesichert. Nach einer Vorbereitung mit Verletzungssorgen möchte die Läuferin des Feldkircher Eislaufvereins Montfort unter den Fittichen von Trainerin Elena Romanowa in Peking eine weitere Talentprobe abgeben.

Thomas Steu (27)

Der Bludenzer und Teamkollege Lorenz Koller (27) aus Tirol verfehlten 2018 in Pyeongchang als Vierte um 0,297 Sekunden eine Olympiamedaille. Trotz Verletzungspech verbuchten die Dominatoren des Weltcups 2020/21 in diesem Winter bei fünf Weltcupstarts je zwei erste und zweite Plätze sowie einen vierten Rang. Der Doppelsitzerbewerb in Peking findet am 9. Februar, dem 28. Geburtstag von Steu, statt.

Katharina Liensberger (24)

Die Technikerin konnte bereits vor der Skisaison für Peking buchen. Als Siegerin im Slalom-Weltcup und Cortina-Weltmeisterin in den Disziplinen Torlauf und Parallelbewerb, sowie der Bronzemedaille im Riesentorlauf, kommt man an der Göfnerin bei der Olympia-Aufstellung nicht vorbei. Neben ihren Lieblingsdisziplinen könnte Liensberger auch für den Mannschaftsbewerb in Frage kommen.

Yannick Müller (22)

Der jüngere der beiden Müller-Brüder zählt mit seinem Teamkollegen Armin Frauscher (27) zum erweiterten Kreis der Medaillenkandidaten im Rodel-Doppelsitzer. In diesem Weltcupwinter belegte das ÖRV-Duo bei der Olympiageneralprobe in Yanqing Rang vier und verbuchte je einen dritten, sechste und achten Platz. Sowohl für den Bludenzer als auch den Tiroler ist es die erste Teilnahme an Winterspielen.

Alessandro Hämmerle (28)

Nach dem Superjahr 2021 mit fünf Weltcupsiegen, dem dritten Gewinn der SBX-Kristallkugel in Folge und dem Vize-WM-Titel ist die Zeit reif für eine Olympiamedaille. Der Gaschurner steht vor seinen dritten Winterspielen und zählt damit zu den Routiniers unter den Athleten. Nach Rang 17 in Sotschi und Platz sieben in Pyeongchang will er dieses Mal das Olympia-Gastgeberland mit Übergepäck verlassen. Dafür hat er zwei Chancen, im Einzel und im Mixed.

Julian Lüftner (28)

Aufgewachsen in der kleinen Tiroler Gemeinde Zams, wohnt und trainiert der Snowboardcrosser seit Jahren in Vorarlberg. In der Montafoner SBX-Hochburg gehört er praktisch zur „Familie“. Mit drei Plätzen in den Top-15 und einem Stockerlplatz – Rang drei beim Weltcup in Krasnoyarsk – hat er sich das Olympiaticket verdient.

Christine Scheyer (27)

Die Speed-Spezialistin ist dem Olympiatraum nahe. In der Abfahrt stehen die Plätze fünf (Lake Louise) zehn (Zauchensee), damit war sie zweimal zweitbeste ÖSV-Läuferin in dieser Disziplin. Die Götznerin bildet mit Ariane Rädler, Ramona Siebenhofer, Mirjam Puchner, Tamara Tippler und Cornelia Hütterdas Aufgebot für die schnellen Disziplinen.

Kristian Huber (24)

Nach Josef Oberhauser (1972) und Jürgen Loacker (2006 und 2010) wird der Feldkircher als dritten Vorarlberger Bobsportler zu olympischen Ehren kommen. Der Ex-Leichtathlet kommt als Anschieber von Pilot Benjamin Maier zum Einsatz. In Olympiawinter durfte sich Huber als Bremser in allen sieben Weltcuprennen über Top-8-Ränge freuen. Herausragend Platz zwei in Altenberg und drei in Winterberg.