„Es geht nicht bloß um die goldene Ananas“

Sport / 17.01.2022 • 22:46 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Abwehrchef Lukas Herburger wurde einen Tag nach seinem 50. Länderspiel positiv getest, hat keinerlei Symptome, befindet sich in Quarantäne und fehlt gegen Weißrussland.Reuters
Abwehrchef Lukas Herburger wurde einen Tag nach seinem 50. Länderspiel positiv getest, hat keinerlei Symptome, befindet sich in Quarantäne und fehlt gegen Weißrussland.Reuters

Österreich will sich mit Sieg gegen Weißrussland von der EURO 2022 verabschieden.

Bratislava Die Heimreise von Österreichs Handballern nach der Vorrunde ist beschlossene Sache, das abschließende Gruppenspiel am Dienstag (20.30 Uhr, Live ORF Sport+) gegen Weißrussland hat nur noch statistischen Charakter. „Am vorzeitigen EM-Aus können wir nach den Niederlagen gegen Polen (31:36) und Deutschland (29:34) nichts mehr ändern. Doch es ist ein Länderspiel, und wir vertreten unser Heimatland“, betont der Harder Robert Weber vor seinem 200. Länderspiel. „Wir wollen gegen die Weißrussen zeigen, dass wir zu Recht zum fünften Mal seit 2010 bei einer EM-Endrunde dabei sind. Um die Endrunde mit einem positiven Erlebnis abzuschließen, müssen wir noch einmal alles reinhauen, was wir können.“

Weber betont bei seiner Kampfansage vor dem 25. rot-weiß-roten Auftritt bei einer EM-Endrunde die Wichtigkeit des Ausgangs der Partie. „Nach der EM ist vor der WM. Mit einem Remis wären wir zwar Gruppen-3., aber im Kampf um die Ausgangsposition im WM-Play-off ist ein klarer Sieg notwendig. Es geht also nicht bloß um die goldene Ananas, sondern die Partie hat einen richtungsweisenden Charakter für uns. Dies muss uns von Beginn an klar sein und dafür müssen wir bis zur letzten Sekunde kämpfen und alles geben.“

Um sich bei den im März (14. bis 20.) und April (11. bis 17.) anstehenden Play-off-Runden für die WM 2023 in Polen und Schweden die erste Runde zu ersparen, müsste Österreich aller Wahrscheinlichkeit nach zumindest den 15. Platz bei der EURO 2022 erreichen. ÖHB-Teamchef Ales Pajovic: „Wenn zwei bereits ausgeschiedene Mannschaft aufeinandertreffen, wird der größere Wille und die Bereitschaft sicher der entscheidende Faktor sein. Ich verstehe, dass die Jungs sich mehr erwartet haben und enttäuscht sind. Jetzt gilt es die Frustration auszublenden und weiterzukämpfen. Wir wollen so wie gegen Deutschland in das Spiel starten und diesmal nicht nur 50 Minuten, sondern die gesamte Spielzeit das Level halten. Wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken, sondern alles für geben, damit wir Bratislava mit einem Erfolgsgefühl verlassen.“

Jubiläen für Weber und Herburger

Trotz der Ernüchterung durften sich zwei Ländle-Akteure in der Deutschland-Partie über historische Marken freuen: Abwehrchef Lukas Herburger absolvierte im 50. ÖHB-Spiel in der Geschichte bei einer Endrunde (EM und WM) sein 50. Länderspiel. Einen Tag später wurde der Schweiz-Legionär positiv getestet, hat keinerlei Symtone und befindet sich in Quarantäne.

Routinier Weber baute beim 200. Einsatz im Teamtrikot seine Leaderposition in der ewigen ÖHB-Statistik auf 103 EM-Tore aus. Der 36-jährige Harder war nicht nur bei allen neun Endrunden in den letzten zwölf Jahren dabei, er hat auch in jeder EM- und WM-Partie zumindest ein Tor erzielt und hält bei insgesamt 247 Endrundentoren sowie 871 Treffern in den Diensten der Republik. VN-JD

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.