Werbung in eigener Sache

Sport / 19.01.2022 • 22:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Überraschte mit einem Start im Abfahrtstraining in Kitzbühel: Marcel Hirscher fuhr die Streif erstmals in voller Länge.gepa
Überraschte mit einem Start im Abfahrtstraining in Kitzbühel: Marcel Hirscher fuhr die Streif erstmals in voller Länge.gepa

Marcel Hirscher wagte sich in Kitzbühel als Vorläufer im ersten Training über die Abfahrtsstrecke.

Kitzbühel Das erste Abfahrtstraining in Kitzbühel hat mit einer unerwarteten Attraktion aufgewartet: Marcel Hirscher wagte sich über die legendäre Streif, obwohl er auf der offiziellen Startliste nicht als Vorläufer gelistet war. Der Salzburger Jungunternehmer nützte die Fahrt auf der schwierigsten Abfahrtsstrecke der Welt als Werbung für seine selbst gegründete Skimarke Van Deer. „Der sportliche Reiz, die Streif zu bezwingen, stand schon immer auf meiner Liste“, sagte Hirscher.

Gemischte Reaktionen

Das „Comeback“ des Superstars zog den medialen Fokus schlagartig auf sich und war auch unter den Aktiven großes Gesprächsthema. Unter viele Respektsbekundungen mischten sich auch andere Töne. Befragt zum Promi-Vorläufer meinte etwa Matthias Mayer: „Ich schau nicht auf die Vorläufer. Wenn man das mediale Interesse unbedingt auf sich ziehen will, dann kann man es natürlich so tun.“ Vincent Kriechmayr berichtete in Kitzbühel vom kleinen Plausch mit dem einstigen Branchen-Primus. Dieser habe derzeit eben eine irrsinnige Freude am Skifahren. „Er hat in seiner Karriere so viel Druck gehabt, er war so oft der Retter der Nation. Wenn er jetzt Freude am Gasgeben hat, dann ist ihm das zu vergönnen.“

Während seiner aktiven Zeit war Hirscher viermal im Super-G und dreimal in der Kombination jeweils „nur“ auf der Streif-Alm unterwegs gewesen. Er hat offenbar als Vorbereitung auf seinen Ernstfall bei Kaiserwetter schon einige Streif-Trainingsfahrten in den Beinen. Bis zu 20 Mal soll Hirscher im oberen Streckenteil schon unterwegs gewesen sein. „Ich habe sogar das Doppelte gehört“, sagte Mayer.

„Ich habe Sprechverbot“

Hirschers Management bestätigte, dass der achtfache Gesamtweltcupsieger derzeit plane, auch alle vier Möglichkeiten am noblen Testort (Donnerstag-Training und in beiden Abfahrtsrennen am Freitag und Samstag) auszuschöpfen. „Es wird ernst. Zeit, die Streif runterzufahren“, teilte Hirscher über seine sozialen Netzwerke mit. Im Ziel gab er sich anschließend wortkarg. „Darf nicht sprechen, habe Sprechverbot. Bis morgen!“, richtete er wartenden Journalisten aus.

Bereits im Vorfeld hatten Gerüchte kursiert, wonach der inzwischen 32-Jährige als Vorläufer beim Slalomklassiker starten könnte. Dominic Tritscher, der Geschäftsführer der Hirscher-Marke Van Deer, hatte solche Spekulationen zuletzt noch als Blödsinn bezeichnet. Dass sich Hirscher über die Streif wagen würde, war dabei kein Thema gewesen. Jetzt plant er in „Kitz“ drei weitere Starts.

„Wenn man das mediale Interesse unbedingt auf sich ziehen will, kann man es natürlich so tun.“

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