Kilde kann Kitzbühel abhaken

Sport / 21.01.2022 • 20:19 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Neben Sieger Aleksander Aamodt Kilde machten sich mit Johan Clarey (l.) und Blaise Giezendanner zwei Überraschungsgäste auf dem Podium der ersten Abfahrt in Kitzbühel breit. apa
Neben Sieger Aleksander Aamodt Kilde machten sich mit Johan Clarey (l.) und Blaise Giezendanner zwei Überraschungsgäste auf dem Podium der ersten Abfahrt in Kitzbühel breit. apa

Mayer stürzte spät vom Abfahrtsstockerl. Kriechmayr, Feuz, Paris im geschlagenen Feld.

Kitzbühel Aleksander Aamodt Kilde kann Kitzbühel abhaken. Endlich hat er seinen ersten Sieg auf der legendären Streif gefeiert. Der Norweger verwies in der ersten Abfahrt bei seinem sechsten Saisonsieg die Franzosen Johan Clarey und Blaise Giezendanner auf die weiteren Ränge. Letzterer hatte mit Startnummer 43 noch Matthias Mayer (4.) vom Podest gestoßen. Im – zum fünften Mal in diesem Jahrzehnt – verkürzten Rennen mit Start oberhalb der Mausfalle landete Daniel Hemetsberger an der zehnten Stelle.

Kilde konnte es sich bei der neu gesteckten Passage am Hausberg leisten, die Linie nicht optimal erwischt zu haben, hatte er doch bei der vierten Zwischenzeit bereits 1,24 Sekunden Vorsprung auf den zu diesem Zeitpunkt führenden Mayer. Letztlich blieben dem Skandinavier immer noch knapp sieben Zehntel Guthaben. „Unglaublich, dass ich so schnell gewesen bin. Es war so geil zu fahren. Ich bin so stolz.“ In der Früh habe er noch ein Foto von sich vor einem Jahr mit Krücken gesehen, jetzt stehe er als Sieger da.

Nummer war nicht optimal

Zu den großen Geschlagenen zählten Vincent Kriechmayr (13.), der Vorjahres-Doppelsieger Beat Feuz aus der Schweiz (8.) und der Südtiroler Dominik Paris (27.). Sehr gut schlug sich indes der Weltcupführende Marco Odermatt als Fünfter (+0,78). „Das war eine Superfahrt, vor allen in meinen Passagen, den technischen“, wusste der Schweizer.

Die Nummer sieben von Mayer war „keine optimale“, man habe halt nicht gewusst, wie das Wetter werden würde. „Von der Seidlalm runter habe ich eine Topfahrt gehabt“, stellte er trotzdem fest. Den dritten Platz wollte er lange nicht glauben, womit er recht behalten sollte, hatte aber eher noch mit den Kanadiern gerechnet. Über Kilde, den neuen Führenden im Abfahrtsweltcup, meinte er, dieser habe über den Hohlweg eine Superlinie gefunden. Daniel Hemetsberger freute sich über eine „super Fahrt“, er habe alles relativ gut erwischt, es sei aber noch Neuschnee drinnen gewesen. Um zwei Uhr Früh hatten die Streckenkommandos mit den Arbeiten begonnen und eine nahezu perfekte Piste hingestellt.

Kriechmayr erklärte, dass er Steilhang-Ausfahrt zu weit geworden sei, da verliere man Geschwindigkeit. „Ich bin sehr gute Teilzeiten gefahren, vor allem Oberhausberg bei der Seidlalm vorbei. In den flacheren Passagen habe ich doch ein bisserl viel Zeit verloren.“ Im Nachhinein würde er vielleicht gern eine hintere Nummer nehmen, aber es sei seine Entscheidung gewesen. „Ich hätte gern etwas Besseres gezeigt“, sagte Kriechmayr und bemühte Galgenhumor. „Zumindest muss ich nicht zur Siegerehrung gehen, habe ich mehr vom Nachmittag.“

Blaue Flecken

Max Franz eröffnete das Rennen und hatte keine Chance (+3,62). „Es ist halt nix weitergegangen. Eins war definitiv nicht ideal“, stellte der Kärntner enttäuscht fest. Zu Sturz kamen Christian Walder und Daniel Danklmaier, dessen Ski im U-Hakerl durch einen Schlag aufging.

Danklmaiers Einschlag war ein heftiger. „Wie der Ski weg war, bin ich da gelegen und habe schon das Netz gesehen. Ich habe mir gedacht: Anspannen, was geht! Da hoffst du einfach nur, dass es dir nicht das Knie verdreht.“ Er kam mit blauen Flecken am Ellbogen und Schienbein davon.

„Die Sektorenzeiten im Mittelteil waren sehr gut, der Rest war bescheiden.“

Ski-weltcup

1. Herrenabfahrt Kitzbühel

1. Aleksander Aamodt Kilde (NOR)  1:55,92

2. Johan Clarey (FRA)   1:56,34 +0,42

3. Blaise Giezendanner (FRA)  1:56,55 +0,63

4. Matthias Mayer (AUT) 1:56,59 +0,67

5. Marco Odermatt (SUI)  1:56,70 +0,78

6. James Crawford (CAN) 1:56,94 +1,02

7. Travis Ganong (USA)  1:56,98 +1,06

8. Beat Feuz (SUI)  1:57,06 +1,14

9. Niels Hintermann (SUI)  1:57,11 +1,19

10. Daniel Hemetsberger (AUT)  1:57,18 +1,26

11. Bryce Bennett (USA)  1:57,25 +1,33

12. Matteo Marsaglia (ITA)   1:57,35 +1,43

13. Vincent Kriechmayr (AUT) 1:57,39 +1,47

14. Dominik Schwaiger (GER) 1:57,48 +1,56

15. Guglielmo Bosca (ITA) 1:57,57 +1,65

16. Otmar Striedinger (AUT)  1:57,58 +1,66

17. Christof Innerhofer (ITA) 1:57,62 +1,70

18. Maxence Muzaton (FRA)  1:57,66 +1,74

19. Urs Kryenbühl (SUI)  1:57,75 +1,83

27. Dominik Paris (ITA)  1:58,14 +2,22

40. Max Franz (AUT)   1:59,54 +3,62

41. Stefan Babinsky (AUT)  1:59,62 +3,70

Ausgeschieden u.a.: Christian Walder, Daniel Danklmaier (beide AUT), Jeffrey Read (CAN), Matthieu Bailet (FRA)

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.