Pechsträhne reißt nicht ab bei Marksteiner

Sport / 21.01.2022 • 22:41 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Nach der Verletzung im Juni 2020 am rechten Knie musste sich Adriana Marksteiner diesmal einer Kreuzbandoperation am linken Bein unterziehen.
Nach der Verletzung im Juni 2020 am rechten Knie musste sich Adriana Marksteiner diesmal einer Kreuzbandoperation am linken Bein unterziehen.

Kreuzbandriss zwingt Handball-Legionärin zu erneuter Pause.

Fußach Was im Mai 2022 als die Erfüllung eines sportlichen Traumes schien, entpuppt sich als nicht enden wollende Pechsträhne. Statt auf der europäischen Bühne als Legionär beim spanischen Spitzenclub Rocasa Gran Canaria für Schlagzeilen zu sorgen, plagt sich Handball-Ass Adriana Marksteiner seit damals mit zahlreichen Verletzungen herum.

2020 war es das rechte Knie

Wenige Wochen vor ihrem Umzug nach Spanien zog sich die Fußacherin im Juni 2020 ohne Fremdeinwirkung im Training einen Kreuzbandriss und eine Ruptur am Meniskus des rechten Beins zu, wurde in Bludenz operiert, kämpfte sich in Rekordzeit zurück und feierte im Frühjahr ihr Debüt in Gran Canaria. Anfang April feierte Marksteiner bei der erfolgreichen WM-Qualifikation mit den 29:29-Heimremis und dem 29:26-Auswärtsspiel gegen Polen ihr Debüt im ÖHB-Frauenteam und alles schien vergessen.

Doch zwei Monate später erfolgte der nächste Rückschlag mit einem Bänderriss am linken Sprunggelenk. Doch es kam noch „dicker“ für die torgefährliche Rechtshänderin: Zurück in Spanien zog sich die 21-Jährige im Training erneut einen Kreuzbandeinriss und eine Meniskusverletzung, diesmal am linken Knie zu. „Verletzungen gehören zum Sport dazu. Doch wenn man innerhalt von 14 Monaten drei Mal so schwer betroffen ist, nagt es doch am Selbstvertrauen und man ist am Boden zerstört.“

Im Gegensatz zur ersten Operation erfolgte der medizinische Eingriff diesmal in Spanien. „Rückblickend war dies vielleicht nicht die richtige Entscheidung. Damals wurde mir mitgeteilt, dass lediglich der Meniskus operiert werden musste und beim Kreuzband eine konservative Therapie ausreichend sei.“

Ein Irrtum, wie sich vor wenigen Tagen bei einer Untersuchung in LKH Feldkirch herausgestellt hat: „Wie bei der Magnetresonanztomographie festgestellt wurde, war das Kreuzband gerissen und musste nun nachträglich doch operiert werden. Die Diagnose war natürlich ein herber Schock, doch meine innere Kämpferstimme sagte mir: Egal wie, aber irgendwie wirst du das auch schaffen!“

Keine Rückkehr zu Gran Canaria

In den kommenden Wochen und Monaten wird Marksteiner nun den nächsten Anlauf für ein Comeback in Angriff nehmen. „Es ist zwar noch nicht fix wo genau, aber auf jeden Fall werde ich die Reha in Vorarlberg machen. Fix ist auch, dass das Kapitel Rocasa Gran Canaria im Sommer zu Ende geht. Ob und wo meine sportliche Laufbahn weitergeht, wird sich zeigen. Vorerst hat die vollständige Genesung oberste Priorität. Über alles was danach kommt, werde ich mir in Ruhe Gedanken machen, Zeit dazu habe ich jetzt ja genug.“

Parallel zur Wiederherstellung der sportlichen Leistungsfähigkeiten will die Absolventin des Sportgymnasiums Dornbirn die zusätzliche Zeit dafür nützen, um ihr Fernstudium für Sportwissenschaften an der Hochschule für angewandtes Management in Ismaning bei München zu forcieren: „Obwohl meine Begeisterung für den Handballsport ungebrochen ist, ist mir bewusst, wie wichtig ein zweites Standbein in der beruflichen Ausbildung ist. Eine Verletzung kann im Leistungssport in Sekundenbruchteilen für ein Karriereende sorgen. Sofern die körperlichen Voraussetzungen gegeben sind, möchte ich noch einmal durchstarten. Vielleicht gelingt mir ein ähnlich erfolgreiches Comeback wie es bei Ski-Ass Ariane Rädler (Anm. hatte vier Kreuzbandverletzungen) der Fall war, die ich in der Reha im Olympiazentrum kennengelernt habe. Mein Herz schlägt weiter für den Handball und ich glaube fest daran, dass für mich ein Licht am Ende des Tunnels leuchten wird.“

„Meine innere Stimme sagte mir: Egal wie, aber irgendwie wirst du es wieder schaffen.“