„Der Pfeil zeigt ganz stark nach oben“

Sport / 23.01.2022 • 19:59 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Johannes Strolz ist nach seinem fünften Platz in Kitzbühel in der Slalomwertung auf Rang acht bester ÖSV-Läufer.GEPA
Johannes Strolz ist nach seinem fünften Platz in Kitzbühel in der Slalomwertung auf Rang acht bester ÖSV-Läufer.GEPA

Johannes Strolz legte in Kitzbühel ein Topresultat nach – fünf Slaloms, 13 verschiedene Podestfahrer.

KITZBÜHEL Im Slalom-Weltcup der alpinen Männer heißt es derzeit eher „Wer hat noch nicht?“ als „Wer will noch mal?“. Fünf Saisonrennen brachten fünf verschiedene Sieger, es gab bisher 13 Podestfahrer aus neun Nationen. Während Dave Ryding mit seinem Triumph auf dem Ganslernhang in Kitzbühel britische Skigeschichte schrieb, müssen die Österreicher hoffen, am Dienstag in Schladming im zweiten Klassiker auf österreichischem Boden den Weg zurück aufs Podest zu finden.

Mit der Wut im Bauch

Michael Matt hatte das bei Schneetreiben als Vierter hinter Ryding sowie den Norwegern Lucas Braathen und Henrik Kristoffersen nur um 13 Hundertstelsekunden verpasst und lag seinerseits nur zwei vor seinem Landsmann Johannes Strolz. Wengen-Sieger Braathen fuhr seinen zweiten Podestrang en suite ein und ist neuer Disziplinführender. Zweimal unter die ersten drei zu kommen, war sonst in diesem Winter nur dem Schweden Kristoffer Jakobsen gelungen. Die weiteren Saisonsieger sind der Franzose Clement Noel, der Norweger Sebastian Foss-Solevaag und Strolz.

Die Olympia-Nominierung wird vor dem Nightrace erfolgt sein, gut möglich, dass einer aus dem Quintett Strolz, Manuel Feller, Matt, Fabio Gstrein und Marco Schwarz mit der Wut im Bauch die Planai hinunterbolzen wird. Dann nämlich, wenn sich der Traum von der Teilnahme in Peking nicht erfüllt hat. Es wird vermutlich auf Matt oder Gstrein hinauslaufen, denn neben Strolz kam auch Feller als Adelboden-Zweiter bereits auf das Podest. Und ein Olympia-Quartett ohne Kugelverteidiger Marco Schwarz ist nur schwer vorstellbar, zumal der Kombi-Weltmeister für diese als Auslaufmodell geführte Disziplin ohnehin in China dabeisein wird.

„Wir können zufrieden sein, vor allem mit dem zweiten Lauf. Natürlich hätten wir gern eine Gams gehabt, aber es ist kein Wunschkonzert“, bilanzierte ÖSV-Männer-Rennsportleiter Andreas Puelacher das Ergebnis. „Bei Heimrennen willst immer gescheit Gas geben und richtig gut performen, schade, wenn so banale Fehler passieren, die eigentlich nicht sein sollten“, ärgerte sich Gstrein, der den Lauf verpasste.

Es ist noch viel möglich

Strolz hat erkannt, dass er einfach seine Sachen durchziehen müsse. „Wenn ich zurückdenke, von wo ich komme, zeigt der Pfeil immer noch ganz, ganz stark nach oben.“ Er glaube, dass er auf einem guten Weg sei. „Und dass ich viel richtig mache. Das möchte ich kontinuierlich verbessern und vorantreiben. Dann glaube ich, dass noch viel möglich ist.“

Schwarz sprach von einem „minimalen Prozentsatz“, der abgehe, aber verhindere, dass er in den Flow reinkomme. „Wenn die vier, fünf Prozent noch kommen, dann funktioniert der Schwung wieder. Das habe ich zurzeit nicht, das gilt es zu finden.“

„Ich mache viel richtig. Das möchte ich kontinuierlich verbessern und vorantreiben.“

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