Wie der Vater, so der Sohn

Sport / 31.01.2022 • 21:25 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Gianluca Gaudino unterschreibt im Trainingslager den Leihvertrag.scra
Gianluca Gaudino unterschreibt im Trainingslager den Leihvertrag.scra

Gianluca Gaudino (25), Sohn von Maurizio Gaudino (55), leihweise nach Altach.

Altach „Der Junge von der Säbener Strasse . . .“ hieß es vor sechs Jahren in der Ostschweiz, als Gianluca Gaudino als Leihgabe vom FC Bayern München zum FC St. Gallen wechselte. Die Erwartungen an den damals 20-jährigen, technisch versierten Mittelfeldspieler waren riesig, vielleicht zu riesig. Eine echte Liebesbeziehung entwickelte sich nicht. Nach eineinhalb Jahren und 36 Spielen für die „Espen“ ging es zurück an die Säbener Straße. Technisch brillant sei er gewesen, erzählt man sich noch heute in der Ostschweiz, aber auch verletzungsanfällig und körperlich wenig robust. Für den Sohn von Ex-VfB-Stuttgart-Star Maurizio Gaudino (55) ging die Fußballreise weiter. Zunächst nach Italien zu Chievo Verona und 2019 zurück in die Schweiz zu den Young Boys aus Bern. Mit YB durfte er in der Nach-Hütter-Ära drei Meistertitel feiern. Im Sommer 2021 erfolgte für Gaudino, der als 17-Jähriger unter Cheftrainer Pep Guardiola beim 2:1-Heimsieg über Wolfsburg sein Debüt im Bundesligateam des FC Bayern feierte, die Rückkehr nach Deutschland.

Ein Mann für Ballbesitzfußball

Beim SV Sandhausen wollte der Mittelfeldspieler in seiner Heimat durchstarten, was aber u. a. auch eine Coronavirus-Infektion verhinderte. Aus Altacher Sicht war es die Gelegenheit „anzuklopfen“ und den Spieler leihweise – zumindest bis Sommer – unter Vertrag zu nehmen. Zumal Chefcoach Ludovic Magnin den Spieler aus der Schweiz bestens kennt. Das Ballbesitzspiel des 42-jährigen Schweizers kann also in Gaudino den „Kopf auf dem Platz“ erhalten. Doch die Leihe in Altach unterscheidet sich sehr von jener in St. Gallen. Sollte damals für den kreativen Bayern-Emporkömmling der Weg zurück nach München führen, so verlangt es von Gaudino in Altach auch Kampfgeist. Starten die Rheindörfler doch noch als Tabellenschlusslicht mit dem Rücken zur Wand in die am 12. Februar beginnende Frühjahrssaison. „Ich möchte meinen Beitrag zum Klassenerhalt leisten und freue mich bereits darauf, die Mannschaft kennenzulernen und schnell Teil davon zu werden“, sagte der 25-Jährige nach seiner Ankunft im SCRA-Trainingslager in Belek. „Ich habe Altach immer sehr positiv wahrgenommen und bin froh, dass ich hier die Möglichkeit bekomme, meine Stärken auf den Rasen zu bringen.“ Davon überzeugt ist jedenfalls Alt­achs Sportlicher Leiter Werner Grabherr: „Mit Gianluca Gaudino verpflichten wir einen kreativen Spieler, der unser Offensivspiel mit seinen technischen Fähigkeiten und seiner intelligenten Spielweise bereichern wird. Dazu zählen aber auch seine Stärken bei Standardsituationen.“

Auch Stefel wechselt nach Dornbirn

Während Stürmer Amir Abdijanovic (20) im Frühjahr als Leihspieler Spielpraxis bei Zweitligist FC Mohren Dornbirn sammeln soll – die VN berichteten, lässt der Cashpoint SCR Altach Mittelfeldmann Mario Stefel in die Messestadt ziehen. In 22 Spielen hatte Stefel, der am 8. Februar seinen 26. Geburtstag feiert, für den Bundesligisten zwei Treffer erzielt und zwei Assists geleistet. „Für Mario war es wichtig, sich im Frühjahr wieder zeigen zu können, deshalb sind wir froh, für alle Beteiligten eine gute Lösung gefunden zu haben, und wünschen ihm alles Gute auf seinem weiteren Karriereweg“, erklärt Grabherr den endgültigen Abgang.

Wir sind sicher, dass er als Typ zu Altach passt und unsere Situation gut einschätzen kann.“

Bild mit Gianluca Gaudino (rechts) aus dem Europa-League-Spiel der Young Boys gegen den rumänischen Klub Cluj.ap
Bild mit Gianluca Gaudino (rechts) aus dem Europa-League-Spiel der Young Boys gegen den rumänischen Klub Cluj.ap
Wie der Vater, so der Sohn

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