Zweigeteiltes Herz bei der Olympiapremiere

Sport / 03.02.2022 • 18:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Volle Konzentration vor dem Start: Eva Pinkelnig bei ihrem ersten Trainingssprung auf der Olympiaschanze.gepa
Volle Konzentration vor dem Start: Eva Pinkelnig bei ihrem ersten Trainingssprung auf der Olympiaschanze.gepa

Startnummer löste große Emotionen aus.

Zhangjiakou Österreichs von Corona gebeutelte Equipe der Skispringerinnen ist in die Olympischen Spiele gestartet. Da Sara Marita Kramer und Jacqueline Seifriedsberger wegen positiver Tests nicht antrittsberechtigt sind und daheimbleiben mussten, waren in Zhangjiakou in der ersten Trainingseinheit mit drei Durchgängen aus rot-weiß-roter Sicht nur Daniela Iraschko-Stolz und Eva Pinkelnig dabei. Für die nachnominierten Lisa Eder und Sophie Sorschag kam die Session zu früh. „Es ist ein zweigeteiltes Herz in meiner Brust“, meinte Pinkelnig auf die erzwungene Abwesenheit ihrer beiden Teamkolleginnen angesprochen. „Zum einen bin ich happy, dass ich da und gesund bin. Es ist ein Riesenerfolg nach allem, was ich miterleben musste. Als ich die olympische Nummer umgehängt habe, da hat es mich ein bisschen gepackt. Die andere Seite, es tut mir megaleid. Ich weiß, wie hart sie gearbeitet haben, vor allem die Sara.“

Traum geht in Erfüllung

Kramer sei eine unglaublich talentierte Sportlerin. „Wir als gesamtes Team sind besser geworden, weil sie dabei ist und gezeigt hat, wie es geht. Es tut mir megaleid. Nur ich weiß, auch wenn es noch wehtut, sie wird wieder verstärkt rauskommen und uns im Weltcup panieren“, betonte die Vorarlbergerin. Pinkelnig selbst hat aktuell ein Einzelzimmer und an der Schanze auch eine eigene Kabine, da sie beim Weltcup in Willingen Kontakt zu Kramer hatte. Pinkelnig landete mit 94,5 m im zweiten Heat auf Rang neun, sonst nicht in den Top 20. Iraschko brachten ebenfalls im zweiten Durchgang 90 m mit Position 19 ihr bestes Abschneiden. Die 38-Jährige hatte wegen Knochenödemen in einem Oberschenkel und beiden Unterschenkeln den Jänner über kein spezifisches Training absolviert.

Olympia-Debütantin Pinkelnig (33) zeigte sich zusätzlich zur Erfüllung des Traums von der Teilnahme von der Schanzenanlage begeistert: „Überdimensional, riesig, gigantisch, wunderschön, voll lässig – ich war überwältigt von allem.“ Beim ersten Sprung sei sie noch viel zu spät am Tisch gewesen, der zweite habe ganz gut gepasst, und im dritten Sprung habe sie in der Luft nicht weitergemacht. Nach einer Analyse wollte sie in der zweiten Einheit noch lässige Trainingssprünge machen. Am Schanzentisch stand und steht – mit Männer-Coach Andreas Widhölzl – Co-Trainer Thomas Diethart, da Chefcoach Harald Rodlauer als Corona-Kontaktperson daheimbleiben hatte müssen.

Zweigeteiltes Herz bei der Olympiapremiere