Allerorts Experten von allerorts

Sport / 06.02.2022 • 19:55 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Allerorts Experten von allerorts

Es steht außer Frage, dass Peking eine Unmenge an Ressourcen zur Verfügung stellt, um die Olympischen Winterspiele bestmöglich über die Bühne zu bringen. Millionen von Dollar werden investiert, Tausende von Mitarbeitern und Freiwilligen zur Verfügung gestellt. Und dennoch kommt China nicht ohne ausländisches Know-how aus – weil bei dieser Großveranstaltung vielschichtige und kleinteilige Arbeiten zu verrichten sind, für die es Experten benötigt.

Experten wie den ehemaligen FIS-Renndirektor Walter Hofer, der die chinesischen Skispringer vor Ort berät, oder wie den Russen Dmitri Petrov, der den Organisatoren in der Nordischen Kombination zur Seite steht, oder wie Albert Zehetner, der für den Bau der Halfpipe im Zhangjiakou Genting Snow Park verantwortlich ist.

Zehetner, 45, gebürtig aus Stuhlfelden, wohnhaft in Kaprun, ist selbst Snowboarder und baut seit rund 20 Jahren Halfpipes und Slopestyle-Anlagen, bei den YOG in Innsbruck 2012 beispielsweise, bei den Spielen 2014, 2018 und eben auch hier. Mit den chinesischen Organisatoren ist er seit 2017 in Kontakt, er war immer wieder hier und wegen Corona dann auch wieder weg, nun ist der Salzburger seit Mitte Dezember im Land und damit beschäftigt, Shaun White und Co. eine perfekte Wettkampfstätte hinzuzaubern. In der Regel benötigt er dafür drei Wochen, hier hat er sich noch mehr Zeit gelassen und einen Monat daran geschliffen. Der Kunstschnee erleichtert Zehetners Tätigkeit, natürliches Weiß ist, so paradox es auch klingen mag, eher hinderlich.

Sonderlich aufgeregt ist der Modellierer des Schnees nicht, große Namen sind ihm eher egal. „Mich interessieren viel mehr die Tricks, die sich die Sportlerinnen und Sportler für die Spiele vorbereitet haben und die sie hier erstmals zeigen werden.“ Dass nur eine sehr limitierte Anzahl von Zuschauern live dabei sein kann, findet auch er schade. Aber was soll’s, so ist es nun einmal.

Nach den Spielen bleibt der Kapruner noch bis Ende März in China, dann zieht er weiter. Die nächsten Spiele stehen in Italien an. Und auch dort wird man Experten und Expertisen aus dem Ausland benötigen.

Egon Theiner (53) arbeitet bei den Winterspielen für das chinesische Organisationskomitee im Bereich Media Operations. Er ist Verleger (www.egoth.at) und Autor.