Liensbergers Erinnerungen an Pyeongchang

Sport / 06.02.2022 • 16:15 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Liensbergers Erinnerungen an Pyeongchang
Katharina Liensberger lässt die Erinnerungen an die Spiele 2018 wieder wach werden.ÖOC

Die Göfnerin startet in der Nacht (3.15 Uhr) ihr Unternehmen Olympia mit dem Riesentorlauf.

Peking, Yanqing Mit “wunderschönen Bildern” im Kopf in Erinnerung an 2018 ist Skirennläuferin Katharina Liensberger bei den Olympischen Spielen in China angekommen. Aus der Gemeinschaft im Dorf kann sie auch Kraft schöpfen. “Ich glaube, dass wir einen starken Teamzusammenhalt aufbauen können in der Zeit, in der wir hier sind”, sagte die Vorarlbergerin vor ihrem ersten Rennen, dem Riesentorlauf am Montag in Yanqing (3.15/6.45 Uhr/live ORF 1).

Körper und Kopf sind gut vorbereitet auf ihr zweites Olympia, das war deutlich herauszuhören. Dass es in diesem Winter und speziell seit Platz drei beim Zagreb-Slalom nicht mehr wunschgemäß verlaufen war, hat sie weggesteckt. Und vor dem ersten Antreten in China alles “auf null” gestellt.

“Ich habe ein super Set-up beisammen, alle hauen sich voll ins Zeug. Ich habe ein gutes Vertrauen auf meinen Ski und ein gutes Gefühl.”

Katharina Liensberger, ÖSV-Skirennläuferin

Gutes Gefühl aufbauen

Die Corona-Infektion vor Weihnachten und schon davor und danach immer wieder Erkältungen beeinträchtigten ihr Skifahren. “Es ist oft nicht gelungen, das volle Leistungspotenzial abrufen zu können. In diesem Sinne heißt es jetzt, das Beste draus zu machen.” Auf einen Trainingstag mehr oder weniger komme es nicht an, sie habe nach dem Slalomblock im Jänner nochmals gut auch Riesentorlauf trainieren können. “Es ist entscheidend, dass ich ein gutes Gefühl aufbauen und das auch durchziehen kann.”

In China hat sie sich gut eingelebt, der von Wind und Kälte “sehr trockene und spezielle Schnee” erinnere sie an Pyeongchang. Die Trainingstage hätten gut getan, um sich optimal einstimmen zu können, sie nehme die Herausforderung an. “Ich habe ein super Set-up beisammen, alle hauen sich voll ins Zeug. Ich habe ein gutes Vertrauen auf meinen Ski und ein gutes Gefühl.”

Erinnerungen an Silber vor vier Jahren

Sie könne von den Erfahrungen bisheriger Großereignisse profitieren und darauf zurückgreifen. Wenngleich rund um die strengen Covid-Maßnahmen im Dorf vieles doch ungewohnt sei. “Es hat doch jedes Großereignis für sich was Neues, was Spezielles. Man will die guten Bilder im Kopf speichern und sein Bestes geben.”

Für ewig verhaftet in der Erinnerung bleibt der Gewinn der Silbermedaille mit der Mannschaft vor vier Jahren in Südkorea. “Im Teambewerb steht die Nation im Vordergrund. Bei der Siegerehrung zu stehen, war sehr emotional. Zwei Wochen davor habe ich nicht gewusst, dass ich für Olympia qualifiziert bin”, erinnerte sich die 24-Jährige.

Keine Langeweile im olympischen Dorf

Bei der WM 2021 in Cortina d’Ampezzo schließlich gingen Träume in Erfüllung. Sie gewann Gold im Slalom und Parallelbewerb sowie Bronze im Riesentorlauf. “Das hat gezeigt, dass ich erreichen kann, was ich will. Ich hoffe, mir gelingt, was ich mir vornehme. Ich freue mich auf jeden Fall.”

Bis jetzt sei ihr im Dorf noch nicht langweilig geworden. “Aber ich habe gehört, dass es die Möglichkeit gibt, bei anderen Bewerben zuzuschauen. Die Rodler und Bobfahrer haben nebenan eine Megasportstätte.” Von der chinesischen Kultur indes werde sie wohl nicht viel mitkriegen, außer die “sehr netten und hilfsbereiten” freiwilligen Helfer.

“Ich weiß nicht, ob man vom Skigebiet aus das Meer sehen kann, jedenfalls ist da jede Menge Wasser. In Pyeongchang haben wir einen Tag am Meer verbracht, weil es so nah war.” Das wird wegen des strengen Covid-Protokolls dieses Mal nicht möglich sein. Das, was sie vom Gipfel der Xiaohaituo Mountains – was soviel bedeutet wie “kleiner Berg inmitten des Meeres” – aus sieht, ist übrigens ein gewaltiger Stausee.