Was lange währt, wird endlich Silber

Sport / 06.02.2022 • 20:35 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Es war der Sprung seines Lebens, den Manuel Fettner im Finale auf der Normalschanze in Peking ablieferte. Der Tiroler, zuvor im Weltcup, nur dreimal auf dem Podest, gewann Olympia-Silber.reuters
Es war der Sprung seines Lebens, den Manuel Fettner im Finale auf der Normalschanze in Peking ablieferte. Der Tiroler, zuvor im Weltcup, nur dreimal auf dem Podest, gewann Olympia-Silber.reuters

Mit 36 Jahren springt Manuel Fettner bei Olympia zum größten Erfolg seiner Karriere.

Zhangjiagang Im Herbst seiner Karriere hat Manuel Fettner den Höhepunkt erreicht. Der 36-Jährige eroberte auf der Normalschanze in Zhangjiakou die Silbermedaille. Nach starken Leistungen im Training flog der Tiroler nach 102,5 m mit dem besten Finalsprung (104) vom fünften Rang zu seinem ersten Einzel-Edelmetall. Der Japaner Ryoyu Kobayashi (104,5/99,5) eroberte mit 4,2 Punkten Vorsprung Gold, Dritter wurde Ex-Weltmeister Dawid Kubacki (POL/104/103). Fettner holte das erste Olympia-Edelmetall auf der kleineren Schanze seit der Bronzenen von Gregor Schlierenzauer 2010. In China nutzte er bei leicht wechselnden Bedingungen, die große Auswirkungen zeigten, seine Sprungkraft voll aus. In mehr als 20 Jahren im Weltcup erst dreimal als Dritter auf dem Podest, krönte der Team-Weltmeister von 2013 seine Karriere fernab der Heimat mit einer Olympia-Medaille. Fettner fand im Interview zunächst keine Worte. „Das bedeutet mir sehr viel, ich bin einfach nur überglücklich und möchte es genießen“, sagte der Routinier, der zum zweitältesten Medaillengewinner im Zeichen der fünf Ringe avancierte. Es gelang ihm diesmal, im Bewerb seine besten Leistungen zu zeigen. „Der zweite war mein bester Sprung“, freute sich Fettner.

Freude am Sport

Bei der WM 2013 hatte sich bei ihm im Teambewerb nach der Landung eine Bindung geöffnet – Fettner „surfte“ auf einem Ski hinter die ominöse Linie und rettete damit den Titelgewinn. Bei Olympia – zuvor war ein 23. Platz die beste Platzierung gewesen – erwies er sich diesmal ebenfalls souverän. Eine Achterbahnfahrt der Karriere brachte für den gebürtigen Wiener in China ein weiteres Hoch. „Es war ein sehr cooler Weg, auch mit diesen Downs. Wenn es mir nicht so viel Spaß gemacht hätte, hätte ich schon längst den Hut draufgehaut. Es geht nicht immer nur um Podestplätze oder Medaillen, sondern in erster Linie hat mir der Sport getaugt und ich habe auch gemerkt, dass ich noch leistungsfähig bin.“ Bei der tollen Leistung Fettners verblassten die Leistungen der Kollegen. Ex-Weltmeister Stefan Kraft verbesserte sich nach dem wenig gelungenen ersten Sprung im Finale auf den zehnten Rang (98/99,5). Kraft und Fettner treten heute mit Daniela Iraschko-Stolz und Lisa Eder im Mixed-Teambewerb an. Für Daniel Huber (96/101,5) und Jan Hörl (98/97) blieben die Plätze 13 und 19.

„Das bedeutet mir sehr viel, ich bin einfach nur überglücklich und will es genießen.“

Peking 2022 Skispringen

Herren Normalschanze

Gold:  Ryoyu Kobayashi (JPN)  275,0 Pkte. (104,5/99,5 m)

Silber:  Manuel Fettner (AUT) 270,8 (102,5/104,0)

Bronze:  Dawid Kubacki (POL) 265,9 (104,0/103,0)

4. Peter Prevc (SLO) 265,4 (103,0/99,5), 5. Jewgenij Klimow (ROC) 261,5 (104,0/100,0), 6. Kamil Stoch (POL) 260,9 (101,5/97,5), 7. Marius Lindvik (NOR) 260,7 (96,5/102,5), 8. Danil Sadrejew (ROC)) 259,4 (107,5/98,0), 9. Timi Zajc (SLO) 259,3 (97,0/104,5), 10. Stefan Kraft (AUT) 258,1 (98,0/99,5), 13. Daniel Huber (AUT) 253,6 (96,0/101,5), 19. Jan Hörl (AUT) 248,8 (98,0/97,0)

Frauen Normalschanze

Gold:  Ursa Bogataj (SLO)  239,0 Pkte. (108/100 m)

Silber:  Katharina Althaus (GER)  236,8 (105,5/94)

Bronze:  Nika Kriznar (SLO)  232,0 (103/99,5)

4. Sara Takanashi (JPN) 224,1 (98,5/100), 5. Ema Klinec (SLO) 215,4 (100/90,5), 6. Silje Opseth (NOR) 200,5 (92,5/95), 7. Irina Awwakumowa (ROC) 196,3 (95/89,5), 8. Lisa Eder (AUT) 193,4 (92/90), 9. Spela Rogelj (SLO) 184,2 (93/82,5), 10. Irma Machinia (ROC) 180,9 (90/90), 12. Daniela Iraschko-Stolz (AUT) 178,0 (91,5/80,5), 20. Eva Pinkelnig (AUT) 166,5 (87/84). Disqualifiziert nach 1. Durchgang: Sophie Sorschag (AUT)