„Olympiasieger ist man ewig“

Sport / 09.02.2022 • 21:13 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ohne feier geht bei Patrick Ortlieb das Jubiläum ab.

Ohne feier geht bei Patrick Ortlieb das Jubiläum ab.

Patrick Ortlieb blickt auf seinen Abfahrtstriumph bei den Winterspielen 1992 zurück.

Schwarzach Auf den Tag vor 30 Jahren gewann Patrick Ortlieb bei den Olympischen Winterspielen von Albertville in Val d‘Isere die Goldmedaille in der Abfahrt. Beim Besuch im Studio von Vorarlberg LIVE bei Gerold Riedmann in Schwarzach ließ er seinen größten sportlichen Erfolg nochmals Revue passieren.

Im Rennen zugelegt

Er selbst sei auf der sicheren Seite gewesen, blickt Ortlieb auf seine Triumphfahrt vom Face de Bellevarde zurück: „Als ich damals mit der Nummer eins durch Ziel gefahren bin, war ich mir sicher, dass es gut für eine Medaille war. Im Ziel hab ich die Faust geballt, jeder hat sich gedacht, der ist nicht ganz . . . Aber ich habe Reserven gehabt, gerade beim Material, das wussten aber nicht viele. Ich musste keine Qualifikation fahren, die Bedingungen waren ident zum Training. Und im Rennen habe ich dann noch eine Sekunde drauflegen können. So mancher Konkurrent hat gemeint: Der hat riskiert, ist eine enge Linie gefahren – und haben dann Eigenfehler gemacht, die sie nachher aus der Favoritenrolle hinausgeschossen haben.“

Ortlieb war einer der ersten Athleten, der in Val d‘Isere mit dem Skimaterial von Head unterwegs war: „Die waren damals in der Profiszene in Amerika unterwegs und haben entschieden, wieder in den Rennlauf einzusteigen. Ich hatte ein optimale Unterstützung, von der ersten Minute an. Das Material hatte einen großen Anteil an der Medaille. Wir haben ganz viel getestet, uns auch auf Neues eingelassen. Ich bin einen kürzeren Ski gefahren als alle anderen. Er war nur 2,15 Meter lang. Der Berg hat damals nicht mehr hergegeben. Das Reglement hat es damals zugelassen, ich habe das ausgenutzt. Das fahren heutzutage die Mädchen.“

Ein Kitzbühel-Sieg ist emotionaler

Hat diese Goldmedaille das Leben von Patrick Ortlieb verändert? „Wenn man so jung Olympiasieger wird, denkt man, es geht alles leicht. Es braucht eine gewissen Zeit, bis man das verarbeitet. Olympiasieger bleibt man ewig. Hat man auch das Glück Weltmeister zu werden, ist man schnell danach Ex-Weltmeister. Vom Emotionalen her geht ein Sieg in Kitzbühel mit einer Preisverteilung vor 40.000 Zuschauern mit Fahnen schon näher, als eine Zeremonie bei Olympia, wo alles streng nach Protokoll mit wenig Stimmung und fast ohne Zuschauer abläuft. Um so älter man wird, desto stolzer wird man auf diese Leistung. Wenn man bedenkt, dass es ein kleiner Kreis von Leuten ist – in Österreich sind es sieben -, die das geschafft haben, ist man schon stolz darauf.“ VN-KO

Wenn man bedenkt, dass es ein kleiner Kreis von Leuten ist – in Österreich sind es sieben, die das geschafft haben -, ist man stolz.

Siegerehrung 1992 Abfahrts-Olympiasieger Patrick Ortlieb zwischen Günther Mader und Lokalmatador Franck Piccard.

Siegerehrung 1992 Abfahrts-Olympiasieger Patrick Ortlieb zwischen Günther Mader und Lokalmatador Franck Piccard.

Reminiszenzen Patrick Ortlieb erzählt bei Gerold Riedmann im V-LIVE-Studio von seinen Olympia-Erinnerungen. Paulitsch

Reminiszenzen Patrick Ortlieb erzählt bei Gerold Riedmann im V-LIVE-Studio von seinen Olympia-Erinnerungen. Paulitsch