Deshalb ist des Trainers Zimmer die Schaltzentrale

Sport / 12.02.2022 • 10:00 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Gegen die Austria betritt Ludovic Magnin erstmals in einem Pflichtspiel den Rasen der Cashpoint Arena als Altach-Trainer. <span class="copyright">Steurer</span>
Gegen die Austria betritt Ludovic Magnin erstmals in einem Pflichtspiel den Rasen der Cashpoint Arena als Altach-Trainer. Steurer

Altach-Coach Ludovic Magnin sieht die „Hausaufgaben erledigt“ und versprüht vor Debüt Vorfreude. Und er lüftet das Geheimnis über sein Zimmer im Trainingslager.

Altach 36 Tage nach seinem Amtsantritt sind am Samstag (12. Februar) alle Augen auf Altachs Neo-Trainer Ludovic Magnin gerichtet.

Angetreten zur „Mission Klassenerhalt“ ist der Schweizer der neue Hoffnungsträger im Lager der Altacher. Eine Last, die der 42-jährige Waadtländer mit dem ihm eigenen Schuss Humor in positive Energie umzumünzen weiß.

„Den Überraschungseffekt, dass mich noch keiner kennt, möchte ich mir noch bewahren.“

Ludovic Magnin auf die Frage nach seiner ersten Aufstellung

Und so spricht er vor seinem Trainerdebüt in Österreich lieber von der „inneren Ruhe“ und der Gewissheit, die „Hausaufgaben“ in den vergangenen Wochen erledigt zu haben. Zumal er nicht zum ersten Mal betont, sich in Altach so richtig „zuhause“ zu fühlen. Die Mentalität der Menschen, ihre Bodenständigkeit und die Wertvorstellungen im Klub – all das fühlt sich für Magnin „bestens“ an. Deshalb sind seine ersten Vorgaben für die Mannschaft recht einfach: „Ehrliche harte Arbeit und den Kampf annehmen.“


In den vergangenen Wochen habe die Mannschaft „Schritt für Schritt“ seine Spielphilosophie verinnerlicht. Dabei ließ er sich weder durch verletzungs- noch krankheitsbedingte Ausfälle von seinem Weg abbringen. „Ich habe immer die beste Mannschaft zur Verfügung“, schmettert er jegliche Personaldiskussion von sich. Dass dennoch Fragezeichen bleiben, ist der Tatsache geschuldet, dass die Generalprobe nach 20 Minuten aufgrund eines Unwetters abgebrochen werden musste. Zu wenig, um sich ein neutrales Bild von der Integration der Neuen zu machen. So wird es sich mit Start der Rückrunde weisen, wobei die mannschaftsinterne Integration in der Woche in Belek bestens funktionierte. Diese nutzte Magnin auch zu intensiven Einzelgesprächen – oder wie er es schmunzelnd umschrieb: „Jeder hatte die Möglichkeit, mein Zimmer zu sehen. Zu sehen, wie schön groß es ist …“

Philipp Netzer bleibt in seiner vielleicht letzten Saison als Profispieler der "Capo" der Mannschaft. <span class="copyright">gepa</span>
Philipp Netzer bleibt in seiner vielleicht letzten Saison als Profispieler der "Capo" der Mannschaft. gepa
In Abwesenheit von Netzer wird Emanuel Schreiner gegen Austria Wien die Mannschaft als Kapitän auf den Platz führen. <span class="copyright">gepa</span>
In Abwesenheit von Netzer wird Emanuel Schreiner gegen Austria Wien die Mannschaft als Kapitän auf den Platz führen. gepa
Jan Zwischenbrugger ist einer der drei Führungspersönlichkeiten in der Mannschaft. <span class="copyright">gepa</span>
Jan Zwischenbrugger ist einer der drei Führungspersönlichkeiten in der Mannschaft. gepa

Neues Kapitänstrio

Fakt ist, dass die Spielabläufe noch nicht im Ernstfall erprobt werden konnten. Das soll in den restlichen vier Spielen im Grunddurchgang passieren. Im Idealfall schon heute (17 Uhr) zum Auftakt, wenn die Wiener Austria in der Cashpoint Arena gastiert. Dabei setzt der Coach, wie auch seine Spieler und Sportchef Werner Grabher, auf den Faktor Zuschauer. „Für uns sind die Fans sehr wichtig. Und wir sind diejenigen, die dafür sorgen müssen, dass der Funke auf die Tribüne überspringt.“ Diese wird gut gefüllt sein im ersten Match nach dem Fall der Zuschauerbeschränkungen. Es besteht 2G und Maskenpflicht. Inhaber einer Stehplatz-Dauerkarte können ihr Ticket kostenlos auf einen Sitzplatz umbuchen.
Magnin nutzte die ersten Wochen nicht nur für das Training am Platz, sondern versuchte auch, in die Spieler hineinzuhören. Auch die Kapitäns-Diskussion gehörte dazu. „Der Kapitän ist Philipp Netzer“, stellt er klar – und hofft, ihn ab kommender Woche endlich auch auf dem Trainingsplatz begrüßen zu können. „Ist er nicht dabei, vertreten ihn Jan Zwischenbrugger oder Emanuel Schreiner.“
Letzterer wird heute wohl die Mannschaft auf das Feld führen. Seit wenigen Tagen 33 Jahre alt, blickt er in seiner nunmehr neunten Saison in Altach auf einige bewegte Momente zurück. Dazu gehört auch die schwierige Herbstsaison. „Sehr schwierig“, betont Schreiner und will damit die Sache ad acta gelegt wissen. Jetzt, da die Vorbereitung zu Ende ist, gelte es zu performen. Davon ist er überzeugt, sei doch im Training ein neuer Geist spürbar.

Admiral Bundesliga

Cashpoint SCR Altach vs FK Austria Wien
Cashpoint Arena, Samstag, 17 Uhr, SR Christopher Jäger (S)

CASHPOINT SCR ALTACH

AUFSTELLUNG (4-4-2) Casali – Thurnwald, Nanizyama, Pape-Alioune, Edokpolor – Aigner, Nimaga, Gaudino, Schreiner – Monschein, Bischof

ERSATZ Odehnal – Bumberger, Mischitz, Bitsche, Strauss, Nihiu, Tartarotti

ES FEHLEN Netzer, Bukta, Riegler

FK AUSTRIA WIEN

AUFSTELLUNG (4-2-3-1) Pentz – Martins, Mühl, Handl, Suttner – Braunöder, Martel – Teigl, Jukic, Fischer – Ohio

ERSATZ Helac – Schoissengeyr, Ivkic, Demaku, Grünwald, Wustinger, Keles

FRAGLICH Galvão (fehlende Spielgenehmigung)

ES FEHLEN Djuricin (Adduktoren), Huskovic (muskuläre Probleme im Oberschenkel), Fitz (nach Knöchel-OP), El Sheiwi (nach Kreuzbandriss), Pecar (bei Young Violets)


Schreiner ist neben Casali die einzige Personalie, die Magnin verrät. „Noch bin ich neu in Österreich und möchte mir einen gewissen Überraschungseffekt bewahren“, sagt er. Für seine Spieler gilt: Freiheiten im Ballbesitz, aber ohne Ball konsequent und kompromisslos dagegenarbeiten. „Jeder hat da seine Rolle.“