Mixed Zone mit Egon Theiner: Cāo nĭ mā

Sport / 13.02.2022 • 10:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Mixed Zone mit Egon Theiner: Cāo nĭ mā
Das Handy als Sprachhelfer. theiner

Seit meiner Quarantäne-Zeit im Dezember versuche ich, täglich zwischen 30 und 90 Minuten Chinesisch zu, sagen wir lernen. Dabei bemühe ich mich nicht einmal, die Schriftzeichen schreiben bzw. malen zu können, sondern beschränke mich auf das Wesentliche: Wörter zu verstehen und auch richtig aussprechen zu können, immerhin kann ja jede Silbe vierfach betont werden, und jede Betonung verleiht ihr in meiner Wahrnehmung eine komplett andere Bedeutung.


Mit einem Wort: schwierig. Die Sprache ist so was von unterschiedlich zu Deutsch, Italienisch oder Englisch, dass es auch nichts nützen würde, den einheimischen Gesprächspartnern zu sagen, sie mögen doch ein bisschen langsamer reden. (Was ich aber, spaßeshalber, doch zuweilen mache.)
Und dennoch ist es mir wichtig, mich mit der Sprache des Landes zu beschäftigen, Arbeitskollegen und -kolleginnen, die zu Freunden geworden sind, mit ihren Worten nach ihrem Befinden zu fragen, auf Chinesisch einige Phrasen auf Lager zu haben: Zăoshang hăo. Guten Morgen. Nĭhăo ma? Wie geht es dir? Wŏ hěn gāoxìng rènshí nĭ. Erfreut, dich kennenzulernen. Wŏ bù zhīdào, nĭ wèn tā. Ich weiß nicht, frage ihn. Nĭ de diànhuà hàomă shì shénme? Wie ist deine Telefonnummer? Und so weiter.
Dass ich bis zum Ende der Spiele Chinesisch sprechen kann, ist ausgeschlossen. Dass ich mich in Europa weiter damit beschäftigen werde, ist eher schwer vorstellbar. Doch einige Wortfetzen werden mir wohl im Gedächtnis hängen bleiben. Fluchworte beispielsweise, wie das „Cāo nĭ mā!“ im Titel.
Meine chinesischen Freunde lachen jedes Mal, wenn ich es ausspreche, und ich weiß dann, dass die Betonung stimmt. Doch sie warnen und bitten mich auch: „Verwende es nur, wenn du eine Situation tatsächlich schnell zum Überlaufen bringen willst!“
Wer wissen will, was es bedeutet, muss selber recherchieren. Oder Marko Arnautovic fragen. Der sollte diesen Ausdruck während seines China-Aufenthalts wohl auch schon gehört haben.