Salzburg entglitt Sieg in der Endphase

Sport / 16.02.2022 • 23:08 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Erst zehn Minuten im Spiel und schon trifft Chikwubuike Adamu ins Bayern-Herz – mit einem herrlichen Schlenzer gelingt ihm das 1:0.apa
Erst zehn Minuten im Spiel und schon trifft Chikwubuike Adamu ins Bayern-Herz – mit einem herrlichen Schlenzer gelingt ihm das 1:0.apa

Beim 1:1 im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League boten die Bullen dem FC Bayern die Stirn.

Salzburg Sie hatten sie gekitzelt und mit Worten herausgefordert, doch mit Anpfiff des „Spiel des Jahres“ ließen sie Taten folgen. Salzburgs Jungstars zeigten keine Angst, nicht einmal Respekt vor dem großen Namen FC Bayern. Vielmehr nützten sie die augenscheinliche Minikrise des deutschen Rekordmeisters zu einem forschen und zugleich überlegten Auftritt. 1:1 hieß es am Ende. Stark im Duell Eins-gegen-Eins, flink im Umschaltspiel und sehr couragiert in der Offenive. Dieses Rezept verfolgten die Bullen von der ersten Minute. Von den Bayern hingegen war wenig zu sehen. Hatte man in der Gruppenphase noch voller Selbstvertrauen alle Spiele gewonnen, so ist der Truppe von Trainer Julian Nagelsmann das schnelle Kombinationsspiel völlig abhanden gekommen. Es wirkte gar ein wenig träge, wie die Münchner versuchten, das Spielgeschehen zu diktieren.

Mit Tempo zur Führung

Das war ganz nach dem Geschmack der Salzburger, die so nach gewonnenen Zweikämpfen mit ihrem Geschwindigkeitsfußball Nadelstiche setzen konnten und damit nach 21 Minuten Erfolg hatten. Der nach elf Minuten für den verletzten Noah Okafor – ein Zwicken im Oberschenkel hinten rechts – ins Spiel gekommene Adamu sorgte mit einem herrlichen Schlenzer ins lange Eck für die verdiente Pausenführung (1:0). Bezeichnenderweise war dem Treffer ein unnötiger Ballverlust der Bayern am Salzburger Strafraum vorangegangen. Die Hausherren zündeten den Turbo mit einem langen Ball auf Adeyemi. Ein kurzer Antritt nach innen, ein Pass und Aaronson leitete weiter auf Adamu – und der Ball zappelte im Netz. Zu schnell für die Münchner, die in der Folge doch ein wenig ratlos wirkten. Es sollte eine halbe Stunde dauern, ehe Sané RB-Torhüter Philipp Köhn erstmals prüfte. Kurz vor der Halbzeit wurde es noch einmal gefährlich, doch die beiden Abschlüsse von Gnabry wurden von der Salzburger Defensive gut geblockt (44.). Es war jedoch eine zarte Ankündigung des dominanteren Auftritts der Gäste nach Seitenwechsel. Weil sie das Tempo anzogen und weil das Passspiel besser funktionierte. So rückte Keeper Köhn vermehrt in den Mittelpunkt. Etwa nach einem Antritt von Coman, als er erst dessen Schuss parierte und dann auch beim Nachschuss von Sané zur Stelle war. Das gab Sicherheit und Salzburg befreite sich zusehends von der Umklammerung.

Später Ausgleich statt 2:0

So war es der heimische Serienmeister, der die größte Torchance der zweiten Halbzeit vorfand. Weil Ulreich einen Adeyemi-Schuss per Fuß nur nach vorne abwehren konnte, kam Adamu zum Nachschuss, doch Pavard rettete in höchster Not (81.). Und so bestraften die abgebrühten Bayern die ausgelassene Möglichkeit mit dem späten Ausgleich von Coman (90.).