„Ich bin halbwegs zufrieden“

Sport / 17.02.2022 • 20:16 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Ausdrucksstark präsentierte sich Olga Mikutina bei ihrer Kürdarbietung im Olympischen Eiskunstlaufbewerb in Peking.apa, Reuters
Ausdrucksstark präsentierte sich Olga Mikutina bei ihrer Kürdarbietung im Olympischen Eiskunstlaufbewerb in Peking.apa, Reuters

Olga Mikutina verbesserte sich in der Kür beim Olympischen Eiskunstlaufbewerb um vier Plätze auf Rang 14.

Peking Eiskunstläuferin Olga Mikutina ist bei ihrem Olympiadebut in Peking auf dem 14. Platz gelandet. Beim wilden Herumwerfen der Preisrichter mit Punkten und Bewertungen hätte die Feldkircherin genauso gut 12. werden können. Fünf Läuferinnen, die nach dem Kurzprogramm knapp vor ihr lagen, hat die 18-jährige mit ihrer Kür überholt. Eine, die hinter ihr platziert war, die Polin Ekaterina Kurakova, musste sie noch um drei Punkte und zwei Plätze vorbeiziehen lassen. Ansonsten hielten die Preisrichter an ihrer unsäglichen Ansicht fest, dass die, die später laufen, auch höher bewertet werden müssten, und die, die in den hinteren Gruppen laufen müssen, auf den hinteren Plätzen zu belassen.

Eine ordentliche Kür

Olga Mikutina war es am Ende egal. Sie findet sich auch mit den unschönen Regeln des Eiskunstlaufs ab, die in keinem Regelbuch stehen, in den Köpfen der Preisrichter aber offenbar verhaftet sind. „Das ist halt so. Und ob nun Platz 18 oder 15 oder 12 – das ist kaum ein Unterschied. Das ist so, dass man teilgenommen hat und ein paar Zeilen in der Ergebnisliste. Das wichtigste für mich sind die Erfahrungen, die ich hier gesammelt habe und die ganzen Emotionen, die ich erlebt habe und mitnehme.“ Immerhin ist der 14. Platz die beste Olympia-Platzierung einer österreichischen Läuferin seit Julia Lautowa, die 1998 in Nagano ebenfalls 14. wurde. Und besser waren in den letzten 50 Jahren, zu einer Zeit, in der noch Pflichtfiguren gelaufen wurden, nur Claudia Kristofics-Binder (7. 1980) und davor bei ihrem Olympiasieg 1972 Beatrix Schuba.

Mikutina lief ein mehr als ordentliches Kürprogramm. Wenn man ganz streng an die Bewertung gehen will, dann wäre zu bemängeln, dass bei der Eröffnungs-Kombination Dreifach-Lutz/Dreifach-Toeloop der zweite Sprung nicht ganz sauber ausgelaufen war und dass sie ihren zweiten Dreifach-Salchow mit der Hand auf dem Eis abstützen musste. Die allzu strengen Preisrichter werteten auch noch den ersten Salchow so, dass dieser keine vollen drei Drehungen gehabt hätte. Eine Betrachtungsweise, die die Juroren schon im Kurzprogramm von einer Läuferin zur anderen sehr unterschiedlich ausgelegt hatten.

Die Läuferin selbst ist beim Fazit wohl eine ihrer härtesten Kritikerinnen: „Ich bin halbwegs zufrieden. Es war nicht fehlerfrei – so wie ich im Training gelaufen bin. Aber trotzdem gab es sehr gelungene Elemente, mit denen ich zufrieden bin – und an anderen werden wir noch arbeiten. Mein Ziel ist es, mich immer weiter zu entwickeln, meine Programme sauber zu laufen und dann werde ich auch noch mehr Punkte dafür bekommen.“ Der völlig überraschende acht Platz bei der WM im vergangenen Jahr soll dabei der Maßstab sein.

Die Läuferin des Eislaufvereins Montfort hätte nach ihrem Kurzprogramm von Peking für die Kür in die letzten beiden Gruppen der zwölf besten Läuferinnen gehört. Doch sie musste nach der Auslosung schon mit Nmmer drei in der ersten Gruppe aufs Eis. Ein nahezu aussichtsloses Unterfangen, um den achten Platz von Stockholm auch nur annähernd wiederholen zu können. Ganze 3,2 Punkte fehlten der Gymnasiastin dazu, vor dem Finale tatsächlich unter den besten zwölf Läuferinnen zu sein, die dann so häufig, weil erst nach der Pause laufend, auch in der Kür höher bewertet werden.

Besondere Bedeutung

Für die gebürtige Ukrainerin bleibt so das Erlebnis Olympia. Auch wenn sie sagt, dass es für sie eigentlich ein ganz normaler Wettkampf war. „Na ja, es war ungefähr so, wie ich es erwartet hatte. Mit den ganzen Beschränkungen, das war etwas schade, dass wir die Stadt nicht gesehen haben und auch, dass die Zahl der Zuschauer sehr begrenzt war. Aber überall die Olympischen Ringe, da merkt man schon, dass das eine besondere Bedeutung hat. Das habe ich schon gespürt.“

„Am wichtigsten sind die Erfahrungen und Emotionen, die ich mitnehme.“

Olympia-Gold nach dem WM-Titel: Anna Schtscherbakowa.
Olympia-Gold nach dem WM-Titel: Anna Schtscherbakowa.
Das Nervenkostüm hielt nicht: Kamila Walijewa.
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