Masi muss gehen, Videobeweis kommt

Sport / 17.02.2022 • 22:55 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Steigt dann und wann selbst gerne in einen der Formel-1-Boliden: Der neue FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem.reuters
Steigt dann und wann selbst gerne in einen der Formel-1-Boliden: Der neue FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem.reuters

FIA-Chef Ben Sulayem denkt Reformen in der Formel 1 an.

Paris Der umstrittene Rennleiter Michael Masi muss gehen, ein Videobeweis wie im Fußball kommt – nach dem chaotischen WM-Drama zwischen Max Verstappen und Lewis Hamilton wird die Formel 1 nun umgekrempelt. Der neue Weltverbands-Präsident Mohammed Ben Sulayem gab für die am 20. März in Bahrain beginnende Saison umfangreiche Reformen bekannt.

„Hier ist mein Plan für diese strukturellen Veränderungen“, sagte Ben Sulayem – und griff durch. Masi verliert nach dem turbulenten Saisonfinale in Abu Dhabi seinen Job als Rennleiter der Formel 1, seine Aufgaben werden verteilt. Zudem kommt ein Videobeweis wie im Fußball: Diese „virtuelle Rennleitung“ wird abseits der Strecke eingerichtet und soll sich permanent in Verbindung mit dem FIA-Renndirektor befinden. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die Regeln mithilfe der modernsten technologischen Tools richtig angewendet, werden , so Ben Sulayem.

Geteilte Aufgaben

Um – wie in Abu Dhabi passiert – die Versuche einer Beeinflussung der Rennleitung durch die Teams zu verhindern, wird außerdem die direkte Audio-Kommunikation zwischen der Rennleitung und den Teams gekappt. „Es wird weiterhin möglich sein, Fragen an den Rennleiter zu stellen, und zwar nach einem genau definierten und nicht aufdringlichen Verfahren“, sagte Ben Sulayem. Die Details blieben zunächst aber unklar. Auch der Vorgang des Zurückrundens hinter dem Safety-Car vor dem Re-Start des Rennens soll noch einmal auf den Prüfstand gestellt werden.

Dies seien laut Ben Suleyman die Ergebnisse der Untersuchung der Umstände, durch die Verstappen am 12. Dezember im letzten Rennen 2021 Weltmeister geworden war. Der Red-Bull-Pilot war erst durch eine späte Safety-Car-Phase nah an Rekordweltmeister Hamilton im Mercedes herangerückt.

Anschließend legte Rennleiter Masi, der in diesen Minuten von Red-Bull-Teamchef Christian Horner sowie Mercedes-Boss Toto Wolff ständig angefunkt wurde, die Regeln zum Einsatz des Sicherheitsfahrzeugs höchst ungewöhnlich aus, sodass Verstappen noch genau eine Runde zum Angriff auf Hamilton blieb – er zog vorbei, krönte sich zum Weltmeister.

Masis Aufgabe als Renndirektor teilen sich Niels Wittich, der bereits im GT Masters und bei der DTM im Einsatz war und Eduardo Freitas, zuletzt Renndirektor der Langstrecken-WM. Sie werden sich in dieser Funktion abwechseln und von Herbie Blash unterstützt, der bereits als stellvertretender Renndirektor der FIA bei der Formel 1 im Einsatz war.