Masken-Business

Sport / 17.02.2022 • 18:24 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Masken-Business

Wir hätten damit vielleicht nicht viel, aber dennoch Geld machen können: mit FFP-Masken, auf denen das Logo der Spiele, der dazugehörende Schriftzug und die Olympischen Ringe abgebildet sind. Von denen hat unsere Abteilung Unmengen erhalten mit der Aufforderung, die Masken auch tatsächlich alle drei, vier Stunden zu wechseln. Was ich zuerst für übertrieben hielt, stellte sich an winterlich feuchten Tagen als absolut notwendig heraus.

Die Masken sind in dieser zweiten und letzten Olympiawoche das letzte Überbleibsel eines an und für sich rigide geplanten Corona-Managements. Der Sicherheitsabstand von einem Meter zum Gesprächspartner wird in neun von zehn Fällen nicht eingehalten. Das täglich mehrfache Desinfizieren der Hände hat sich auch eher aufgehört. Sogar die olympischen Fallzahlen sind in den Hintergrund gerückt, seit es einen Medaillenspiegel gibt. Geblieben sind die Masken.

Jede Organisation, jede teilnehmende Nation hat ihre eigenen, die Italiener in Blau, die Deutschen ihrem Gewand angepasst, die Österreicher in Weiß oder Grau. Und jene des chinesischen Organisationskomitees gibt es in verschiedenen Ausführungen, in weiß, orange, grün, hellblau, dunkelblau. Und auch in Rot, doch diese Variante hat es nicht bis hinauf nach Genting geschafft.

Als die Spiele losgingen, hätten wir sie verkaufen können, für 1 oder 5 oder 10 Yuan. Oder Dollar, wie die Arbeitskollegen scherzen. Sie wurden uns fast aus den Händen gerissen. Doch Maske ist Maske, der Hype um sie legte sich so schnell, wie er gekommen war. Jetzt sind sie ein nettes, kleines Präsent, das von Journalisten gerne angenommen wird. Und von anderen weniger. „Masken haben wir selber genug“, sagt mir ein Presse-Attaché, als ich ihm als Dank für seine Unterstützung einige geben möchte. „Aber nicht diese“, antworte ich schlagfertig.

Es werden wohl ganze Kartone davon übrig bleiben. Vielleicht werde ich sie ja im Frühjahr in Europa los?!

Die Olympischen Winterspiele sind auch ein farbenfroher „Maskenball“.Theiner
Die Olympischen Winterspiele sind auch ein farbenfroher „Maskenball“.Theiner

Der Südtiroler Egon Theiner (53) arbeitet bei den Winterspielen für das chinesische Organisationskomitee im Bereich Media Operations. Er ist Verleger (www.egoth.at) und Autor.