Medaillenmärchen von Strolz verlängert, Liensberger führte Team zu Gold

Sport / 20.02.2022 • 19:16 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Katharina Liensberger war im Mixed-Bewerb eine Klasse für sich, hatte in allen drei Läufen - im Bild gegen Mare Therese Tviberg - die Nase vorne. ap
Katharina Liensberger war im Mixed-Bewerb eine Klasse für sich, hatte in allen drei Läufen – im Bild gegen Mare Therese Tviberg – die Nase vorne. ap

Acht Mal Edelmetall bei den Winterspielen in Peking, Vorarlberg mit der besten Olympia-Bilanz aller Zeiten.

Yanqing. Das Medaillenmärchen von Johannes Strolz erfuhr im letzten Bewerb der alpinen Skifahrer bei den Olympischen Spielen in Yanqing eine Verlängerung. Der Warther gewann mit der österreichischen Mannschaft den Mixed-Teambewerb, war mit zweimal Gold und einmal Silber der erfolgreichster Skirennläufer in Peking. Den Weg zum Olympiasieg ebnete Katharina Liensberger, die nach Silber im Slalom mit dem Team zum ersten Mal Olympiasiegerin wurde.

„Ich bin schon hergereist, um eine Medaille zu erkämpfen, das habe ich mir auch zugetraut“, freute sich Strolz. „Aber dass es jetzt drei Medaillen werden, ist unglaublich. Die heutige Medaille ist großteils meinen Teamkollegen zuzuschreiben, die Kathi (Liensberger; Anm.) und der Stefan (Brennsteiner) waren heute unglaublich stark“, erkannte er die starken Leistungen der Mitstreiter an, während er selbst auf dem – langsameren roten Kurs – im ersten Lauf gegen Zan Kranjec ausschied, im zweiten Fabian Wilkens Solheim knapp unterlegen war und im dritten dann als Schlussmann im Duell gegen Alexander Schmid am Start einen Stock verlor, unterlag, der Deutsche aber knapp über der entscheidenden Laufzeit blieb. „Es ist ein unheimlich schöner Abschluss dieser Spiele, dass wir da als österreichisches Team ganz oben stehen dürfen“, so Strolz. „Ich bin sehr dankbar, dass ich ein Teil dieses Teams sein darf.“

Alles im Griff

Liensberger, die alle drei Durchgänge auf dem blauen Kurs für sich entschied, war überglücklich: „Es tut richtig gut, weil ich es zeigen konnte, was mir so wichtig war. In jedem Duell habe ich mehr Vertrauen gewinnen können. Am Schluss, wo ich gespürt habe, wir können das machen, dann war mein Ziel einfach ‚all in‘ zu gehen.“ Die Göfnerin hatte Tina Robnik (0,04), Marie Therese Tviberg (0,86) und im Finale Emma Aicher, die ausschied, im Griff. „Dass ich auf dem hohen Level performen konnte, freut mich riesig. Zusammen mit meinen Teamkollegen stehen zu können, auf dem höchsten Treppchen, ist natürlich wunderschön. Es gibt nicht viel Schöneres.“

Neben Liensberger und Strolz waren bei der ÖSV-Equipe Stefan Brennsteiner und Katharina Truppe im Einsatz, als Ersatz Michael Matt und Katharina Huber aufgeboten.

Nach einem Freilos zum Auftakt als topgesetzte Nation gab es gegen Slowenien im Viertelfinale ein 3:1, Andreja Slokar und Miha Hrobat kamen dabei zu Sturz. Im Semifinale wurde es gegen Norwegen knapper, beim 2:2 gab aber die Addition der schnellsten Laufzeiten pro Geschlecht den Ausschlag für das ÖSV-Team. Liensberger und Brennsteiner hielten sich bei ihren Duellen makellos. Auch im Finale hatten diese beiden auf 2:1 gestellt.

So erfolgreich wie noch nie

Mit vier Mal Gold, drei Mal Silber, ein Mal Bronze gilt Peking in der Vorarlberger Bilanz als erfolgreichste Winterspiele aller Zeiten. 1992 in Albertville waren es sechs Mal Edelmetall (1/4/1). Liensberger und Strolz ergatterten im Teambewerb die Goldmedaillen 12 und 13 für das Ländle. Insgesamt hält Vorarlberg damit bei 31 Stockerlplätzen bei Olympischen Winterspielen.

Vier Goldene und zwei Silberne bedeuten für den Vorarlberger Skiverband die Nummer-eins-Position in der inoffiziellen Bundesländerwertung. „Dass wir am Ende als bestes österreichisches Bundesland dastehen, ist natürlich besonders erfreulich“, sagt VSV-Präsident Walter Hlebayna. „Der Dank gilt allen Trainern, Funktionären, Betreuern, Sponsoren und auch den Familien der Sportler: Sie alle haben einen wertvollen Beitrag zu den großartigen Erfolgen geleistet.“

„Ein unheimlich schöner Abschluss der Spiele. Ich bin sehr dankbar, dass ich Teil dieses Teams sein darf.“

Österreichs Gold-Helden im Mixed-Teambewerb: Katharina Huber, Stefan Brennsteiner, Katharina Liensberger, Michael Matt, Katharina Truppe und Johannes Strolz.apa
Österreichs Gold-Helden im Mixed-Teambewerb: Katharina Huber, Stefan Brennsteiner, Katharina Liensberger, Michael Matt, Katharina Truppe und Johannes Strolz.apa