Versöhnung nach schwierigem Jahr

Sport / 20.02.2022 • 18:58 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Für Katharina Liensberger verlief die vergangene Skisaison nicht immer einfach, umso größer war die Freude über ihr zweites olympisches Edelmetall im Teambewerb.AFP
Für Katharina Liensberger verlief die vergangene Skisaison nicht immer einfach, umso größer war die Freude über ihr zweites olympisches Edelmetall im Teambewerb.AFP

Motivierte Liensberger: „Ich will das Jahr stark abschließen!“

Yanqing Die zwei Medaillen in Yanqing nimmt Skirennläuferin Katharina Liensberger nicht als selbstverständlich. Denn die aktuelle Weltcupsaison gestaltete sich schwierig. Der so erfolgreich verlaufene vergangene Winter mit den WM-Titeln im Slalom und Parallelrennen sowie dem Gewinn der Slalomkugel schien wie eine Last auf ihren Schultern zu liegen. „Umso schöner ist es, dass ich wieder zurückgekommen bin. Gerade bei dem Großereignis, bei Olympia, das nur alle vier Jahre stattfindet.“

Schon nach der Silbermedaille im Slalom hatte die 24-jährige Göfnerin erklärt, dass es sie fertigmache, wenn die Energie nicht vorhanden sei, um ihre Ziele zu erreichen. „Manchmal will ich das überspielen und denke mir, es geht trotzdem. Aber wenn der Körper nicht mitspielt, kann man noch so viel wollen und tun, dann ist es nicht möglich.“ Der Körper wollte in China ein zweites Mal – im Teambewerb hatte sie als Siegerin in jedem ihrer Duelle maßgeblichen Anteil an der Goldmedaille.

„Dass ich auf diesem hohen Level performen konnte, freut mich riesig. Und zusammen mit meinen Teamkollegen da oben stehen zu können, auf dem höchsten Treppchen, das es gibt, ist natürlich wunderschön. Ich glaube, es gibt nicht viel Schöneres.“ Nach der schwierigen Saison mit Gold und Silber von Olympischen Spielen heimkommen zu dürfen, sei traumhaft. Sie werde ein bisschen regenerieren und dann noch einmal alles in den Weltcup-Endspurt legen. „Ich will das Jahr stark abschließen, es kommen noch ein paar wichtige Rennen, da heißt es wirklich nochmals meine Leistung zu zeigen“, sagte sie nach der Siegerehrung.

Nach der so erfolgreichen Saison 2020/21 wartet Liensberger in diesem Winter noch auf einen Weltcupsieg, mehrere Verkühlungen und eine Coronainfektion brachen immer wieder ihren Rhythmus, sie kam nie in den Flow. „Die vergangene Saison war von dem, was ich gezeigt habe, auf einem Meganiveau.“ Auf die Olympischen Spiele sei von allen Seiten der Focus gerichtet gewesen. „Dass es mir da gelingt, wirklich wieder so zu fahren, wie ich mir das vorstelle, vor allem, dass ich die Energie gehabt habe, das so zu zeigen, dafür bin ich unglaublich dankbar.“ So leicht war dies nicht, denn die Kälte ging allen in die Knochen. „Ehrlich gesagt war es bei der Siegerehrung ein bisschen grenzwertig. Mir war so kalt.“