Eine verheißungsvolle Premiere

Sport / 23.02.2022 • 21:03 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Lara Vadlau und Lukas Mähr haben in ihrer Olympiakampagne für Paris 2024 ein hoffnungsvolles Debüt abgeliefert.
Lara Vadlau und Lukas Mähr haben in ihrer Olympiakampagne für Paris 2024 ein hoffnungsvolles Debüt abgeliefert.

470er-Segelduo Lara Vadlau und Vorschoter Lukas Mähr mit Rang drei bei erstem Regattastart.

Vilamoura Der erste gemeinsame Auftritt hat den Appetit auf mehr geweckt. Beim ersten gemeinsamen Regattastart lieferte das neuformierte 470er-Segelduo Lara Vadlau und Vorschoter Lukas Mähr eine bärenstarke Performance ab und sicherte sich beim Porugal Grand Prix vor Vilamoura an der Algarve unter 29 Teams aus elf Nationen den dritten Endrang. Die 27-jährige Kärntnerin und der um vier Jahre ältere Bregenzer erreichten in den acht Wettfahrten zwei erste, einen dritten, zwei fünfte sowie je einen achten und elften Platz und mussten mit 34 Punkten lediglich zwei prominent besetzten Duos den Vortritt lassen. Den Sieg holten sich die Spanier Jordi Xammar/Nora Brugmann vor den Briten Martin Wrigley/Eilidh McIntyre. Xammar holte bei den olympischen Sommerspielen 2021 in Tokio bei den Männern Bronze und McIntyre wurde mit Hannah Mills Olympiasiegerin bei den Frauen.

Richtig einordnen

Trotz der Freude über den verheißungsvollen ersten gemeinsamen Auftritt wollte Mähr die erfreuliche Platzierung nicht überbewerten: „Natürlich ist das Ergebnis erfreulich. Doch die Endplatzierung war eigentlich zweitrangig. Im Vordergrund stand klar die eigene Leistung und Teamfähigkeit unter Regattastress und nicht die Endwertung“, erklärte Mähr, der bei der WM im Febraur 2021, ebenfalls in Vilamoura, nach 15-jähriger Zusammenarbeit mit Steuermann David Bargehr seine letzte Regatta bestritt und sich erst vor wenigen Wochen zu einem Comeback entschloss. „Es waren zwar einige sehr starke Teams am Start, aber längst noch nicht alle Topteams. Deshalb heißt es die Leistung entsprechend einzuordnen. Wichtig war zu sehen, ob im Wettkampf die Chemie passt und wir den Fokus auf den Punkt bringen“, erklärte der Vorschoter und ergänzt: „Man darf sich nach der kurzen Zusammenarbeit keine Wunderdinge erwarten. Es wartet noch sehr viel Arbeit auf uns, aber die Richtung passt und stimmt uns absolut zuversichtlich.“

Während der letzte Einsatz von Mähr vor elf Monaten war, gönnte sich Valdau sogar eine über fünfjährige schöpferische Pause. Mit je zwei Welt- und Europameistertiteln gehört die gebürtige Steirerin zu Österreichs erfolgreichsten Seglerinnen. Vadlau nahm bereits 2012 und 2016 an Olympischen Spielen teil und entschloss sich nach Beendigung ihres Medizinstudiums und dem Einstieg ins Berufsleben zu einem Comeback im bei den 2024 in Paris erstmals im olympischen Programm aufscheinenden Mixed Two Person Dinghy. Nach drei intensiven Trainingsblöcken vor Split und lediglich zwei Wochen Vorbereitung wollte Valdau dem Premierenauftritt mit Mähr ebenfalls keine zu große Bedeutung beimessen: „Wir haben im Dezember 2021 unsere Olympiakampagne für die Sommerspiele 2024 gestartet, sind nach gerade einmal 15 Trainingstagen in unsere erste Regatta gestartet. Natürlich spüre ich die jahrelange Segelpause, mache noch jede Menge unnötige Fehler. Speziell bei Starkwind fehlt noch die Selbstverständlichkeit und damit auch die Sicherheit, aber das war von vornherein auch zu erwarten. Dem ist nur mit möglichst vielen Wasserstunden und einem kontinuierlichen Aufbau beizukommen. Wir ergänzen uns bestens, wissen beide, was wir wollen und freuen uns auf die Fortsetzung unseres Projektes.“

Nächster Start im April

Bereits in fünf Wochen wartet mit der Trofea Princesa Sofia (4. bis 9. April) vor Mallorca der erste echte Gradmesser. „Bis dahin gilt es im Training an den richtigen Schrauben zu drehen und die Betreuerfrage final zu klären.“ Weitere Saisonhöhepunkte sich die Europameisterschaft im September in Cesme (Türkei) und die WM vom 21. bis 29. Oktober in Sdot Yam (Israel). Ob das 470er-Duo dazwischen auch bei den Weltcups an den Start gehen wird, soll kurzfristig entschieden werden. VN-JD

„Es wartet noch viel Arbeit auf uns, aber die Richtung passt und stimmt uns zuversichtlich.“

Die drittplatzierten Lara Valdau und Vorschoter Lukas Mähr erreichten in acht Wettfahrten u. a. zwei erste, einen dritten und zwei fünfte Ränge.Candidate Sailing/Dominik Matesa
Die drittplatzierten Lara Valdau und Vorschoter Lukas Mähr erreichten in acht Wettfahrten u. a. zwei erste, einen dritten und zwei fünfte Ränge.Candidate Sailing/Dominik Matesa
Eine verheißungsvolle Premiere