Das wäre für Horst Lumper der “falsche Zeitpunkt”

Sport / 29.03.2022 • 07:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das wäre für Horst Lumper der "falsche Zeitpunkt"
Für VFV-Präsident Horst Lumper steht fest: Es bedarf nach dem WM-Aus und dem Ende der Teamchef-Ära von Foda keiner Analyse der Landespräsidenten. Steurer

Nach Rücktritt von Teamchef Franco Foda sieht VFV-Präsident Horst Lumper (60) nunmehr Sportdirektor Peter Schöttel gefordert.

Bregenz Ex-Teamspieler Marc Janko hatte zuletzt mit seiner Kritik an der fehlenden sportlichen Expertise im Österreichischen Fußballbund (ÖFB) aufhorchen lassen. Dies will VFV-Präsident Horst Lumper nicht unbeantwortet lassen, wobei er für Verbesserungen „immer ein offenes Ohr“ habe. Jetzt allerdings sieht er in der Teamchef-Frage in erster Linie Sportdirektor Peter Schöttel gefordert.

Mit Marc Janko hat zuletzt ein Ex-Teamspieler die sportliche Kompetenz des ÖFB-Präsidiums angezweifelt.
Kritik muss erlaubt sein. Fußball ist nun mal ergebnisorientiert, und daran müssen auch wir uns im ÖFB messen lassen. Dass die Strukturen jedoch nicht passen, stimmt für mich so nicht. Das zeigt sich in den Akademien, im Nachwuchs- und im Frauenfußball. Auch das ist der ÖFB. Jetzt zu sagen, es liegt an der Struktur des Verbandes, wenn es im Team nicht läuft, ist mir zu einfach. Die Gründe dafür sehe ich eher mannigfaltig. Umso wichtiger ist nun die Expertise des Sportdirektors.

Allerdings, so heißt es immer wieder, gebe es auch massive Differenzen unter den Landespräsidenten.
Ich formuliere es mal etwas galanter: Die Stimmung intern hat gelitten. Das darf für einen Spieler jedoch niemals eine Entschuldigung für die Leistung auf dem Platz sein. Wir im Präsidium sind nicht die Experten, deshalb ist jetzt die Sportabteilung gefragt. Persönlich darf man sich schon wundern, wenn Spieler – subjektiv gesehen – nicht alles aus sich rausholen. Das heißt nicht, dass sie nicht wollen. Doch es macht einen Unterschied zwischen wollen und unbedingt wollen. Vielleicht braucht es einen Teamchef, der die letzten Prozent aus jedem Spieler herausholt. Deshalb kommt der Arbeit von Peter Schöttel große Bedeutung zu.

Dabei gab es zuletzt von außen und auch von innen ebenfalls kritische Töne, die Arbeit von Peter Schöttel betreffend.
Es ist jetzt der falsche Zeitpunkt, über die Personalie Peter Schöttel zu streiten. Fakt ist, dass wieder eine WM-Qualifikation nicht geschafft wurde. Damit will ich nicht sagen, dass alles schlecht war oder ist. Doch es gehört genau aufgearbeitet. Und da müssen wir auch um die zukünftige Ausrichtung im ÖFB diskutieren.

Was verstehen Sie darunter?
In allen Bundesländern kümmern sich Sportdirektoren um die sportliche Ausrichtung. Da müssen wir nichts neu erfinden. Es sei jedoch erlaubt, darüber zu sprechen, wohin sich unser Fußball entwickeln soll. Die Diskussion muss von Fachleuten geführt werden, wir im Präsidium sind dafür da, die Umsetzung zu ermöglichen.

Vorerst gilt es jedoch, so schnell wie möglich einen Nachfolger für Franco Foda zu finden. Gibt es Ihrerseits Präferenzen?
Noch einmal: Wie wir spielen wollen und wer neuer Teamchef wird, ist nicht meine Sache. Aus dieser Diskussion halte ich mich raus, dasselbe rate ich meinen Präsidiumskollegen. Für uns gilt die Devise: Es muss der beste bezahlbare Trainer sein. Ich denke, der Teamchef-Posten in Österreich ist sportlich sicherlich eine interessante Aufgabe, wenngleich wir bezüglich Salär mit den Topnationen nicht mithalten können.