Nach Fliegertor auf der Überholspur

Sport / 06.04.2022 • 22:39 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Matic Kotar verwertete in der Schlussekunde den Fliegerpass von Claudio Svecak und erzwang damit die Verlängerung beim 29:26-Cuperfolg in Linz.GEPA
Matic Kotar verwertete in der Schlussekunde den Fliegerpass von Claudio Svecak und erzwang damit die Verlängerung beim 29:26-Cuperfolg in Linz.GEPA

Bregenz Handball steht nach 29:26-Erfolg in Linz im Final-Four-Turnier des ÖHB-Cups.

Linz Es war der zuvor erwartete Handballkrimi, der nach 70-minütigem Duell mit einem Happy End für Bregenz Handball seine Krönung fand. Im Kampf um das letzte Ticket für das Final-Four-Turnier des ÖHB-Cups am 6./7. Mai lieferten sich Linz und Bregenz ein von der ersten Sekunde an mitreißendes K.-o.-Duell auf Augenhöhe mit allen Facetten. „Es war eine wahnsinnige Partie, die in beide Richtungen hätte kippen können und in der wir am Ende die etwas glücklichere Mannschaft waren“, betonte Bregenz-Geschäftsführer Tyrner, der die Partie vor Ort verfolgte.

Sowohl die gastgebenden Stahlstädter als auch die Gäste aus dem Ländle präsentierten sich vom Anpfiff an hellwach und fokussiert. Im Mittelpunkt von Beginn an die beiden Abwehrreihen und die beide Goalies: Sowohl David Zwicklhuber als auch Ralf-Patrick Häusle konnten sich mehrfach auszeichnen und trugen mit ihren Paraden dazu bei, dass in der ersten Halbzeit lediglich 21 Tore (11:10) fielen.

Ausgleich nach Geniestreich

Nach Wiederbeginn war es dann Bregenz, das mit einem 4:0-Lauf einen Zwei-Tore-Rückstand (12:14) in eine 16:14-Führung (40.) verwandelte und mit einem erstmaligen Drei-Tor-Polster (19:16) in die letzten zwölf Minuten der regulären Spielzeit startete. Doch die Linzer, die seit Oktober acht ihrer neun Heimspiele siegreich beendeten, stemmten sich mit aller Vehemenz gegen die Niederlage und die unermüdlichen Bemühungen schienen nach einem 5:1-Lauf auf 21:20 von Erfolg gekrönt.

Nach der Auszeit nahm Bregenz-Coach Markus Burger in den letzten fünf Sekunden trotz Unterzahl Goalie Häusle vom Feld und schickte Spielmacher Matic Kotar aufs Parkett. Während die Linzer mit einem Wurf aus dem Rückraum rechneten, spielte Kotar den Ball zu Claudio Svecak auf die linke Flügelposition. Svecak stieg parallel zur Torlinie hoch, doch statt aufs Tor zu werfen spielte er den in den Kreis springenden Kotar an und dieser verwertete den Fliegerpass zum umjubelten 21:21-Ausgleich. „Ich weiß nicht, ob dies so geplant oder abgesprochen war. Es war auf jeden Fall ein Geniestreich von beiden. Wir waren eigentlich schon aus dem Bewerb und haben mit Glück den Kopf aus der Schlinge gezogen“, beschreibt Tyrner die letzten drei Sekunden.

Esegovic mit Doppelpack

In der Verlängerung setzte sich das Kopf-an-Kopf-Duell bis zum 24:24 (65.) fort, ehe Bregenz zum finalen Sturmlauf auf die Überholspur wechselte. Nach einem Doppelpack von Ante Esegovic in 57 Sekunden und dem Tor von Luka Vukicevic zum 28:25 war die Entscheidung gefallen. 14 Sekunden vor dem Ende krönte Häusle nach seiner x-ten Parade mit dem Wurf über das gesamte Feld zum 29:25 seine überragende Leistung und den Einzug in Final-Four-Turnier. VN-JD

„Der Ausgleich war ein Geniestreich. Danach hätten wir auch das Glück auf unserer Seite.“

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