Deshalb ist gegen Island die Abwehr der Knackpunkt

Sport / 12.04.2022 • 23:31 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Deshalb ist gegen Island die Abwehr der Knackpunkt
Zwei bestens aufgelegte Rückkehrer und der Kapitän: Lukas Hutecek, Mykola Bilyk und Boris Zivkovic (von links). Steurer

Österreichs Handball-Nationalmannschaft erwartet am Mittwoch (18 Uhr) in Bregenz eine Riesenaufgabe. Im WM-Play-off ist Gegner Island favorisiert.

Bregenz Alles steht und fällt mit der Abwehrleistung. Dessen ist man sich im Lager der Österreicher vor dem WM-Quali-Hit heute (18 Uhr) gegen Island bewusst. Die Handballer von der Insel sind mit Sicherheit das schwerste Los im Play-off, nicht zuletzt ob ihrer Qualitäten im Eins-gegen-Eins-Spiel. In Videoanalysen hat Teamchef Ales Pajović seinen Spielern das vor Augen geführt.

„Bei Island kommt Gefahr von jeder Seite. Man kann sich nicht auf einen Spieler konzentrieren.“

Ales Pajovic, ÖHB-Teamchef
ÖHB-Teamchef Ales Pajovic hofft auf eine Überraschung durch seine Schützlinge. <span class="copyright">Steurer</span>
ÖHB-Teamchef Ales Pajovic hofft auf eine Überraschung durch seine Schützlinge. Steurer

Viel mehr wollte der 43-Jährige auf den Gegner gar nicht eingehen. „Über Island könnte ich sehr lange reden, wichtiger ist, dass wir uns auf unser Spiel konzentrieren.“ Und da wird eine saubere Defensivleistung das Um und Auf sein. „Wenn die Abwehr gut spielt, so wie gegen Estland, dann ist auch der Tormann gut“, erinnerte Pajović an die jüngsten Partien. Da hatte der im Team noch unerfahrene Ralf Patrick Häusle von Bregenz eine gute Figur abgegeben. „Er hat das super gemacht“, gab es dafür Lob vom Teamchef. Der 27-Jährige wird auch heute wieder gefragt sein.

Handball

IHF World Championship 2023

Termin: 11. bis 29. Jänner 2023

Ausrichter: Polen und Schweden

Titelverteidiger: Dänemark

WM Play off, Hinspiel

Österreich – Island heute

Bregenz, Handball Arena, 18 Uhr

ORF Sport+ überträgt live

WM Play off, Rückspiel

Island – Österreich 16. April

Hafnarfjordur, 18 Uhr

Erster Teameinsatz als Papa

Froh, wieder dabei zu sein, ist Rückkehrer Boris Zivkovic. Der 29-jährige Polen-Legionär hatte gegen Estland („Da habe ich zu Hause mitgefiebert“) wegen der Geburt seines Sohnes Alexander gefehlt. Mit ihm kehrt noch ein zweiter Rückraum-Akteur, Lukas Hutecek, ins Team zurück. Das wiederum eröffnet dem Teamchef ein variantenreicheres Spiel, sowohl offensiv als auch defensiv. Vor allem im Angriff kann sich Pajović durchaus vorstellen, hin und wieder einen siebten Feldspieler zu bringen. „Ich bin zwar kein absoluter Fan davon, aber es eröffnet neue Chancen, wenn wir uns schwer tun.“ Hutecek spricht in diesem Zusammenhang von „einfachen Toren“ und nennt dafür das Tempospiel als beste Möglichkeit.
Von „Lösungen finden“ spricht im Vorfeld auch Mykola Bilyk. „Es wird wichtig für uns sein, die Zweikämpfe zu gewinnen, mit dem Kreisläufer und mit Einläufen gut zu arbeiten.“ Die Erklärung hierfür liefert der Kapitän gleich mit: „Island hat in der Defensive nicht so große Leute, sie bauen dennoch auf 1:1-Situationen, kommen früh raus, um zu stören und gehen immer wieder in die 3:3-Deckung.“

Deshalb ist gegen Island die Abwehr der Knackpunkt

Vor dem Wiedersehen lief der Schmäh

Für Hutecek bringt das Spiel auch ein Wiedersehen mit Lemgo-Klubkollege Bjarki Mar Elisson. Klar, dass zwischen beiden in den gemeinsamen Tagen zuvor schon ein wenig der Schmäh lief. „Aber sie wissen schon, dass wir eine gute Mannschaft haben“, ist sich der 21-jährige Deutschland-Legionär, der nach seiner Fußverletzung im Klub Spielpraxis sammelte, sicher. „Der Fuß ist wieder gut. Jetzt habe ich einfach riesig Bock auf die beiden Spiele.“ Seine Ansage an den Gegner und seinen Klubkollegen ist deshalb eine klare: „Ihr müsst schon ein richtig gutes Spiel machen, um uns zu besiegen.“
Lobende Worte für den Gegner findet abschließend auch noch Bilyk. „Für mich sind sie ein Geheimfavorit für die kommenden internationalen Aufgaben“, streut der 25-Jährige den Isländern Blumen. „Sie zu schlagen, wäre etwas ganz Großes. Sie zählen aktuell zu den Top-Fünf-Nationen Europas.“

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