Österreich kratzte am Eisberg

Sport / 13.04.2022 • 22:02 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Islands bester Mann auf dem Feld, Bjarki Mar Elisson, erzielte elf Treffer, ließ dabei auch Lokalmatador Ralf Patrick Häusle im Tor der Österreicher keine Chance.gepa
Islands bester Mann auf dem Feld, Bjarki Mar Elisson, erzielte elf Treffer, ließ dabei auch Lokalmatador Ralf Patrick Häusle im Tor der Österreicher keine Chance.gepa

Handball-Nationalteam kann trotz 30:34-Niederlage gegen Island mutig ins Rückspiel gehen.

Bregenz Standing Ovations für Österreichs Nationalmannschaft in der Bregenzer Handball Arena Rieden nach Schlusspfiff – trotz Niederlage gegen Island im Hinspiel im Play-off zur WM-Qualifikation. Ovationen, die sich die Truppe von Teamchef Ales Pajovic redlich verdient hatte. Mit viel Willen und Kampfkraft stemmte man sich gegen die vor dem Match als übermächtig eingestufte Topnation. Die von Start weg zeigte, dass man nicht umsonst zu den fünf besten Handballteams Europas zählt.

Nach 17 Minuten, in denen Österreich mit den beiden starken Rückkehrern Boris Zivkovic (6 Tore) und Lukas Hutecek (4 Tore) den Gästen durchaus Paroli bieten konnten (16./8:8), nahmen die Isländer die Partie in die Hand. Angeführt vom überragenden Flügelspieler Bjarki Mar Elisson (8 Tore in Durchgang eins) zogen die Nordmänner davon. Auch weil Österreich in Person von Nikola Bilyk und Tobias Wagner nur den Pfosten traf (22.), Island dies gnadenlos ausnützte und bis zur Halbzeit mit 18:13 führte. „Wir haben etwas gebraucht, um in die Partie zu kommen. Dann haben wir aber unser Spiel in der Deckung gefunden und in der Offensive konzentriert agiert. Das Gesicht der ersten Halbzeit hat mir gefallen, das in der zweiten weniger“, analysierte Elisson nach Spielende.

Comeback von Österreich

Die Gründe für den Unmut des Flügelspielers lagen auf der Hand. Österreich kam mit viel mehr Elan als in Durchgang eins zurück auf die Platte. Schaffte man es in den ersten 30 Minuten kaum, die Isländer in Bewegung zu bringen, gelang dies nun zunehmend besser. Die Partie entwickelte sich zu einem wahren Schlagabtausch. Österreichs Torhüter Ralf Patrick Häusle und Constantin Möstl hatten ihre großen Auftritte. Deren Paraden hauchten dem Spiel der Österreicher wieder Leben ein, dazu lief Flügel Julian Ranftl (5 Tore) zur Hochform auf. Als dann der Bregenzer Robert Weber in Minute 52 per Siebenmeter auf 27:28 stellte, bebte die Halle. Plötzlich lag eine Sensation in der Luft. „Im zweiten Durchgang eröffneten uns die Goalie-Paraden einige leichte Tore, die wir zuvor nicht hatten. Dadurch wurde es auf einmal wieder spannend“, erklärte Routinier Weber, der auch zugeben musste, „dass es am Ende aber extrem schwer ist gegen Island dies dann auch durchzuziehen. Dafür haben sie einfach zu viel Qualität am Parkett.“ So drehte Island in dieser brenzligen Phase durch Tore von Odinn Rikhardsson und Kapitän Aron Palmarsson erneut auf und brachte den Auswärtssieg über die Runden. Ärgerlich für Kapitän Bilyk, der sich selbst nach Spielende in die Pflicht nahm. „Wir haben offensiv einige Fehler im Abschluss gemacht, da nehme ich mich nicht aus. Unser Ziel ist es, im Rückspiel vielleicht um eine Spur besser zu agieren, dann schauen wir, was herauskommt“, so der sechsfache Torschütze.

Lob vom Teamchef

Österreichs Teamchef Pajovic vergab trotz Niederlage ein Pauschallob an seine Mannschaft: „Leider haben wir nach unserem Comeback in Halbzeit zwei unsere Chancen im Angriff nicht nutzen können. Aber minus vier gegen eine so starke Mannschaft ist okay.“, so der Slowene. Islands Elisson ist für das Rückspiel am Samstag gewarnt, „denn Österreich hat gezeigt, dass mit ihnen zu rechnen ist. Es ist erst Halbzeit, es stehen noch harte 60 Minuten an.“ Bezeichnend dafür: Österreich hat Durchgang zwei mit 17:16 für sich entscheiden können.

„Mit minus vier Toren gegen so eine starke Mannschaft zu verlieren, ist absolut okay.“

Tobias Wagner und Co. stemmten sich wagemutig gegen die Topnation Island und brachten die Halle in Bregenz-Rieden zum Beben. Am Ende hieß es 34:30 für die Nordmänner, am Samstag folgt das Rückspiel in Island.gepa
Tobias Wagner und Co. stemmten sich wagemutig gegen die Topnation Island und brachten die Halle in Bregenz-Rieden zum Beben. Am Ende hieß es 34:30 für die Nordmänner, am Samstag folgt das Rückspiel in Island.gepa
Tobias Wagner und Co. stemmten sich wagemutig gegen die Topnation Island und brachten die Halle in Bregenz-Rieden zum Beben. Am Ende hieß es 34:30 für die Nordmänner, am Samstag folgt das Rückspiel in Island.gepa
Tobias Wagner und Co. stemmten sich wagemutig gegen die Topnation Island und brachten die Halle in Bregenz-Rieden zum Beben. Am Ende hieß es 34:30 für die Nordmänner, am Samstag folgt das Rückspiel in Island.gepa

28. Weltmeisterschaft der Männer 2023 in Polen und Schweden

Veranstaltungszeitraum:  12. bis 29. Jänner

Zweite Play-off-Runde  

Österreich – Island 30:34 (13:18)

Handballarena Rieden, 1750 Zuschauer, SR Boricic/Markovic (SRB)

Torfolge: 6. 2:2, 11. 5:6, 16. 8:8, 20. 9:12, 25. 11:16, 36. 16:21, 40. 19:24, 45. 21:27, 50. 26:28, 52. 27:28, 56. 29:32

Österreich: Häusle, Möstl; Weber 4/2, Frimmel 2, Dicker, Schweighofer, Zivkovic 6, Mittendorfer, Ranftl 5, Damböck, Kofler, Bilyk 6, Wagner 3, Hutecek 4 Stevanovic, Miskovez

Island: Gustavsson, Hallgrimsson; Rikhardsson 7, Elisson 11/4, Palmarsson 4, G. Kristjansson 4, Magnusson 3, Jonsson 1, Gioslason 1, Vidarsson 1, Smarason 1, Asgeirsson 1, V. Kristjansson, Einarsson, Borkelsson

Island – Österreich Samstag, 18 Uhr (MEZ)

Hafnarfjördur, SR Gasmi/Gasmi (FRA); Live ORF Sport+

Die weiteren Begegnungen  Hinspiel Rückspiel

Tschechien – Nordmazedonien  24:24 (10:13) Sonntag, 19.00 Uhr

Griechenland – Montenegro 25:23 (15:10) Sonntag, 18.00 Uhr

Portugal – Niederlande Donnerstag, 20.00 Uhr Sonntag, 14.00 Uhr

Deutschland – Faröer 34:26 (17:11) Samstag, 20.00 Uhr

Finnland – Kroatien 21:34 (9 :16) Samstag, 18.00 Uhr

Slowenien – Serbien 31:34 (16:20) Samstag, 18.00 Uhr

Israel – Ungarn 32:33 (18:17) Samstag, 17.30 Uhr

Belgien – Weißrussland 20:0* (strafverifiziert)

Bereits fix qualifziert: Polen und Schweden (Ausrichter), Dänemark (Titelverteidiger) plus Spanien, Frankreich und Norwegen (EURO 2022)