Derby ohne Höhepunkte

Sport / 19.04.2022 • 23:08 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

In den Fußball-Geschichtsbüchern wird das neunte Zweitliga-Derby zwischen Austria Lustenau und dem FC Dornbirn nur eine Randnotiz sein. Beim 4:0-Erfolg der Grün-Weißen fehlte das Salz in der Suppe. Vor allem von den Messestädtern war ich enttäuscht. Dabei waren die Vorzeichen für ein heißes, emotionales Duell gegeben, geht es doch für die Austria um den Aufstieg in die Bundesliga und für Dornbirn um den Klassenerhalt.

Austria-Cheftrainer Markus Mader blieb seiner Spielanlage treu, ließ seine Mannschaft wie gewohnt in einer 4-2-3-1-Grundordnung agieren. In der Offensive sollten die Flügel Michael Cheukoua und Anderson für Druck über die Seiten sorgen. Auf der Zehner-Position wirbelte Muhammed Cham vor der Dornbirner Defensive. An vorderster Front kam Bryan Teixeira zum Einsatz. Dornbirn-Coach Muhammed Akagündüz setzte im Derby auf ein 4-1-4-1, wollte somit in der Mittelfeldzentrale für Kompaktheit sorgen. In den ersten 20 Minuten hatte dies auch gut funktioniert. Die Austria kontrollierte zwar das Spiel, konnte aber keine Großchancen erspielen.

Auffallend in dieser Phase: Beim Tabellenführer fehlte ein gutes Kombinations- bzw. Positionsspiel, Halbchancen ergaben sich meist aus Einzelaktionen. Dornbirn hätte etliche Nadelstiche setzen können, doch das Umschaltspiel war an diesem Tag einfach nicht gut genug. Einzig Patrik Mijic und Amir Abdijanovic konnten die eine oder andere Offensivaktion starten. Dass die Austria die Führung in Unterzahl (Matthias Maak wurde nach einem Foulspiel behandelt) erzielen konnte, spricht zudem nicht gerade für die Cleverness bzw. das Abwehrverhalten der Dornbirner.

Mader reagierte nach der Halbzeit und brachte Wallace anstelle von Anderson. Somit wechselte Cheukoua auf seine gewohnte rechte Seite, Wallace nahm die linke Flügelposition ein. Ein Schachzug, der früh Wirkung zeigte. Denn der 23-jährige Brasilianer erzielte mit etwas Glück das 2:0. Dieser zweite Treffer wirkte wie ein K.- o.-Schlag für Dornbirn. Dazu kam der Dreifachtausch, der für mich nicht ganz nachvollziehbar war. Okay, Aaron Kircher war angeschlagen ins Spiel gegangen und hatte seinen Dienst geleistet. Aber die Auswechslungen von Abdijanovic und Stefan Wächter – für mich beide gut im Spiel – waren schlechte Entscheidungen. Auch die Einwechslung von Franco Joppi auf die Innenverteidigerposition, obwohl mit Mario Jokic ein gelernter Veteidiger auf der Bank saß, hat mich verwundert.

Mein Fazit: Die Austria durfte sich über wichtige drei Punkte freuen. In dieser Phase der Meisterschaft gibt es sowieso keinen Schönheitspreis zu vergeben. Vielmehr ist in der Titelentscheidung Geduld gefragt. Für den FC Dornbirn wünsche ich mir mehr Zusammenhalt auf dem Platz, um im Kampf um den Klassenerhalt bestehen zu können.