Türkische Luft tut gut

Sport / 21.04.2022 • 19:01 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Dornbirnerin Julia Grabher spielt heute beim WTA-Turnier in Istanbul gegen die Nummer 24 der Welt, Sorana Cirstea (Rou), um den nächsten Meilenstein ihrer Karriere.gepa
Die Dornbirnerin Julia Grabher spielt heute beim WTA-Turnier in Istanbul gegen die Nummer 24 der Welt, Sorana Cirstea (Rou), um den nächsten Meilenstein ihrer Karriere.gepa

Julia Grabher spielte sich beim WTA-Turnier in Istanbul in ihr erstes Viertelfinale.

Istanbul Österreichs aktuelle Nummer eins im Tennis fühlt sich pudelwohl unter der türkischen Sonne. Julia Grabher legte nach ihren starken Auftritten beim Billie Jean King Cup im Nationalteam beim WTA-Turnier in Istanbul gleich nach und schaffte es durch einen 7:5, 6:2-Sieg über die Lokalmatadorin Pemra Özgen erstmals in ihrer Karriere in ein Viertelfinale. „Ich habe die Form aus dem Fed-Cup mitgenommen nach Istanbul“, erzählt die 25-Jährige an ihrem spielfreien Tag in Istanbul.

Selbstvertrauen

Die Gründe für ihre Leistungsexplosion am Bosporus hat die Dornbirnerin schnell bei der Hand: „Ich habe eigentlich schon die letzten Monate gut gespielt und trainiert, es aber nicht geschafft, die Leistungen auf den Court zu transportieren. In der Türkei ist es mir dann aufgegangen.“ Den gordischen Knoten löste Grabher nach eigenen Angaben beim Sieg im Billie Jean King-Cup über die Slowenin Tamara Zidansek. Mit 6:4, 3:6, 6:2 schaffte es Grabher erstmals, eine Spielerin auf Platz 27 der Weltrangliste zu besiegen. „Ich kannte Tamara aus der Jugend und habe mir Chancen ausgerechnet, sie zu besiegen. Der Erfolg hat mir in Folge schon einiges an Selbstvertrauen gegeben. Ich wusste, wenn ich mein Spiel durchziehe, kann ich jede schlagen. Mit dieser Einstellung bin ich auch nach Istanbul gefahren“, so Grabher.

Dass sie aus Sicht des österreichischen Damentennis mit dem Einzug ins Viertelfinale einen Meilenstein setzte – denn seit Tamira Paszek (Washington DC, im Juli 2016) hatte bloß Barbara Haas (Gstaad im Juli 2017, Hua Hin im Februar 2020) zweimal einen Hauptbewerbssieg auf der WTA-Tour verzeichnen können – lässt die 25-Jährige kalt. Auch, dass sie wie Paszek 2016 in Birmingham gleich zwei Siege feierte: „Die Vergangenheit kann ich nicht beeinflussen, wichtig ist was in der Gegenwart und Zukunft passiert.“

Gegen die Nummer 24 der Welt

Die unmittelbare Gegenwart heißt heute am frühen Nachmittag Viertelfinale gegen die Nummer 24 der Welt, Sorana Cirstea. Die Rumänin setzte sich im Achtelfinale gegen die Niederländerin Arantxa Rus mit 3:6, 6:1, 7:5 durch und stellt nun die Hürde für Grabhers Einzug ins Halbfinale dar. „Ich freue mich total auf die Partie, habe rein gar nichts zu verlieren. Wobei ich überzeugt bin, wenn ich weiter mein Potenzial ausschöpfe, kann ich auch für Cirstea gefährlich werden“, geht Grabher voll motiviert in ihr erstes WTA-Viertelfinale. Erfahrungen gegen das rumänische „Tennis-Model“ konnte die Dornbirnerin bereits beim WTA-Turnier 2020 in Linz sammeln. Wenn auch nur kurz. Denn in der ersten Runde des Heimevents musste Grabher beim Stand von 3:2 w.o. geben.

„Ich weiß, dass ich, wenn ich mein Spiel durchziehe, jede Spielerin besiegen kann.“