Nach Eklat beim VFV-Cup: Rassismusvorwurf beschäftigt Instanzen

Sport / 29.04.2022 • 09:16 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Nach Eklat beim VFV-Cup: Rassismusvorwurf beschäftigt Instanzen
Für die Zuschauer in Bizau war die Partie zur Halbzeit beendet. Steurer

Nach dem Spielabbruch in Bizau ist eine gesonderte STRUMA-Sitzung geplant.

Schwarzach Hart, fair und spannend – so beschreibt Schiedsrichter Matthias Winsauer am Tag danach das von ihm geleitete Cupmatch zwischen Bizau und Rotenberg. Absolut nichts habe darauf hingedeutet, dass die Partie mit einem Eklat zur Pause enden sollte.

“Deeskalierend einwirken”

Gut 30 Sekunden wären auf seiner Uhr noch zu spielen gewesen, als vor einem Freistoß die Situation eskalierte. Nach Gesprächen mit beiden Trainern pfiff Winsauer zur Halbzeit, um „deeskalierend einzuwirken“, so der 42-Jährige. Zumal es auch keine Tumulte gab. Das Auswärtsteam – FC Rotenberg – allerdings blieb in der Kabine und verweigerte die zweite Halbzeit. Im Raum stand eine rassistische Beleidigung gegen einen Spieler – die VN berichteten. Dafür, so Winsauer, gebe es aber keine Zeugen. Die divergierenden Aussagen beider Spieler – die Namen sind den VN bekannt – wurden vom Unparteiischen daraufhin in Einzelgesprächen mit den Betroffenen dokumentiert und in schriftlicher Form an den Vorarlberger Fußballverband (VFV) übermittelt. „Hätte es eine Bestätigung des Vorwurfs gegeben, so hätte ich die Partie unverzüglich abgebrochen“, sagte Winsauer und verweist auf die Null-Toleranz-Strategie im Fußball in Sachen Rassismus. „So aber habe ich zwei unterschiedliche Aussagen von Spieler A und Spieler B aufgenommen.“

Die Entscheidung, nicht mehr anzutreten, sei von der Mannschaft des FC Rotenberg ausgegangen. Lobende Worte hingegen fand Winsauer für die Verantwortlichen beider Klubs. Beide Lager hätten sich klar gegen Rassismus ausgesprochen, auch sei man jeweils der Darstellung des eigenen Spielers gefolgt.

„Niemand auf dem Platz, kein Trainer, kein Mitspieler und kein Zuschauer, konnte die Worte der beiden Spieler bestätigen.“

Matthias Winsauer, Schiedsrichter

Diffizile Sachlage

Nun obliegt es dem Straf-, Kontroll-, Melde- und Beglaubigungsausschuss (STRUMA) des heimischen Fußballverbandes, Licht in die Sache zu bringen. Eine diffizile Angelegenheit, wie auch der STRUMA-Vorsitzende Hans Bertsch weiß. Zumal eine Entscheidung eilt, wird doch kommende Woche das Viertelfinale im VFV-Uniqa-Cup gespielt. Deshalb geht Bertsch davon aus, dass die Kommission sich schon kommenden Dienstag zusammensetzen wird. „Wir werden uns die Sachlage ganz genau anschauen“, erklärt er. Vorgeladen werden neben den beiden involvierten Spielern auch die Trainer der Klubs. Bertsch schließt auch nicht aus, dass weitere Zeugen angehört werden. Zumal für den ehemaligen Obmann des FC Kennelbach als STRUMA-Mitglied Beleidigungen auf dem Fußballfeld seit Jahren zum Verfahrensalltag gehören. Dennoch: „Der Vorwurf von Rassismus ist noch einmal eine andere Ebene.“

„Wir werden angesichts der Rassismus-Vorwürfe ganz genau hinschauen.“

Hans Bertsch, STRUMA-Vorsitzender

Fussball

Uniqa VFV Cup

Viertelfinale, Auslosung

FC Viktoria Bregenz – FC Mohren Dornbirn Juniors

SW Bregenz – SV Gaißau

SC Röfix Röthis – Meusburger FC Wolfurt

Zima FC Rotenberg/Kaufmann Bausysteme FC Bizau – Sparkasse FC BW Feldkirch

Spieltermine: 3. bis 5. Mai

Halbfinale: 17./18. Mai 2022

Finale: 1. Juni 2022 in Hohenems, 19 Uhr


Was die Spielwertung betrifft, so gebe es einige Szenerien. So sei es laut Bertsch möglich, dass die Partie fortgesetzt wird, aber auch eine Strafverifizierung will er nicht ausschließen. Von Langenegger Seite war zu hören: Selbst wenn die Partie 3:0 für Bizau gewertet würde, es sei wichtig gewesen, mit dem Nichtantreten in Hälfte zwei ein „Statement“ abgegeben zu haben.