Offene Fragen und 3:0 für Bizau

Sport / 03.05.2022 • 22:50 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

STRUMA-Entscheidung bezieht sich nur auf das Ergebnis des abgebrochenen Cupspiels.

Hohenems Ganz genau hinsehen wollte man angesichts der im Raum stehenden Rassismusvorwürfe seitens des Vorarlberger Straf-, Kontroll-, Melde- und Beglaubigungsausschusses (STRUMA). Deshalb hatte man auch viele Zeugen zur gestrigen Sitzung geladen. Neben den betroffenen Spielern wollten die Mitglieder auch die Aussagen des Schiedsrichters und von Vereinsfunktionären der beiden beteiligten Klubs Kaufmann Bausysteme FC Bizau bzw. Zima FC Rotenberg hören. Hinter verschlossenen Türen wurde schließlich lange gesprochen, diskutiert und debattiert. Gut zwei Stunden dauerte die Sitzung, ehe das Ergebnis feststand: Das beim Stand von 3:2 für Bizau zur Pause abgebrochene Cupmatch – die Gäste aus Rotenberg waren wegen angeblicher Rassismusvorwürfe in der Kabine geblieben – wurde seitens der VFV-Strafsenats mit 3:0 für das Team der Hausherren gewertet.

Rotenberg verantwortlich

Die einheitliche Meinung der STRUMA: Es gab keinen ersichtlichen Grund für die Gäste aus Rotenberg, nicht mehr zur zweiten Halbzeit anzutreten. Selbst eine deeskalierende Intervention von Schiedsrichter Matthias Winsauer, der in der Halbzeit das Gespräch mit den Verantwortlichen des FC Rotenberg gesucht hatte, war nicht von Erfolg gekrönt gewesen.

Damit für den STRUMA die Schuldfrage für die Vorfälle in Bizau geklärt. Von der zusätzlichen Möglichkeit einer Geldstrafe gegen den FC Rotenberg wurde nicht Gebrauch gemacht. Details zur genauen Urteilsbegründung wurden nicht bekannt. Es war allerdings ein Novum im Vorarlberger Fußball, dass Rassismusvorwürfen einen Spielabbruch nach sich gezogen hat.

Viel Zeit wurde schließlich auch der Argumentation der Spieler bezüglich der Vorwürfe gewidmet. Beide Akteure blieben auch bei der gestrigen Anhörung bei ihrer Version. Während Rotenbergs Spieler seine schwerwiegenden Vorwürfe wiederholte, wurden diese vom beschuldigten Bizau-Kicker mit aller Vehemenz bestritten.

So stand wieder Aussage gegen Aussage, wie VFV-Geschäftsführer Horst Elsner nach der Sitzung wiedergab. Weil zudem keine Anzeige gegen einen der beiden Spieler vorlag, wurde die Sache schließlich zu den Akten gelegt. Es fehlte schließlich an der Beweisbarkeit der Anschuldigungen.

Straffes Programm

Damit steht Bizau nun im Viertelfinale des VFV-Cups und hat erneut Heimrecht. Gegner ist mit den Blau-Weißen aus Feldkirch ein Konkurrent aus der Vorarlbergliga. Die Partie soll am Donnerstag ausgetragen werden. Denn schon kommende Woche stehen die Halbfinalspiele auf dem Programm.