Handball

Sport / 06.05.2022 • 22:44 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Ante Esegovic geigte vor seinem Karriereende noch einmal richtig auf und erzielte elf Tore beim 33:29-Erfolg gegen Hard. Verein/Köss
Ante Esegovic geigte vor seinem Karriereende noch einmal richtig auf und erzielte elf Tore beim 33:29-Erfolg gegen Hard. Verein/Köss

Bregenz zieht mit 33:29 im Halbfinale gegen Hard ins Cupfinale ein und trifft heute auf Schwaz.

Hard Das Sprichwort, dass Cupspiele ihre eigenen Gesetze haben, wurde in den beiden Halbfinalduellen des Final-Four-Turniers in Hard unter Beweis gestellt. Eine Woche nach dem bitteren Aus in der HLA-Viertelfinalserie gegen Linz rehabilitierte sich Bregenz Handball mit einem 33:29-Erfolg im Duell gegen den Alpla HC Hard und zog ins Endspiel ein. Letzte Hürde auf dem Weg zum fünften Cuptitel in der Vereinsgeschichte ist heute (20.25 Uhr, live ORF Sport+) ist Schwaz. Die Tiroler setzten sich nach dem Aus in der Liga (2:1 gegen Hard) überraschend klar mit 35:29 gegen Cupholder Fivers Margareten durch.

Verdienter Start-Ziel-Sieg

Über 2000 Zuschauer sorgten in ewig jungen Prestigeduell der beiden Ländle-Hochburgen für einen würdigen Rahmen und eine tolle Stimmung. Bregenz diktierte von Beginn an das Geschehen, wirkte fokussiert und bis in die Haarspitzen motiviert und setzte sich fast mühelos mit 4:0 (7.) und 7:2 (13.) ab. Die Gastgeber bekundeten zunächst große Probleme und kamen erst nach einer Auszeit besser in Fahrt und glichen mit einem 4:0-Lauf auf 11:11 (23.) aus. Doch Bregenz ließ sich nicht beirren, blieb konzentriert, wartete geduldig auf die finale Einwurfmöglichkeit und konnte sich in der Endphase des ersten Durchgangs wieder von 12:12 (25.) auf 16:14 absetzen.

Aleksic hinten und Esegovic vorne

Nach Wiederbeginn schwenkte das Momentum kurzfristig auf Seiten der Harder aus. Besonders Kapitän Dominik Schmid stemmte sich mit Vehemenz gegen die Niederlage. Doch Bregenz erwies sich im Gegensatz zur letzten Partie wesnetlich sattelfester. Maßgeblichen Anteil daran, dass die Harder kein einziges Mal im Verlauf der Partie im Führung gehen konnten, hatten zwei Akteure: Goran Aleksic verbuchte die entscheidenden Bigpoints im Duell der Torleute gegenüber Golub Doknic, und im Angriff war gegen Ante Esegovic kein Kraut gewachsen. Der 25-Jährige, der nach dem heutigen Finale aus gesundheitlichen Gründen seine aktive Karriere beenden wird, ragte mit elf Toren aus der kompakt agierenden Equipe heraus. „Das war ein geiles Spiel. Wir haben unsere Systeme gespielt, sind konzentriert geblieben und haben verdient gewonnen. Aber das war der wichtige erste Schritt und nun heißt es fokussiert bleiben und den Sack zumachen“, betonte Aleksic stolz. VN-JD

„Der Derbysieg war Balsam für die Seele, aber erst der erste Schritt in Richtung Cuptitel.“

Enttäuschung bei Luca Raschle. GEPA
Enttäuschung bei Luca Raschle. GEPA
Hannes Jon Jonsson im Gespräch mit den Schiedsrichterinnen. GEPA
Hannes Jon Jonsson im Gespräch mit den Schiedsrichterinnen. GEPA
Kapitän Dominik Schmid war mit acht Treffern, davon sechs nach der Pause, der auffälligste Akteur bei Gastgeber Alpla HC Hard. GEPA
Kapitän Dominik Schmid war mit acht Treffern, davon sechs nach der Pause, der auffälligste Akteur bei Gastgeber Alpla HC Hard. GEPA

ÖHB-Cup der Männer 2021/22

Final-Four-Turnier in Hard, Halbfinale 

Alpla HC Hard – Bregenz Handball  29:33 (14:16)

Sporthalle am See, SR Ana Vranes/Marlis Wenninger (W)

Zweiminutenstrafen: 7 bzw. 5; Rote Karte: 54. Antanavicius (Hard, Foul)

Torfolge: 7. 0:4, 13. 2:7, 15. 5:7, 20. 7:11, 24. 11:11, 28. 12:14, 33. 16:16, 41. 18:21, 46. 21:24,
52. 24:26, 55. 25:29, 56. 27:29, 59. 27:31,

Alpla HC Hard: Hurich, Edionwe, Doknic; Antanavicius 1, Maier, Dominik Schmid 8, Raschle 6, Manuel Schmid, Jonsson, Schwärzler, Schnabl 1/1, Predragovic 3, Schweighofer, Horvat 7, Stojanovic 3

Bregenz Handball: Aleksic, Häusle, Kroiss; Frühstück 2, Coric 2, Tanaskovic, Esegovic 11/4, Timm 2,
Vinogradov 3, Mohr, Wassel 3, Svecak 2, Kotar 3, Ramic, Vukicevic 5

Schwaz Handball Tirol – HC Fivers WAT Margareten (TV)  35:29 (18:12)

Sporthalle am See, SR Marc Schober/Rico Stollberg (OÖ)

Zweiminutenstrafen: 3 bzw. 3

Schwaz Handball Tirol: Alber, Kishou; Wanitschek 5, Spendier 3, Christoph Demmerer, Kristen, Wöss 7,
Medic 6, Wilfling 1, Hochleitner 2, Miskovez 6, Zeiner 2, Grothues, Lochner 3, Johannes Demmerer

HC Fivers WAT Margareten: Filzwieser, Tanic; Saric, Damböck 7, Haunold 5/3, Lukas Gangel 1, Schweiger 4, Nigg 1, Martinovic 1, David, Schrattenecker, Brenneis 2, Philipp Gangel, Brandfellner 5, Seidl 3

Finale 

Bregenz Handball – Schwaz Handball Tirol Samstag, 20.25 Uhr

Sporthalle am See, SR Radojko Brkic/Andrei Jusufhodzic (W); Live ORF Sport+

ÖHB-Cup der Frauen 2021/22

Finale

Hypo NÖ (TV) – UHC Stockerau Samstag, 18 Uhr

Sporthalle am See, SR Pia Haden/Yvonne Steigfellner; Live ORF Sport+

Stimmen zum Halbfinale im ÖHB-Cup?

Gratulation an Bregenz, sie haben verdient gewonnen. Wir haben 60 Minuten alles in die Waagschale geworfen, aber vorne zu viele Bälle verworfen. Wir haben noch große Ziele in dieser Saison und müssen alles investieren, damit wir dort erfolgreicher sind als im Cup.“ Dominik Schmid, Kapitän Hard

Ein Finalturnier vor der Haustür will man natürlich gewinnen. Mit dem Sieg haben wir einen ersten wichtigen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Mit dem Cuptitel könnten wir das Viertelfinal-Aus in der Liga kompensieren und die Saison retten.“ Ante Esegovic, Topwerfer Bregenz

Kompliment an die Mannschaft. Sie hat nach der herben Enttäuschung im Viertelfinale einen kühlen Kopf bewahrt und eine klare Reaktion gezeigt. Man hat gesehen, welches Potenzial in der Mannschaft steckt und was wir uns in zehn Monaten erarbeitet haben. Wir sind nicht nicht da, wo wir hinwollen, aber es war ein wichtiges Signal, dass mit uns zu rechnen ist.“ Markus Burger, Trainer Bregenz

Wir sind uns selbst im Weg gestanden Wir machen gravierende Fehler, vergeben drei Siebenmeter, haben eine schlechte Quote vom Flügel, bekommen eine Zeitstrafe für Meckern und eine sinnlose Rote Karte. Unser Kreisläufer bekommt bei einer Sperre ein Stürmerfoul und beim Gegner wird eine Deutschland-Sperre geduldet. Die Niederlage tut unglaublich weh. Wir haben uns viel mehr vorgenommenund müssen die Niederlage auf unsere Kappe nehmen.“ Hannes Jon Jonsson, Trainer Hard