Vinzenz Rohrer ist ein heißer Sommer beschieden

Sport / 06.05.2022 • 23:45 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Vinzenz Rohrer genießt nach einer langen Eishockeysaison ein paar freie Tage in Rankweil. Steurer
Vinzenz Rohrer genießt nach einer langen Eishockeysaison ein paar freie Tage in Rankweil. Steurer

Das Eishockeytalent aus Rankweil ist bei den NHL-Teams gefragt.

Rankweil Egal, wie das Wetter in den nächsten Monaten wird. Vinzenz Rohrer ist auf jedem Fall ein heißer Sommer beschieden. Der 17-jährige Eishockeystürmer aus Rankweil, aktuell bei den Ottawa 67‘s in der kanadischen Juniorenliga OHL unter Vertrag, wird mit Hinblick auf den Draft im Juli von mehreren Mannschaften der National Hockey League umgarnt. „Es waren etwa 15 Teams, mit denen ich bisher gesprochen habe“, erzählt er. „Und es werden noch ein paar mehr werden.“

Katalog mit 300 Fragen

Nach dem Saisonende darf der Junioren-Nationalteamspieler, der bei den Klubs in Feldkirch und Zürich groß geworden ist, ein paar Tage zu Hause bei der Familie in Rankweil und bei Freundin Delia in Zürich entspannen. Mit Feldkirch-Legionär Dylan Stanley stehen dann in der nächsten Woche die ersten Trainingseinheiten auf dem Programm. „Ich muss fitter nach Kanada zurückkommen, als ich weggegangen bin.“ Und zwischendurch muss er sich mit Anfragen von NHL-Organisation bei Zoom-Meetings auseinandersetzen. „Bei einem Interview hatte ich 300 Fragen zu beantworten, das ging über drei Stunden.“ Mit persönlichen Frage, wie „Bist du ein langsamer oder ein schneller Esser?“
Noch im Mai beginnen für Rohrer die Reisestrapazen. Am 29. Mai muss er sich vor den versammelten Scouts in Buffalo dem NHL-Combine stellen, eine Woche später ist er von Toronto eingeladen. Auf drei Wochen Trockentraining in Vorarlberg folgt dann der NHL-Draft am 7. und 8. Juli in Montreal. „Meine Vater und meine Oma werden wahrscheinlich dabei sein“, erzählt Rohrer, der von der renommierten Spieleragentur Wasserman – sie betreut u.a. Connor McDavid, Auston Matthews oder Roman Josi – bei Vertragsfragen vertreten wird. Nach dem Draft wartet dann wohl ein Rookie-Camp bei jenem NHL-Verein, der sich die Rechte auf Rohrer gesichert hat.
Das Nachwuchstalent zeigte in seiner Premierensaison bei Ottawa als punktebester Spieler mit je 26 Toren und Vorlagen auf, war nach 64 Spielen bester Scorer seines Teams. Bei den NHL-Scouts, die für den Draft die besten Nachwuchscracks beobachten, stand Rohrer von Saisonbeginn an in den Notizbüchern. In den ersten Einschätzung wurde der Sohn von Ex-Tennisprofi Stefan Lochbihler von Central Scouting Service (CSS) in der Kategorie der amerikanischen Stürmer zuerst auf B-Level gestuft, rückte dann auf die Plätze 95, 65 und schließlich 46 auf. In der neuesten und letzten Liste liegt er bereits auf Rang 42. „Ich denke, dass ich in der zweiten Runde gezogen werden könnte.“ Besser aus österreichischer Sicht ist nur Marco Kasper, mit dem er sich hin und wieder austauscht, eingestuft: In der Liste der europäischen Spieler ist der Kärntner auf Platz fünf gereiht.

Viel Eiszeit

Rohrer war als Rookie, also Neuling, mit Ottawa, dem Exklub von Marco Rossi, in die Meisterschaft gestartet. In der ersten Play-off-Runde kam aber schon das Aus – das Team des ehemaligen Wien-Trainers Dave Cameron war in dieser Saison nicht so stark besetzt wie zu Rossis Zeiten. Rohrer war sowohl als Mittelstürmer, als auch Flügel im Einsatz. „Das war für mich von Vorteil, ich habe sehr viel Eiszeit bekommen.“ Und apropos Flügel: In seiner Freizeit begann er Klavier zu spielen. „Ich lerne gerade „Für Elise“, ist Rohrer auf seine Fortschritte stolz.

Vinzenz Rohrer war in Ottawa als Mittelstürmer und Flügel gefragt.
Vinzenz Rohrer war in Ottawa als Mittelstürmer und Flügel gefragt.