3:0 – eine Botschaft nach Floridsdorf

Sport / 08.05.2022 • 19:46 Uhr / 5 Minuten Lesezeit

Austria Lustenau besiegt St. Pölten und holt sich die Tabellenführung zurück.

Lustenau Spätestens Freitagabend kurz nach 22 Uhr war für die Kicker von Austria Lustenau klar, dass man alles daran setzen wird, die Partie gegen St. Pölten zu gewinnen. Denn da gab FAC-Kicker Elias Felber nach dem 2:0-Sieg über BW Linz ein Interview, das die Motivation von Austrias Kapitän Matthias Maak und Co. ins Unendliche steigen ließ. Der 23-Jährige, 2020 bei Rapid Wiens Amateuren ausgemustert, erklärte am Mikrofon, dass er sich, „die Partie von St. Pölten bei Austria Lustenau gemütlich anschauen. Weil ich weiß, dass sich die Lustenauer ansch….en werden.“

Dementsprechend motiviert gingen die Mannen von Cheftrainer Markus Mader in die Partie.

Starker Start

Wer erwartet hat, dass die Austria mit dem oftmals im Fußballjargon erwähnten „Strich in der Hose“ ins Spiel ging, irrte gewaltig. Muhammed Cham und Co. drückten von Start weg aufs Gaspedal und ließen den Niederösterreichern, die mit einer neu formierten Abwehr aufliefen, kaum Luft zum Atmen. So stibitzte Cem Türkmen (4.) einen Ball von St. Pöltens Karim Conte und plötzlich standen er und Cham alleine vor Gäste-Goalie Franz Stolz. Doch beide behinderten sich gegenseitig und Cham setzte die Kugel neben das Tor. Vier Minuten später nutzte Austrias Michael Cheukoua einen erneuten Bock von Conte und besorgte, auch unter Mithilfe des völlig indisponierten Conte, der den Ball von Chuekoua noch abfälschte, die 1:0-Führung der Hausherren.

Alles deutete in weiterer Folge auf eine Lustenauer Druckwelle hin, der aber Gäste-Coach Stefan Helm mit einer Systemänderung von Vierer- auf Dreierkette die Luft ausließ. Plötzlich sah sich die Austria-Offensive mehr Gegenwehr ausgesetzt. Doch gemäß des Zitats von Austrias legendärem Trainer Edi Stöhr „Steter Tropfen höhlt den Stein“, erarbeitete sich der Tabellenführer den zweiten Treffer.

Vor allem in Person von Anderson, der nach langenm Ball den Zweikampf mit St. Pöltens David Riegler auf der Seitenlinie gewann und direkt auf den im Zentrum lauernden Tabakovic spielte. Der Schweizer blickte kurz auf, sah, dass Goalie Stolz zu weit aus dem Gehäuse war und brachte den Ball aus rund 35 Metern eiskalt per Direktabnahme zum 2:0 unter (23.). Wenig später stellte die Tormaschine gar auf 3:0 (29.), als erneut Anderson den Ball auf der rechten Seite erkämpfte, kurz auf Cham spielte, dessen Flankenball landete punktgenau auf dem Scheitel des Schweizers. Sein 44. Tor im 44. Ligaspiel für die Austria, sein 26. Treffer
in der laufenden Saison.

Die zweite Halbzeit blieb ohne großen Aufreger. Die Gäste versuchten die Niederlage in Grenzen zu halten, Austria verwaltete das Spiel, hatte aber dennoch durch Bryan Teixeira (62.) und Nicolai Bösch (85.) Chancen, das Spiel höher zu gewinnen. Am Ende war es eine eindrucksvolle Botschaft Richtiung Floridsdorf. Coach Mader war ob der gezeigten Leistung beeindruckt, „weil die Jungs alles, was wir besprochen haben, umgesetzt haben“.

Goalgetter in Rage

Doppeltorschütze Tabakovic war noch lange nach dem Match richtig geladen. Grund dafür waren Meldungen auf dem Nachrichtendienst Twitter unter der Woche, die dem Torjäger einen Krach mit dem Verein und eine Suspendierung unterstellten. „Solche Meldungen sind eine absolute Frechheit, das geht zu weit. Ich denke, ich habe mit meinen zwei Toren die richtige Antwort auf solche Meldungen geliefert. Ich habe erklärt, dass ich nächste Saison wieder im Reichshofstadion spielen will. Dafür unternehme ich alles.“

Somit geht der spannende Titelkampf weiter. Die Austria gastiert am nächsten Spieltag in Horn, der FAC muss nach Lafnitz. Austrias Trainer Mader lassen die Rechenspiele kalt: „Ob man es glaubt oder nicht: Ich schaue nicht darauf, was eventuell woanders passiert, ich schaue nur auf uns.“

„Solche Meldungen sind Wahnsinn. Aber ich habe meine Antwort am Platz gegeben.“