Jetzt ist es richtig eng

Sport / 09.05.2022 • 21:21 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Brav gespielt, aber wieder kein Sieg. Dabei hatte Altach gegen Ried eine richtig gute Startphase, doch im letzten Angriffsdrittel fehlten mir wie so oft in den Heimspielen die Durchschlagskraft, die individuelle Klasse sowie die letzte Konsequenz, ein Tor erzielen zu wollen.

Altachs Trainer setzte gegen Ried erneut auf eine Dreierkette. Der Schweizer ließ sein Team in der Defensive in einem 5-1-2-2
(3-5-2 Offensiv) agieren. Pape Alouine übernahm neben Jan Zwischenbrugger und Ange Nanizayamo die Chefrolle in der Abwehr. Im zentralen Mittelfeld spielte wie gewohnt Bakary Nimaga als „Solosechser“, davor sollten Gianluca Gaudino und Johannes Tartarotti in den Halbpositionen die Passlinien des Gegners zustellen bzw. für Akzente nach vorne sorgen. Emanuel Schreiner und Samuel Mischitz waren für die Außenbahnen verantwortlich. An vorderster Front setzte Magnin auf das Duo Atdhe Nuhiu und Christoph Monschein.

Der Druck vor dem Spiel war für beide Teams enorm. Ich hatte jedoch das Gefühl, dass Altachs Spieler die Anspannung schnell ablegten und richtig gut in die Partie fanden. Obwohl Ried mit drei Spielern den Spielaufbau zu stören versuchte, gelang es den Hausherren immer wieder, mit schnellem und genauem Passspiel nach vorne zu kommen. Das Spiel gehörte zu diesem Zeitpunkt klar den Altachern. Eine Schlüsselszene in diesem Spiel für mich war die Topchance von Christoph Monschein in Minute 31. Nach einem Ballgewinn von Gaudino wurde schnell umgeschaltet und der Deutsche bediente nach seinem gewonnenen Dribbling Monschein ideal. Der Stürmer entschloss sich für einen Torschuss, obwohl Nuhiu in der Mitte völlig frei stand. Für mich eine falsche Entscheidung. Effizienter zeigte sich Ried, wobei bei derem Treffer das taktische Verhalten von Pape Alouine schlecht war. Der 24-jährige Abwehrspieler stand zu tief im eigenen Strafraum und hat dadurch das Abseits aufgehoben. Dennoch: Die Mannschaftsleistung in den ersten 45 Minuten war gut. Einzig die Strafraumbesetzung hätte besser sein können. Vor allem weil Mittelstürmer Nuhiu zu viele unnötige „Ausflüge“ über die Seiten machte.

Auch nach der Pause hat mir die Entschlossenheit der Altacher gefallen. Für frischen Schwung sorgten zudem die Einwechslungen von Nosa Edokpolor und Stefan Haudum, doch zu mehr als dem Ausgleich sollte es nicht reichen.

Mein Fazit: Für die Spieler des Cashpoint SCR Altach zieht sich die Schlinge im Kampf um den Klassenerhalt immer mehr zu. Gegen die Admira (A) und WSG Tirol (H) müssen Siege her. Denn Altach ist es auch im Finaldurchgang nie gelungen, den Heimvorteil zu nutzen. Eine Tatsache, die am Ende dem Bundesligisten auf den Kopf fallen könnte.

Dieter Alge (55) ist Fußballtrainer mit Erfahrung im Profi-, Amateur- und Nachwuchsbereich.