Wunder in Schwarz-Weiß als Motivationsspritze

Sport / 09.05.2022 • 21:21 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
SW-Spieler Jan-Ove Pedersen (l.) gegen Vladimir Janocko während des denkwürdigen Saisonfinals 2003, als Schiedsrichterin Nicole Petignat aus der Schweiz wegen eines Platzsturms die Partie unterbrach.apa/2
SW-Spieler Jan-Ove Pedersen (l.) gegen Vladimir Janocko während des denkwürdigen Saisonfinals 2003, als Schiedsrichterin Nicole Petignat aus der Schweiz wegen eines Platzsturms die Partie unterbrach.apa/2

Altachs Hoffnung im Endspurt: So schaffte vor 19 Jahren
SW Bregenz das schier Unmögliche – den Klassenerhalt.

Altach In Ried gibt man sich nach dem 1:1 in Altach selbstbewusst. „Die werden sie nicht holen“, wird Klub-Vorstand Karl Wagner in einer oberösterreichischen Zeitung zitiert, als von den zwei Pflichtsiegen der Rheindörfler die Rede ist. „Hoffentlich strafen wir ihn Lügen“, lautet die Antwort von SCRA-Geschäftsführer Christoph Längle. Der beschreibt die Minimalchance auf den Klassenerhalt so: „Es wäre natürlich schön, wenn das Wunder passieren würde. Unsere einzige Chance ist, daran zu glauben und nicht aufzugeben.“

Wie vor 19 Jahren

Die Geschichte zeigt, dass man sich in Ried nicht allzu sehr in Sicherheit wiegen sollte. In der Saison 2002/03 erwischte es die Innviertler ausgerechnet am letzten Spieltag, nachdem man zwei Runden vor Schluss noch fünf Punkte vor dem damaligen Schlusslicht SW Bregenz gelegen war. Dann gewannen die Schwarz-Weißen das direkte Duell und am letzten Spieltag bei Meister Austria Wien (2:0), während Ried die Heimpartie gegen Admira mit 0:3 verlor. Einer, der damals über 90 Minuten spielte, ist der heutige AKA-Sportdirektor Didi Berchtold. „Ich bin damals aus Bochum gekommen und werde die letzten beiden Spiele nie mehr vergessen.“ Der Schlüssel für den Klassenerhalt von damals war für den heute 47-Jährigen der „Glaube, gepaart mit besonderen Typen. Jeff Geiger, Laszlo Klausz, Lars Unger, Peter Hlinka oder Enrico Kulovits. Wir waren auf eine gewisse Art und Weise alles verrückte Köpfe. Doch die Energie, die wir verspürten, war echt. Wir haben wirklich alle daran geglaubt, es noch schaffen zu können. Das war wirklich so. Jeder hat den anderen angesteckt.“ Die Ausgangslage damals sei, so der Bludenzer, der später auch für Ried spielte, schlechter als jene von Altach gewesen. „Alle haben uns abgeschrieben. Doch wir hatten die Mentalität. So schafft ihr es auch“, lautet Berchtolds Botschaft an die Spieler des Cashpoint SCR Altach. Für ihn selbst sind die Spiele gegen Ried und die Austria unvergesslich geblieben. „Ich habe heute noch das Video mit dem Tor von Klausz zum 2:0 Wien.“ Denkwürdig sei auch die Feier nach der Fixierung des Klassenerhalts gewesen. „Schon die Rückreise war ein Wahnsinn, danach haben wir in Bregenz bis lange in den nächsten Tag hinein gefeiert. Das Viva war eine Nacht und einen Tag lang geschlossen – nur für uns“, erinnert er sich.

„Unser Schlüssel war der Glaube, gepaart mit ein paar besonderen Typen.“