Vorbilder im Sport und im Leben

Sport / 10.05.2022 • 21:34 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wie der Vater, so der Sohn: Hubert und Johannes Strolz.Stiplovsek
Wie der Vater, so der Sohn: Hubert und Johannes Strolz.Stiplovsek

Fünf heimische Olympiasieger stammen aus dem Schrunser Dreisäulenmodell.

Schruns 21 Jahre war das Modell der heutigen Skimittelschule Schruns auf Wanderschaft, ehe es grünes Licht für den Bau des Schulsportzentrums am heutigen Standort gab. Peter Both, der Mastermind hinter dem Projekt, verfolgte mit dem Internat die Idee eines durchgängigen Dreisäulenmodells: Skischüler sollten im Sport erfolgreich sein. Sie sollten sich in die Reihe vieler skisportbegeisterter Eltern und ehrenamtlicher Funktionäre stellen, die Begeisterung zum Skisport weitergeben. Ehemalige Besucher der Schule sollten im Beruf Erfüllung finden und erfolgreich sein.

Im Sport und Leben Vorbilder

Fünf Olympiasieger – Anita Wachter, Hubert Strolz, Mario Reiter, Katharina Liensberger und Johannes Strolz – reüssierten auf der Sportschiene. Weitergetragen wurde das Modell u. a. von Hubert Strolz mit Sohn Johannes, Anita Wachter und Rainer Salzgeber mit Amanda und Angelina oder Mathias Berthold mit Frederic. Neurologe Dr. Philipp Werner oder Head-Rennsportleiter Rainer Salzgeber stehen als Vorbilder für eine gelungene berufliche Karriere.

„Die Aufgabe, die wir als Schulversuch gestellt bekamen, war nicht einfach“, erinnert sich Both. Tägliches Skifahren und Konditionstraining mit den Kindern, dazu die Schule, am Anfang noch sechs Tage in der Woche, dann waren noch die Hausaufgaben zu erledigen. „Wir haben eine Lernstruktur gefunden, die abends erst um 19.30 Uhr geendet hat. Aber auch das war noch zu wenig. Dann haben wir morgens um sieben Uhr begonnen. Waren die jungen Läufer aber eine Woche beim Skitraining im Kaunertal, musste die Schule irgendwie nachgeholt werden. Wir brauchten mehr Zeit, und die war nur mit einem Internatsbetrieb gegeben.“

„Wie macht ihr das?“

1993 war es so weit, der Betrieb des Schulsportzentrums am Auweg in Tschagguns konnte gestartet werden. Der richtige Rahmen für Sport, mit Bildung, zeitgemäßem Wohnen und umsichtiger Betreuung sowie Ernährung bekam aus der ursprünglichen Idee ihre Erfüllung. Both fand verantwortungsvolle Fachkräfte, erstellte ein Leitbild, das heute noch Anwendung findet. In der Grundidee wird eine vielseitige, altersgerechte, skisportliche Ausbildung als Basis für die Heranführung an den Leistungssport gesichert, es ist eine sportmedizinische Betreuung gewährleistet, hochqualifizierte Trainer sind Bestandteil der Ausbildung. Durch die Zusammenarbeit zwischen Schule und Sport, Vereinen und Fachverbänden werden beste Voraussetzungen für die Entwicklung der Sach-, Selbst- und Sozialkompetenz geschaffen. Und das Bekenntnis zum Gründernamen „Schule für Skitalente“ blieb erhalten. Mittlerweile steht die Skimittelschule auch international als Vorbild im Schaufenster. „Vor vielen Jahren hat sich der Sportminister von Savoyen unsere Strukturen angesehen, auch die Schweiz hat gefragt: Wie macht ihr das“, freut sich Both über so viel Anerkennung. „In beiden Regionen wurden ähnliche Einrichtungen installiert.“

Wie der Vater, so der Sohn: Hubert und Johannes Strolz.Stiplovsek
Wie der Vater, so der Sohn: Hubert und Johannes Strolz.Stiplovsek

skimittelSCHULE schruns

Speiseplan für die Schüler im Internat

Montag

Mittag  Panierter Zander, Salzkartoffeln

Abend  Pizzastrudel

Dienstag

Mittag  Caramella Ticolori, Gemüserahmsauce

Abend  Currygeschnetzeltes Reis

Mittwoch

Mittag  Karreesteak Kroketten, Butterkarotten

Abend  Putenbraten Püree, Gemüse

Donnerstag

Mittag  Kartoffelgulasch, Brot

Abend  Gefülltes Baguette

Freitag

Mittag  Käsehörnle vom Sennhof mit Röstzwiebel

Tägliches Salatbuffet

Teil 4: Im Jahre 1993 war in Tschagguns alles unter einem Dach.