Auf Höhepunkt folgte Trennung

Sport / 11.05.2022 • 19:51 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Markus Burger mit Goalie Ralf-Patrick Häusle nach dem Cupsieg am vergangenen Samstag.GEPA
Markus Burger mit Goalie Ralf-Patrick Häusle nach dem Cupsieg am vergangenen Samstag.GEPA

ÖHB-Cupsieger Bregenz und Coach Markus Burger beenden Zusammenarbeit.

Bregenz Nach dem vorzeitigen Aus in der Best-of-three-Viertelfinale gegen Linz brodelte in Insiderkreisen bereits die Gerüchteküche. Drei Tage nach dem Titelgewinn im ÖHB-Cup wurde das Geheimnis gelüft: Bregenz Handball und Trainer Markus Burger gehen nach 3,5 Jahren Zusammenarbeit ab Sommer getrennte Wege. Der seit März 2019 bestehende und Ende Juni auslaufende Vertrag mit dem 57-jährigen EHF-Mastercoach wird nicht verlängert. „Markus war bereits mein Jugendtrainer, wir haben Erfolge gemeinsam in der ersten Mannschaft mit ihm als Co-Trainer gefeiert und jetzt als krönenden Abschluss gemeinsam in anderen Funktionen den Cuptitel geholt“, erklärt Präsident Gregor Günther. „Bereits vor der meisterschaftsfinalen Phase haben wir mit Markus über die Zukunft gesprochen und ihm ein Angebot zur Verlängerung gemacht. Intern wurde uns als Vereinsführung bereits da bewusst, dass die Ambitionen und nächsten Entwicklungsschritte mit einem Trainer, der im Zivilberuf ein Arbeitspensum von 80 Prozent zu bewältigen hat, neben der Tätigkeit als Coach der HLA-Mannschaft praktisch nicht mehr vereinbar sein werden. Ich danke Markus von Herzen für die leidenschaftliche Arbeit der letzten 3,5 Jahre. Der erste Titel nach so vielen Jahren ist etwas ganz Besonderes für unseren Verein und wird immer in Verbindung mit Markus Burger stehen, der den Weg zurück zum Erfolg ebnete. Er weiß, dass die Türen in Bregenz auch in anderen Funktionen für ihn immer offenstehen.“

Ähnliche Worte fand Geschäftsführer Björn Tyrner: „Nach einer Woche tiefer Trauer folgte am Samstag die große Freude. Trotz der angespannten Lage nach dem HLA-Aus gegen Linz hat Markus die richtigen Worte gefunden, um der Mannschaft die Wichtigkeit dieses Cupfinalurniers einzuimpfen. Er ist Identifikation pur, hat seit März 2019 enorm viel bewegt und ich bin froh, dass wir ihn für diese schwierige Phase der Vereinsgeschichte zurückholen konnten. Den Cupsieg gönne ich ihm von Herzen, da ich weiß, wie viel Energie ihn das gekostet hat. Ich hoffe, dass uns Markus in anderer Funktion erhalten und nahe dran am Verein bleibt.“

Entscheidung akzeptieren

Nicht ganz so ausgewogen, aber sportlich fair, nahm das Urgestein die von der Führungsriege seines Stammvereins gefällte Entscheidung: „Ich bin dankbar für die Zeit, die ich hier bekommen habe. Es war immer mein Traum, Bregenz Handball zu einem Titel zu führen. Nach einigen vergeblichen Anläufen ist dies am Wochenende im ÖHB-Cup gelungen und ich bin stolz darauf, dies trotz der Nebengeräusche im Vorfeld geschafft zu haben“, betonte Burger. „Natürlich hätte ich diesen Weg gerne fortgesetzt, werde aber die Entscheidung des Vereins akzeptieren müssen. Ich übergebe ein tolles Team, das bereit ist alles für den Erfolg zu tun. Alles Gute an Spieler, Trainer und den gesamten Verein. Wir sehen uns in der Handballarena.“

Bereits 19 Titel geholt

Mit sieben HLA-Titeln und vier Cupsiegen als Co-Trainer zwischen 1999 und 2008 mit Bregenz, den vier Titeln und je einem Triumph im ÖHB- und Supercup zwischen 2012 und 2016 als Cheftrainer beim Alpla HC Hard sowie dem Gewinn des Supercups mit HB Esch 2017 in Luxemburg und dem Cupsieg vor wenigen Tagen mit Bregenz ist Burger der erfolgreichste Trainer in Österreich. „Wenn ein Verein einen Trainer sucht, der weiß, wie man Titel holt, kann er sich gerne bei mir melden“, betont der kommenden Monat 58 Jahre alt werdende Burger. „Meine Freude und Begeisterung für den Trainerjob ist jedenfalls ungebrochen. Ich weiß was ich kann und falls es zeitlich mit meiner Arbeit vereinbar ist, werde ich meine Trainertätigkeit fortsetzen.“

„Wenn ein Verein einen Trainer sucht, der weiß, wie man Titel holt, kann er sich gerne melden.“

Auf Höhepunkt folgte Trennung