Hüpfende Herzen, gefaltete Hände

Sport / 12.05.2022 • 06:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Das Hoffen und Bangen vor dem Saisonfinale hat bei den treuesten Austria-Fans begonnen. <span class="copyright">h</span><span class="copyright">a</span><span class="copyright">r</span><span class="copyright">t</span><span class="copyright">i</span><span class="copyright">n</span><span class="copyright">g</span><span class="copyright">e</span><span class="copyright">r</span>
Das Hoffen und Bangen vor dem Saisonfinale hat bei den treuesten Austria-Fans begonnen. hartinger

Austria-Fans zwischen Bangen und Hoffen. Der Optimismus, dass der Aufstieg gelingt, ist jedoch groß.

Lustenau 31. Mai 1997. Es war der Tag, als Austria Lustenau durch ein 1:1 in Steyr gegen Vorwärts Steyr zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte in die Bundesliga aufstieg. Drei Jahre später erfolgte der Abstieg und seitdem versuchten die Grün-Weißen vergeblich, erneut die Berechtigung für die höchste Spielklasse zu erlangen. Nie mehr schaffte man die Nummer 1-Position im Vorarlberger Fußball, musste erleben, wie Bregenz und später Altach das Zepter übernahmen. Jetzt spüren die ausgehungerten Austria-Fans die große Chance auf Rückkehr zu alter Größe.
Hüpfende Herzen und gefaltete Hände begleiten das Team auf seinen letzten beiden Hürden in Horn und zu Hause gegen die Young Violets Austria Wien.

Anneliese ist zuversichtlich

„Ich denke, wir schaffen das. Obwohl man nie sicher sein kann“, sagt Hugo Wund, bald 90 Jahre alt und nach dem Austria-Urgestein Ferdl Ortner der wohl älteste Fan der Grün-Weißen. Der rüstige Senior erinnert sich nur allzu gerne an die riesige Euphorie vor 25 Jahren. Er spürt ähnliches auch heute. „Das war damals das Größte. Die Austria in der Bundesliga, unglaublich. Jetzt sollte das wieder klappen.“ Sohn Christoph, Volksschuldirektor von Beruf, wird noch deutlicher. „Papa, es wäre eine Katastrophe, sollten wir das mit dieser Ausgangsposition nicht schaffen. Wir sind so lange angerannt. Das dürfen wir uns nicht nehmen lassen.“
Wie gut, dass es da noch Tochter Anneliese gibt. Sie ist sich sogar sicher: „Wir werden das bereits am Freitag fixieren. FAC gewinnt nicht in Lafnitz, wir aber sicher in Horn.“

Wie das wieder wäre

An eine Beeinflussung des Ausgangs der Meisterschaft durch die plötzliche Einstellung des Spielbetriebs in Innsbruck will die Familie Wund gar nicht denken. Viel mehr malen nicht nur sie sich aus, wie das wäre mit der Austria wieder in der Bundesliga.
„Für uns ist der Klub ein Familien- und Berufstreffpunkt“, sagt Christoph. „Die Austria ist als sozialer Mittelpunkt für viele Menschen nicht wegzudenken.“ Das Spiel in Horn werden die Wunds gebannt vor dem Fernsehschirm verfolgen. Und danach hoffentlich allen Grund für einen ungebremsten Jubel haben.

Das sagen Austria-Anhänger vor dem Saisonfinale

Pfarrer Thomas Sauter
Pfarrer Thomas Sauter

“Obwohl ich das Ganze nüchtern zu betrachten versuche, muss ich doch zugeben, wie sehr ich mit der Austria mitfiebere. Sie sollen es schaffen. Ich würde es der Mannschaft wirklich gönnen. Die Austria vereinigt eine Community, wo sich Menschen mit Freude begegnen. Das ist gerade in Zeiten wie diesen sehr wichtig.”

Thomas Sauter, Pfarrer
Stefan Baldauf
Stefan Baldauf

“Ich bin eigentlich weniger nervös als noch vor dem Match vor St. Pölten. Obwohl die Aufregung natürlich noch kommen wird, je näher es dem Spiel entgegengeht. Der vergangene Sonntag war wie eine Befreiung. Ich hatte gehofft, der FAC verliert gegen Linz. Jetzt sind die Emotionen groß. Wir haben in den letzten Jahren viel erleben müssen.”

Stefan Baldauf, Fan-Beauftragter
Doris u. Roland Gozzi
Doris u. Roland Gozzi

“Ich bin wirklich sehr gespannt auf das Saisonfinale. Wir haben es selber in der Hand, den Titel zu holen. Wir haben eine Mannschaft mit großem Siegeswillen. Der Sieg im letzten Spiel hat den Burschen einen starken Schub gegeben. Es ist wie vor 25 Jahren. Damals ging’s gut aus.”

Doris Gozzi, ehemalige Austria-Sekretärin
Ilse Hollenstein
Ilse Hollenstein

“Ich bin zusammen mit meinem Mann früher auf jedes Auswärtsspiel unserer Austria gefahren. Das war wie unser Urlaub. Nach dem St. Pölten-Match bin ich nicht mehr nervös. Wir haben die leichteren Spiele als unser Konkurrent FAC. Der Aufstieg wäre wunderbar. So wie vor 25 Jahren. Das bleibt unvergesslich.”

Ilse Hollenstein, Edelfan
Markus Purin
Markus Purin

“Ich schaue das Spiel in Horn selbstverständlich an und werde mitfiebern. Gerne wäre ich mitgefahren. Ich bin ein Austrianer von klein auf, habe selber dort Fußball gespielt und stelle mich nun als Security in den Dienst des Klubs. Die Austria ist ein Teil meines Lebens. Ich hoffe, wir steigen auf.”

Markus Purin, Schuldirektor