Viel Glanz und wenig Schatten

Sport / 12.05.2022 • 20:44 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Elisabeth Vidal verfehlte als Zweite mit 142 Treffern um acht Tore die WHA-Torjägerkrone.VN/DS
Elisabeth Vidal verfehlte als Zweite mit 142 Treffern um acht Tore die WHA-Torjägerkrone.VN/DS

Handballerinnen von BW Feldkirch ziehen zufriedene Bilanz. Heino Stieger neuer Trainer.

Feldkirch Obwohl man am Ende als Fünfter denkbar knapp um zwei Punkte den historischen ersten Einzug ins Halbfinale verpasst hat, darf man beim HC Sparkasse BW Feldkirch eine zufriedenstellende Saisonbilanz ziehen. „Ziele war ein Platz in der ersten Tabellenhälfte und die Verteidigung der Ländle-Rangordnung. Wie haben beide Vorgaben erfüllt, wenngleich man sagen muss, dass vielleicht noch mehr möglich gewesen wäre“, erklärt Teammanager Julian Rauch. „Wir sind bis zum Schluss auf Halbfinalkurs gelegen, hatten aber ab Mitte März einen Durchhänger und in sieben Partien neun Punkte abgegeben und sind so knapp aus den Play-off-Plätzen gerutscht.“

Zweithöchste Punkteanzahl

Mit elf Siegen, vier Unentschieden und 26 Punkten wurde dennoch die zweithöchste Punkteanzahl aus der Saison 2009/10 egalisiert. Die ewige Bestmarke von 28 Zählern aus der Saison 2008/09, als man die Bronzemedaille holte, wurde nur knapp nicht erreicht.

Dass man zum dritten Mal in Folge und insgesamt zum neunten Mal in der 17. Spielperiode in der Woman Handball Austria League seit dem Aufstieg 2005/06 in der Ländle-Rangordnung die Nase vorne hat, ist natürlich ein angenehmer Nebeneffekt. Dazu kommt, dass man erstmals seit der Saison 2006/07 wieder beide Derbys für sich entscheiden konnte. Zu Hause gab es einen 31:24- und in Dornbirn einen 27:23-Sieg.

Die starke Saison widerspiegelt sich auch in der Torschützinnenliste. Kapitänin Elisabeth Vidal (25) musste als Zweite mit 142 Volltreffern lediglich Ferlach-Legionärin Dorotea Prevendar den Vortritt lassen. Nur ein Tor hinter Vidal belegte Laura Seipelt-Fasching (31) den dritten Rang. Einziger Wermutstropfen ist der Umstand, dass Spielmacherin Vidal und Goalgetterin Seipelt-Fasching, die zusammen knapp die Hälfe der insgesamt 600 Feldkircher Tore in dieser Saison geworfen haben, den Verein verlassen bzw. ihre aktive Karriere beenden werden. Seipelt-Fasching verbuchte zum Abschied in der Siebenmeterstatistik mit einer Quote von 80 Prozent (56 von 70) die Ligabestmarke und Vidal belegte mit 76,32 Prozent (29 von 38) den neunten Rang in dieser Wertung.

Neben Vidal und Seipelt-Fasching werden auch Valeria Jegenyes (34) und Linda Feierle-Scheidbach (28) den Verein verlassen bzw. die Karriere beenden. Neben den bereits bekannten Verpflichtungen der beiden SSV-Schoren-Legionärinnen Lidiya Kovacheva (27) und Madlen Todorova (21) werden ab Sommer Monika Haller (24) und Julia Bohle (22) das blau-weiße Trikot tragen. Die beiden Dornbirnerinnen spielten bereits in der zweiten Hälfte der Saison 2020/21 für Feldkirch, waren zuletzt bei Bregenz gemeldet und werden ab Sommer nun ihr Comeback in der Montfortstadt geben.

Stieger folgt auf Bobzin

Nicht mehr dabei ist auch Coach Christoph Bobzin, der eventuell beim SSV Dornbirn-Schoren oder in der Schweiz landen könnte. Nachfolger von Bobzin ist der Deutsche Heino Stieger, der bereits vor einigen Jahren die Herren-2-Mannschaft trainiert hat und nun als Cheftrainer der WHA-Equipe nach Feldkirch zurückkehrt.

„Der Halbfinaleinzug wäre die Krönung der ohnehin erfolgreichen Saison gewesen.“

Viel Glanz und wenig Schatten