Die Ländle-Connection

Sport / 13.05.2022 • 22:50 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Ländle-Connection

Vorneweg eine Besonderheit, sind doch fünf Wahl-Vorarlberger am Start beim diesjährigen Giro d‘Italia. Das ist doch erwähnenswert, wenn man bedenkt, dass insgesamt nur drei echte Österreicher am Start sind.

Die „Vorarlberg-Wertung“ geht im Moment eindeutig an Lennard Kämna. Attacken hier und da, Etappensieg, Bergtrikot, er lauert auf dem zweiten Gesamtplatz mit nur 38 Sekunden Rückstand auf das Rosa Trikot. Es wäre schon der Wahnsinn, wenn er auch das noch hinbekommen würde. Auch Emanuel Buchmann ist sehr stark unterwegs. Da bin ich schon sehr gespannt darauf, was von ihm noch kommt, bei den wirklich langen Bergen und wie weit vorne er die Rundfahrt beenden kann.

Für mich ist er sicherlich auch ein Kandidat für das Podium. Buchmann kann aus meiner Sicht positiv überraschen.

Etwas haben wir gemeinsam

Bei Rüdiger Selig, Michael Schwarzmann und meiner Wenigkeit ist es doch mehr „ein kleiner Kampf“ die Berge hinauf. Wir schlagen uns durch, haben stets das Zeitlimit im Auge und ganz ehrlich: Manchmal fragen wir uns schon, wie das Gefühl sein muss, so wie die Spezialisten die Berge hochrasen zu können.

Die Lizenz bei Pro Cycle in Bregenz und die Mitgliedschaft des legendären Männermittwochs verbindet uns alle. Natürlich heißt es derzeit noch: Bitte warten. Doch ich habe mir sagen lassen, dass Wetter zuhause sehe schon top aus. Dann werden wir auch Emanuel überzeugen, dass hin und wieder ein abendliches Bier nicht schadet und dass die Lizenz bei Pro Cycle einfach nur Vorteile bietet.

Persönlich habe ich ein paar Tage hinter mir. Doch mit Ende der Woche geht es langsam bergauf. Ich kann in den Sprintfinals meinen Beitrag leisten, und mehr wird nicht von mir verlangt. Zum ersten Etappensieg für unser Team hat es noch nicht gereicht, aber am Donnerstag war es schon mal ganz knapp. Wenn Giacomo Nizzolo auf den letzten Metern ohne zu bremsen durchgekommen wäre und nicht fast die Seitenbande touchiert hätte, wäre der Sieg möglich gewesen.

Heute ist aus unserer Sicht wieder eine 50:50-Etappe. Vielleicht geht es sich für die Sprinter aus, aber es könnte auch einen Tick zu hügelig sein. Am Sonntag sind wieder die Bergfahrer am Zug.

Die Ländle-Connection

Matthias Brändle (32) ist Radprofi, ehemaliger Stunden-Weltrekordler und bestreitet für das israelische Team Israel Start Up Nation seine sechste Italien-Radrundfahrt.