50 Jahre Skimittelschule Schruns Ein Geschenk zum Jubiläum

Sport / 15.05.2022 • 09:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
<p class="caption">Das Geschenk zum 50-Jahr-Jubiläum der Skimittelschule Schruns: Claudia Kohler, Manuel Kaufmann, Petra Lorenzin, Marcel Schoder und Direktor Johannes Schmid freuen sich mit dem Team über den Gewinn der österreichischen Schülermeisterschaft. SMS</p>

Das Geschenk zum 50-Jahr-Jubiläum der Skimittelschule Schruns: Claudia Kohler, Manuel Kaufmann, Petra Lorenzin, Marcel Schoder und Direktor Johannes Schmid freuen sich mit dem Team über den Gewinn der österreichischen Schülermeisterschaft. SMS

Schöne Erfolge begleiten die 50-jährige Geschichte der Skimittelschule Schruns.

Schruns An die 50 österreichische Meister, Europacupsieger, Weltmeister und Olympiasieger durchwanderten die Schrunser Skischmiede. Eine der schönsten Geschichten schrieben Hubert und Johannes Strolz in diesem Winter, ausgerechnet im 50. Jubiläumsjahr der Skimittelschule in Tschagguns: Wie der Vater so der Sohn feierte 34 Jahre nach Papa Hubert Filius Johannes den Olympiasieg in der Kombination.

Der Aufwand, den die Familie Strolz betrieb, um in Schruns groß zu werden, sucht seinesgleichen. „Ewald nahm viel auf sich, um Sohn Hubert von Warth nach Schruns zu bringen und am Wochenende wieder abzuholen,“ weiß Peter Both, der gute Geist in der „Schule für Skitalente“.

Nicht gut genug für Stams?

Hubert zählte zu den allerbesten Skifahrern seines Jahrgangs, gehörte mit Marc Girardelli und Christian Orlainsky zu den Besten. „Sie haben alle Rennen in Österreich dominiert.“ Trotzdem sollte Strolz nicht in Stams aufgenommen werden. „Er sei skifahrerisch nicht gut genug“, erfuhr Both aus Tiroler Landen. „Ich war entsetzt“, greift sich Both noch heute an den Kopf. „Haben sie ihn verwechselt? Ich musste auf jeden Fall alle Register ziehen, um Strolz in Stams unterzubringen. Heute würde so eine Intervention unter die Bezeichnung Korruption fallen.“
Auch Sohn Johannes Strolz gehörte einem besonderen Jahrgang an: „Er, Fabian Braitsch und Daniel Meier haben die Klasse verändert“, erinnert sich Both. „Es war eine schwierige Gruppe, mit dem Trio ist ein frischer Geist in die Klasse gekommen.“
Mit Marc Girardelli gab es für Both einen weiteren Sonderfall, allerdings im Rahmen des Skiverbandes. „Marc war skifahrerisch frühentwickelt, schon mit neun Jahren sehr gut. Vater Helmut wollte, dass er bei ÖSV-Rennen eingesetzt wird, der Österreichische Verband blockte aber ab. An einem schönen Herbsttag läutete es bei mir an der Tür, Vater Girardelli stand da: ,Du, ich muss Marc beim Verband abmelden. Wenn er nicht mittrainiert, bekommt er keinen Startplatz bei den Rennen.‘ Ich habe ihm dann garantiert, dass er bei jedem Rennen dabei sei kann. ,Okay, dann bleibe ich.‘“ Nach einiger Zeit tauchte Girardelli senior wieder im Hause Both auf. „Der Streit zwischen dem ÖSV im Zusammenspiel mit einer Skifirma und den Girardellis war eskaliert. Da konnte ich dann nichts mehr tun. Helmut war außer sich, meldete Marc beim Verband in Luxemburg an.“

„Wenn die Skispitzen zu wenig ins Tal schauen, dann wird es nichts. Die Uhr ist gemein. Sie sagt, du bist zu langsam.“
Peter Both, ehemaliger Direktor der SMS Schruns

Mit Raich auf Augenhöhe

Die Auslese für die Schrunser Skimittelschule ist streng. Auch heute noch. „Jedes Jahr haben wir zwischen 20 und 35 Anmeldungen“, sagt Elmar Egg, Geschäftsführer des Zentrums. „Aber nur zwischen zwölf und 15 können aufgenommen werden. „Es geht hier nur ums Skifahren. Es gab Schüler, die dazu gestoßen sind und sich schwer getan haben.“
Dem Schrunser Zweig entsprangen exzellente Skifahrer, denen der Sprung ganz nach oben verwehrt geblieben ist. Martin Marinac beispielsweise, ein technisch exzellenter Fahrer. „Er hatte Probleme mit den Lichtverhältnissen, sonst hätte er mit der absoluten Spitze über Jahre mithalten können.“ Auch Michael Allgäuer war auf dem Weg, ein Großer zu werden. „Er duellierte sich mit Benjamin Raich auf Augenhöhe. Im Jugendbereich gewann in ihrer Altersklasse einmal der Michael, einmal der Benni. Aber nur einer ist durchgestartet.“ Allgäuer bremsten zahlreiche Verletzungen und ein Autounfall.
Das Geschenk zum 50. Jubiläum machte sich die Skimittelschule selbst: „Dass unsere Meiggi und Buaba die österreichische Schülermeisterchaft am Golm gewannen, ist großartig“, freut sich Both. „Praktisch eine Punktlandung zum Jubiläum.“ Übrigens: Damit ein Talent an der Weltspitze ankommt, braucht es in Vorarlberg 50.000 skibegeisterte Familien.

Katharina Liensberger mit dem Jahrgang 2010/11 der Skimittelschule. sms
Katharina Liensberger mit dem Jahrgang 2010/11 der Skimittelschule. sms