„Das Tüpfelchen auf dem i“

Sport / 15.05.2022 • 19:37 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Markus Mader genoss mit Frau Martina (l.) und seinen langjährigen Freunden Eric Orie, Andi Hütter mit Freundin Daniela sowie Co-Trainer Martin Schneider seinen ersten Sonntag als Meistertrainer auf der Alpe Schwende.privat
Markus Mader genoss mit Frau Martina (l.) und seinen langjährigen Freunden Eric Orie, Andi Hütter mit Freundin Daniela sowie Co-Trainer Martin Schneider seinen ersten Sonntag als Meistertrainer auf der Alpe Schwende.privat

Im ersten Jahr als Austria-Coach schaffte Markus Mader das, worauf man 22 Jahre wartete.

Lustenau 8022 Tage lang – seit dem Abstieg am 27. Mai 2000 – hat man bei der Lustenauer Austria auf den Aufstieg gewartet, nun führte ausgerechnet ein Vorarlberger die Grün-Weißen zurück ins fußballerische Oberhaus. Ein Umstand, der Markus Mader enorm stolz macht. Der aber in der Stunde des Triumphs nicht auf sein Team und Mitstreiter im Klub vergisst. Die VN haben den Meistermacher beim Wandern auf die Alpe Schwende am Telefon erreicht.

Herr Mader, wie geht es Ihnen aktuell, haben Sie die Feierlichkeiten gut überstanden?

Mader Mir geht es hervorragend. Die Party im Bus von Horn nach Lustenau war unglaublich lustig. Und die Feierlichkeiten beim Austria-Café fallen in die Kategorie unvergesslich. Ich bin dann am Samstagnachmittag nach Hause, habe mir die Altacher angesehen und freue mich für sie, dass ihre Chance auf die Bundesliga noch lebt.

Haben Sie schon realisiert, dass Sie die Austria nach 22 Jahren wieder in die Bundesliga geführt haben?

Mader Eigentlich schon, aber dieses Ziel habe nicht nur ich erreicht. Da waren alle im Klub, angefangen von meinem Trainerteam, über die Sportvorstände bis hin zu allen Mitarbeitern im Klub verantwortlich dafür. Die Saison ist vom Start weg gut gelaufen, weil eben unsere Sportvorstände einen tollen Kader zusammengestellt haben. Dann haben wir uns im Herbst in einen Lauf gespielt, der die Basis für den Meistertitel war.

Wie genussvoll ist es für Sie, dass gerade ein Trainerteam aus Vorarlberg dieses Ziel erreicht hat?

Mader Das macht mich schon sehr stolz. Ich würde sagen, das ist das Tüpfelchen auf dem i. Es zeigt eben auch ein Stück weit, dass auch Trainer aus dem Ländle gute Arbeit leisten können. Getreu dem Sprichwort: Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah ist.

Was waren Ihre Gedanken, als Schiedsrichter Alexander Harkam das Spiel in Horn abpfiff?

Mader Die gesamte zweite Halbzeit wird mir noch sehr lange im Kopf hängenbleiben. Weil man gesehen hat, was der Druck des Siegen-Müssens auf ein Team ausrichten kann. Dazu hat Horn das Spiel mehr als ausgeglichen gestaltet, und bei uns sind die Füße, kurz vor der großen Sensation, immer schwerer geworden. Der Schlusspfiff war eine absolute Erlösung.

Wie gehen Sie nun mit dem Begriff „Bundesligatrainer“ um? Geht damit ein Traum von Ihnen in Erfüllung?

Mader Ich habe nie davon geträumt, in der Bundesliga Trainer zu sein. Ich war zugegebenermaßen in den letzten sechs Jahren einfach immer zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort für meine Laufbahn. Sei es beim FC Schwarzach, dann beim FC Dornbirn und eben jetzt bei Austria Lustenau. Ich weiß schon, dass ich in den letzten Jahren auch das Quäntchen Glück hatte. Das genieße ich jetzt einfach. Und der Begriff „Bundesligatrainer“ ist eine coole Geschichte für mich.

Haben Sie schon über die nächste Saison im Oberhaus nachgedacht?

Mader Nein, wir sind ja erst seit zwei Tagen Meister und Aufsteiger. Aber ich weiß, dass es für Sportkoordinator Alexander Schneider und die Sportvorstände Stephan Muxel und Valentin Drexel um vieles einfacher ist, zu planen und eine starke Mannschaft auf die Beine zu stellen. Da vertraue ich ihnen voll.

Auch nicht darüber, dass Sie mit Ihrer Mannschaft nächste Saison in den großen Stadien Österreichs vor vielen Zuschauern spielen?

Mader Das ist ein sehr erfreulicher Aspekt, der uns tatsächlich im letzten Jahr extrem motiviert hat. Immer wenn wir bei den Amateurteams von Salzburg (Liefering), Rapid Wien, Austria Wien oder vom LASK gespielt haben, haben wir uns vorgestellt, wie es wäre, wenn wir hier vor vollem Haus gegen die jeweiligen ersten Kampfmannschaften spielten. Da haben wir uns oft selbst gesagt, „da wollen wir hin, das schaffen wir“.

Was anderes: Was sagt Ihre Familie zur Glatze, die Ihnen die Mannschaft verpasst hat?

Mader (schmunzelt) Heikles Thema. Meine Familie ist nicht gerade begeistert von meinem neuen Styling. Meine Frau hat mir sofort einen klaren Auftrag erteilt: Haare wieder wachsen lassen!

Sind nun Ihre Feierlichkeiten abgeschlossen? Die der Mannschaft gehen ja noch weiter?

Mader Ich genieße jetzt mal alles und gehe es ruhiger an. Die Mannschaft hat es sich verdient zu feiern. Deswegen werden wir erst am Donnerstag wieder trainieren, da aber wieder mit vollem Fokus. Wir haben das Ziel, 70 Punkte zu erreichen. Zudem wollen wir zum Abschluss gegen die Young Violets den vielen Austria-Fans nochmal einen tollen Nachmittag bieten. Und dann können wir ja wieder ein wenig feiern.

Markus Mader genoss mit Frau Martina (l.) und seinen langjährigen Freunden Eric Orie, Andi Hütter mit Freundin Daniela sowie Co-Trainer Martin Schneider seinen ersten Sonntag als Meistertrainer auf der Alpe Schwende.privat
Markus Mader genoss mit Frau Martina (l.) und seinen langjährigen Freunden Eric Orie, Andi Hütter mit Freundin Daniela sowie Co-Trainer Martin Schneider seinen ersten Sonntag als Meistertrainer auf der Alpe Schwende.privat
Nach Ankunft in Lustenau brachte man die Glatze von Markus Mader auf Hochglanz.pri
Nach Ankunft in Lustenau brachte man die Glatze von Markus Mader auf Hochglanz.pri