Klaus Hämmerle

Kommentar

Klaus Hämmerle

Die Reise des Austrianers

Sport / 15.05.2022 • 19:37 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Steyr vor 25 Jahren, Horn am vergangenen Freitag: Wie sich die Bilder gleichen. Den in die Jahre gekommenen Austrianer packt die Wehmut. Heftig und befreiend. Die Gedanken und Erinnerungen fliegen auf der Rückfahrt aus Horn im regen Austausch mit dem Austria- Edelfan Albert Lingg wie die Kilometer. 1997: Der Rausch des Aufstiegs, der Auftaktsieg mit Riesenparty gegen Salzburg. 2000: Der Abstieg, ebenfalls nach einem Spiel gegen Salzburg. 7000 Leute am Platz, die fabulösen Thekenschlampen auf der Bühne. Die Überzeugung, Liga zwei nur als kurzes Intermezzo hinnehmen zu müssen.

Die Jahre danach. Immer wieder mal am Aufstieg dran, doch immer wieder das Scheitern. Der Konkurrent aus dem Süden, der die Austria ganz klar in den Schatten stellt. Die Hiebe gegen das Selbstwertgefühl des Austrianers. „Ihr wollt ja eh nicht nach oben.“ „Wozu braucht ihr ein Stadion?“ Die Jahreshauptversammlung 2019 mit dem Rückzug des langjährigen Austria-Machers Hubert Nagel. Des Austrianers dicker Freund, den er so gerne wieder im Stadion sähe. Ohne den es das alles nie geben hätte können.

Aber andere haben es zwischenzeitlich auch gut gemacht. Bernd Bösch, der so bedachte wie weitsichtige Vorstandssprecher. Sportdirektor Alexander Schneider. Kein Sprücheklopfer, dafür ein Umsetzer und akribischer Arbeiter. Markus Mader, der Trainer. Ein absolutes Phänomen. Ein Mensch mit ausgeprägter Herzlichkeit. Immer positiv, wohlwollend, freundlich. Er hat es verstanden, die so vielen verschiedenen Charaktere und Mentalitäten in dieser Austria-Mannschaft für den maximalen Erfolg zu vereinen. Eine unglaubliche Leistung.

Natürlich ist auch die Kooperation mit Core Sports Capital ein Segen für die Austria. Kein schwindliger Investor mit Pleite-Mief. Ein seriöses Unternehmen mit einem transparenten Plan. Niemals wären ohne Ahmet Schäfer und sein Team so viele außergewöhnlich gute Fußballer in Lustenau gelandet.

„Die Austria ist wieder da“, singen die Fans. Wie recht sie doch haben.

Der Austrianer ist wieder zurück in Lustenau. Und glücklich.

Klaus Hämmerle

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