“Das Tüpfelchen auf dem i”

Sport / 16.05.2022 • 05:15 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Markus Mader genoss mit Frau Martina (l.) und seinen langjährigen Freunden Eric Orie, Andi Hütter mit Freundin Daniela sowie Co-Trainer Martin Schneider seinen ersten Sonntag als Meistertrainer auf der Alpe Schwende. <span class="copyright">p</span><span class="copyright">r</span><span class="copyright">i</span><span class="copyright">v</span><span class="copyright">a</span><span class="copyright">t</span>
Markus Mader genoss mit Frau Martina (l.) und seinen langjährigen Freunden Eric Orie, Andi Hütter mit Freundin Daniela sowie Co-Trainer Martin Schneider seinen ersten Sonntag als Meistertrainer auf der Alpe Schwende. privat

Im ersten Jahr als Austria-Coach schaffte Markus Mader das, worauf man in der Stickergemeinde 22 Jahre wartete.

Lustenau 8022 Tage lang – seit dem Abstieg am 27. Mai. 2000 – hat man bei der Lustenauer Austria auf den Aufstieg gewartet, nun führte ausgerechnet ein Vorarlberger die Grün-Weißen zurück ins fußballerische Oberhaus. Ein Umstand, der Markus Mader enorm stolz macht. Der aber in der Stunde des Triumphs nicht auf sein Team und Mitstreiter im Klub vergisst. Die VN hat den Meistermacher beim Wandern auf die Alpe Schwende am Telefon erreicht.

Herr Mader, wie geht es Ihnen aktuell, haben Sie die Feierlichkeiten gut überstanden?
Mir geht es hervorragend. Die Party im Bus von Horn nach Lustenau war unglaublich lustig. Und die Feierlichkeiten beim Austria-Cafe fallen in die Kategorie unvergesslich. Ich bin dann am Samstag nachmittag nach Hause, habe mir die Altacher angesehen und freue mich für sie, dass ihre Chance auf die Bundesliga noch lebt.

Haben Sie schon realisiert, dass Sie die Austria nach 22 Jahren wieder in die Bundesliga geführt haben?
Eigentlich schon, aber dieses Ziel habe nicht nur ich erreicht. Da waren alle im Klub, angefangen von meinem Trainerteam, über die Sportvorstände bis hin zu allen Mitarbeitern im Klub verantwortlich dafür. Die Saison ist von Start weg gut gelaufen, weil eben unsere Sportvorstände einen tollen Kader zusammengestellt habe. Dann haben wir uns im Herbst in einen Lauf gespielt, der die Basis für den Meistertitel war.

Wie genussvoll ist es für Sie, dass es gerade ein Trainerteam aus Vorarlberg dieses Ziel erreicht hat?
Das macht mich schon sehr stolz. Ich würde sagen, das ist das Tüpfelchen auf dem i. Es zeigt eben auch ein Stück weit, dass auch Trainer aus dem Ländle gute Arbeit leisten können. Getreu dem Sprichwort: Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah ist.

<p class="caption">Sportvorstand Stephan Muxel mit Tormanntrainer Mathias Nesler, Co-Trainer Martin Schneider, Physio Lucas Vidal und Markus Mader.<span class="media-container dcx_media_rtab" data-dcx_media_config="{}" data-dcx_media_type="rtab"> </span><span class="copyright">m</span><span class="copyright">k</span></p>

Sportvorstand Stephan Muxel mit Tormanntrainer Mathias Nesler, Co-Trainer Martin Schneider, Physio Lucas Vidal und Markus Mader. mk

Was waren ihre Gedanken, als Schiedsrichter Alexander Harkam das Spiel in Horn abpfiff?
Die gesamte zweite Halbzeit wird mir noch sehr lange im Kopf hängen bleiben. Weil man gesehen hat, was der Druck des Siegen Müssens auf ein Team ausrichten kann. Dazu hat Horn das Spiel mehr als ausgeglichen gestaltet und bei uns sind die Füße, kurz vor der großen Sensation, immer schwerer geworden. Der Schlusspfiff war eine absolute Erlösung.

Wie gehen Sie nun mit dem Begriff „Bundesligatrainer“ um? Geht damit ein Traum von Ihnen in Erfüllung?
Ich habe nie davon geträumt in der Bundesliga Trainer zu sein. Ich war zugegebenermaßen in den letzten sechs Jahren einfach immer zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort für meine Laufbahn. Sei es beim FC Schwarzach, dann beim FC Dornbirn und eben jetzt bei Austria Lustenau. Ich weiß schon, dass ich in den letzten Jahren auch das Quäntchen Glück hatte. Das genieße ich jetzt einfach. Und der Begriff „Bundesligatrainer“ ist eine coole Geschichte für mich.

Haben Sie schon über die nächste Saison im Oberhaus nachgedacht?
Nein, wir sind ja erst seit zwei Tagen Meister und Aufsteiger. Aber ich weiß, dass es für Sportkoordinator Alexander Schneider und den Sportvorständen Stephan Muxel und Valentin Drexel um vieles einfacher ist, zu planen und eine starke Mannschaft auf die Beine zu stellen. Da vertraue ich ihnen voll.

Neun Meisterkicker und Tormanntrainer Mathias Nesler haben kurzerhand die Meisterparty auf die Baleareninsel Mallorca verlegt. Gestern ging es von Memmingen an den Ballermann, Mittwoch steht die Rückreise an.<span class="copyright">p</span><span class="copyright">r</span><span class="copyright">i</span><span class="copyright">v</span><span class="copyright">a</span><span class="copyright">t</span>
Neun Meisterkicker und Tormanntrainer Mathias Nesler haben kurzerhand die Meisterparty auf die Baleareninsel Mallorca verlegt. Gestern ging es von Memmingen an den Ballermann, Mittwoch steht die Rückreise an.privat

Auch nicht darüber, dass sie mit ihrer Mannschaft nächste Saisonen in den großen Stadien Österreichs vor vielen Zuschauern spielen?
Das ist ein sehr erfreulicher Aspekt, der uns tatsächlich im letzten Jahr extrem motiviert hat. Immer wenn wir bei den Amateurteams von Salzburg (Liefering), Rapid Wien, Austria Wien oder des LASK gespielt haben, haben wir uns vorgestellt, wie es wäre, wenn wir hier vor vollem Haus gegen die jeweiligen ersten Kampfmannschaften spielen. Da haben wir uns oft selbst gesagt, „da wollen wir hin, das schaffen wir.“

Was anderes: Was sagt ihre Familie zur Glatze, die ihnen die Mannschaft verpasst hat?
Heikles Thema (schmunzelt). Meine Familie ist nicht gerade begeistert von meinem neuen Styling. Meine Frau hat mir sofort einen klaren Auftrag erteilt: Haare wieder wachsen lassen

Nach der Ankunft in Lustenau wurde die frischrasierte Glatze von Markus Mader nochmal auf Hochgalnz poliert ehe es zu den Feierlichkeiten ging.<span class="copyright">p</span><span class="copyright">r</span><span class="copyright">i</span><span class="copyright">v</span><span class="copyright">a</span><span class="copyright">t</span>
Nach der Ankunft in Lustenau wurde die frischrasierte Glatze von Markus Mader nochmal auf Hochgalnz poliert ehe es zu den Feierlichkeiten ging.privat

Sind nun ihre Feierlichkeiten abgeschlossen? Die der Mannschaft gehen ja noch weiter?
Ich genieße jetzt mal alles und gehe es ruhiger an. Die Mannschaft hat es sich verdient, zu feiern. Deswegen werden wir erst am Donnerstag wieder trainieren, da aber wieder mit vollem Fokus. Wir haben das Ziel, 70 Punkte zu erreichen. Zudem wollen wir zum Abschluss gegen die Young Violets den vielen Austria-Fans nochmal einen tollen Nachmittag bieten. Und dann können wir ja wieder ein wenig feiern.