Herzschlagfinale mit Happy End

Sport / 20.05.2022 • 22:57 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Felix Strauss jubelt: Seine Willensstärke beim zweiten Treffer war bezeichnend für die sportliche Auferstehung der Altacher in der Qualifikationsgruppe.gepa
Felix Strauss jubelt: Seine Willensstärke beim zweiten Treffer war bezeichnend für die sportliche Auferstehung der Altacher in der Qualifikationsgruppe.gepa

Als kurz vor 21 Uhr der Klassenerhalt von Altach perfekt war, flossen die Freudentränen.

Altach Das Fußballwunder ist vollbracht. Altach bleibt in der Liga und die Unabsteigbaren aus der Südstadt müssen in die 2. Liga. Selbst mit einem Mann weniger – Ausschluss von Bakary Nimaga – feierten die Rheindörfler einen hart erkämpfen 2:1-Sieg über die WSG Wattens. Es war ein Krimi mit Happy End, der bei Netzer und Co. für die eine und andere Freudenträne sorgte. Denn mit Schlusspfiff begann die Klassenerhalt-Party.

19 Uhr: Das Thermometer zeigte 33 Grad, die Spannung stieg ins Unermessliche. Und 8026 Zuschauer in der ausverkauften Cashpoint Arena sorgen für einen Hexenkessel beim Anpfiff des Endspiels um den Klassenerhalt. Nur 50 Sekunden später der erste Freistoß für Altach auf Strafraumhöhe. Johannes Tartarotti tritt an und der abgefälschte Ball kommt zu Bakary Nimaga, dessen Schuss – erneut abgefälscht – zur 1:0-Führung über die Linie kollert.

19.09 Uhr: Auch in Hartberg ist das erste Tor gefallen, die Steirer führen 1:0. In diesem Moment ist Ried abgestiegen. In Altach haben die Hausherren Glück, dass nach einer Druckphase der Wattener ein Schuss von Sandi Ogrinec vom Pfosten zurückprallt und Pape Alouine den Ball aus dem Gefahrenbereich befördert.

19.19 Uhr: Das erste Tor in Pasching, erzielt durch den LASK – und das macht die Admira zum Absteiger. In Altach haben sich inzwischen die Gemüter ein wenig beruhigt. Die Tiroler versuchen Dominanz zu erhalten, die Rheindörfler setzen auf ein schnelles Umschaltspiel. Die Führung ist verdient, zumal Monschein nach 21 Minuten WSG-Goalie Benjamin Ozegovic zu einer Glanztat zwingt.

19.36 Uhr: In Altach tut sich am Feld nicht mehr viel. Beide Mannschaften neutralisieren sich, doch der Zwischenstand in Pasching – 3:0 für den LASK – macht klar: In der Abstiegsfrage geht es nur noch um die Admira und Altach.

19.48 Uhr: Halbzeit, Altach zittert sich zu einer 1:0-Pausenführung. Absteiger ist zu dem Zeitpunkt die Admira.

20.02 Uhr: Anpfiff zur zweiten Hälfte, bei Wattens kommen mit Valentino Müller und Stefan Skrbo zwei neue Spieler.

20.10 Uhr: Das Stadion verwandelt sich in ein Tollhaus, denn Felix Strauss erzielt das 2:0. Altachs Verteidiger profitiert nach Pass von Nuhiu von zwei Abwehrfehlern und schließt dank enormer Willensleistung mit einem herrlichen Außenrist-Treffer ab.

20.25 Uhr: Altach nur noch mit zehn Spielern. Bakary Nimaga muss nach einem Ellbogencheck vom Platz, nachdem er schon vor der Pause für sein Einsteigen Gelb gesehen hat.

20.30 Uhr: Anschlusstreffer der Gäste, die Spannung im Stadion ist greifbar. Noch ist Altach gerettet und die Admira abgestiegen. Es werden lange Schlussminuten. Der LASK führt mit 3:1, in Hartberg steht es 1:1 – die Admira steht weiter auf dem Abstiegsplatz.

20.43 Uhr: Der Fehlschuss des Abends: Dominik Reiter setzt allein vor Ozegovic den Ball über das Tor.

20.52 Uhr: Aus. vorbei, Altach gewinnt 2:1 und sichert sich den Klassenerhalt. Die Fans sind nicht mehr zu halten, sie stürmen den Rasen und auf den Rängen wird ein Feuerwerk gezündet

Ludovic Magnin und Mario Mayer.
Ludovic Magnin und Mario Mayer.
Bakary Nimaga sah Gelb-Rot.
Bakary Nimaga sah Gelb-Rot.
Die Fans trieben die Spieler immer wieder an.
Die Fans trieben die Spieler immer wieder an.
Geschafft! Kapitän Philipp Netzer.
Geschafft! Kapitän Philipp Netzer.
Tränen der Freude bei den Fans.
Tränen der Freude bei den Fans.

Stimmen nach dem Schlusspfiff in Altach

Ich verspüre Erleichterung. Was diese Mannschaft sich erschaffen, erträumt und letztendlich verdient gewonnen hat – unwahrscheinlich. Jetzt wird einmal gefeiert, heute, morgen und am Sonntag. Werner Grabherr, Sportchef

Ich bin heute sehr emotional und auch dankbar, dass ich meine Karriere so beenden darf. Ein Wahnsinn, was diese Saison alles passiert ist. Philipp Netzer, Kapitän Cashpoint SR Altach

Wir mussten wieder einmal leiden bis zur letzten Sekunde. Die Erleichterung ist jetzt riesig, ein paar Tränen sind auch schon geflossen. Christoph Längle, SCRA-Geschäftsführer

Es fühlt sich überwältigend an, auch wenn die Partie sch…. war. Das ist jetzt egal, wir bleiben in der Bundesliga. Jan Zwischenbrugger, Spieler SCR Altach

Sensationell diese Truppe. Wir haben die Mission erfüllt. Heute wird einfach gefeiert. Schauen wir, was morgen passiert. Ludovic Magnin, Trainer SCR Altach

Ich bin überglücklich. Der Trainer hat einen Vertrag, er fühlt sich wohl, wir wollen, dass er bleibt. Peter Pfanner, Präsident Cashpoint SCR Altach