An Warner kommt keiner vorbei

Sport / 29.05.2022 • 21:37 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Damian Warner überquerte im Stabhochsprung wie bei seinem Olympiasieg in Tokio 4,90 Meter.
Damian Warner überquerte im Stabhochsprung wie bei seinem Olympiasieg in Tokio 4,90 Meter.

Sieg Nummer sieben beim Hypomeeting in Götzis, Vetter setzte sich im Siebenkampf durch.

Götzis An Damian Warner kommt beim Hypomeeting in Götzis keiner vorbei. Der 32-jährige Kanadier aus London bleibt der König des Zehnkampfs im Mösle, feierte bei seinem neunten Start den siebten Sieg, den sechsten in Serie. „Ich werde nächstes Jahr wiederkommen, ich will auch zum achten Mal gewinnen“, bleibt der Olympiasieger von Tokio hungrig. „Die Jungen kommen näher, aber das spornt mich an“, sagte Warner.

Ein Satz in die Rekordbücher

Eine Handvoll Herausforderer war angetreten, um dem Kanadier Paroli zu bieten, ihm vielleicht den Sieg streitig zu machen. Am Ende setzte sich der Seriensieger mit 8797 Punkten durch, blieb 350 Zähler vor Lindon Viktor (8447) aus Grenada und dem Schweizer Simon Ehammer, der mit 8377 Punkten einen neuen Landesrekord verbuchte. Der 22-Jährige, der im benachbarten Gais wohnt, bot am ersten Tag eine großartige Weitsprungshow. „Im Mösle springt es sich gut weit“, hatte er schon vorher gewusst. Ehammer packte gleich im ersten Versuch einen Riesensatz auf 8,45 Meter aus, es war der weiteste, den jemals ein Zehnkämpfer in die Sprunggrube setzte. Die Leistung bedeutete auch Schweizer Rekord, Jahresweltbestleistung im Weitsprung und Stadionrekord. Nach einem Tanz um den Sandkasten setzte sich der Freund von Tatjana Meklau, österreichische Hammerwurf-Rekordhalterin und Freestlye-Skifahrerin, an die Spitze des Klassements, die er mit 4636 Punkten und zwei Zählern Vorsprung auf Warner auch nach dem ersten Tag innehatte. Ehammers Halbzeitführung bedeutete die 13.-beste Leistung in der Zehnkampfgeschichte. Im Mösle hatte es zuvor nur zwei Athleten mit besseren Resultaten gegeben: Warner 2021 mit 4743 Punkten und Roman Sebrle bei seinem Weltrekord 2001 mit 4675 Zählern.

Bei den Damen setzte sich Anouk Vetter mit 6693 Punkten durch, hinter der Niederländerin überraschtem die Polin Adriana Sulek (6429) und die Deutsche Vanessa Grimm (6323 mit den Plätzen zwei und drei. Das Trio verbesserte die eigenen Bestleistungen, die Niederländerin auch den nationalen Rekord.

Rekord von Schuler

Vetter zeigte mit einem neuen Meetingrekord im Speerwerfen auf, übertrumpfte mit 59,81 die bishergie Bestmarke von Ex-Mösle-Siegerin Nafissatou Thiam, die 2017 das Gerät auf 59,32 geschleudert hatte.

Den Hypo-Cash für die besten Einzelleistungen an den beiden Tagen holten sich Ehammer im Weitsprung und Sulek, die im Hochsprung 1,92 gemeistert hatte. Mit dem Preis für die besten Youngsters wurden Sofie Dokter (Ned/6090 Punkte) und Frantisek Doubek (Tch/7817) ausgezeichnet.

Über einen neuen Vorarlberger Siebenkampfrekord freute sich Chiara-Belinda Schuler. Mit 5847 Punkten klassierte sie sich auf Rang 16. Diesen Platz gab es bei den Herren für Jan Mitsche, der es auf 7279 Punkte brachte.

Ansturm auf das Mösle

Die Wetterlage hatte diesmal im Mösle alles zu bieten: Von Hitze über Wind, Regen und Kälte gehörte alles zum Repertoire. Gerade beim Stabhochsprung war der Wind störend, der starke Regen brachte dann viel kalte Luft mit sich. Darunter litt am Ende die eine oder andere Leistung. „Das Wetter war nicht auf unserer Seite“, meinte auch Warner. „Der Wind beim Stabhochsprung und der Regen beim Speerwerfen haben wohl ein paar Punkte gekostet.“

Beeindruckend die Zuschauerkulisse: Lokalmatadorin Schuler zog ebenso viele heimische Fans zur Veranstaltung wie auch Ehammer aus der benachbarten Schweiz oder die starke Mehrkampf-Abordnung aus Deutschland. Die Indizien für einen neuen Besucherrekord: Am ersten Tag musste mittags Brot nachbestellt werden, auch das Papier am stillen Örtchen war Mangelware geworden.

„Ich werde nächstes Jahr wiederkommen, ich will auch zum achten Mal gewinnen.“

So weit wie er sprang noch kein Zehnkämpfer: Simon Ehammer landete bei 8,45 Metern.
So weit wie er sprang noch kein Zehnkämpfer: Simon Ehammer landete bei 8,45 Metern.
Visiert den Stadionrekord im Siebenkampf an: Anouk Vetter schleuderte das Wurfgerät auf 59,81 Meter.
Visiert den Stadionrekord im Siebenkampf an: Anouk Vetter schleuderte das Wurfgerät auf 59,81 Meter.