Finnland holte sich im dramatischen Finale gegen Kanada den Titel

Sport / 29.05.2022 • 23:02 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Sakari Manninen und seine finnischen Kollegen feiern das erst zweite Eishockey-Doppel mit Olympiasieg und WM-Titel. apa
Sakari Manninen und seine finnischen Kollegen feiern das erst zweite Eishockey-Doppel mit Olympiasieg und WM-Titel. apa

Die Suomi-Söhne schlugen beim 4:3-Sieg in der Overtime zu.

TAmpere Eishockey-Olympiasieger Finnland hat sich im eigenen Land auch spektakulär zum Weltmeister gekürt. Das finnische Kollektiv rang in Tampere den 27-maligen Titelträger Kanada mit 4:3 nach Verlängerung nieder. Nach einem dramatischen Schlussdrittel, in dem sich die Nordamerikaner erst durch zwei Treffer von Zach Whitecloud (58. Minute) und Max Comtois (59.) kurz vor dem Ende in die Overtime retteten, besorgte Sakari Manninen in der 67. Minute vor 11.487 begeisterten Fans in Tampere den vierten finnischen WM-Titel nach 1995, 2011 und 2019.

Tschechien holte Bronze

Zuvor hatte der Olympiasieger nach einem Doppelpack von NHL-Star Mikael Granlund (45./46.) sowie einem weiteren Treffer von Joel Armia (55.) bis 132 Sekunden vor dem Ende schon wie der Sieger ausgesehen. Dylan Cozens (24.) hatte Kanada in Führung geschossen. Am Ende gelang die erfolgreiche finnische Revanche für die Final-Niederlage im vergangenen Jahr in Riga aber erst im Nachsitzen.

Die Finnen wiederholten damit das bis Sonntag einmalige Kunststück Schwedens unter Ex-VEU-Legionär Bengt-Ake Gustafsson aus dem Jahr 2006, nach dem Olympiasieg auch Weltmeister zu werden. Überhaupt war es für den nun viermaligen Weltmeister die erste WM-Medaille bei einem Heimturnier. Das Finale aber hieß bereits zum vierten Mal bei den vergangenen sechs WM-Turnieren Finnland gegen Kanada.

Die Finnen hatten auch 2019 in Bratislava gegen das Eishockey-Mutterland triumphiert. Kanada verpasste es damit auch, sich zum alleinigen Rekord-Weltmeister zu machen. Russland, das ebenfalls 27 WM-Titel hat, war zusammen mit Belarus wegen des Angriffskrieges auf die Ukraine vom WM-Turnier ausgeschlossen worden.Im Spiel um Rang drei setzte sich Tschechien gegen die USA mit 8:4 (1:3,1:0,6:1) durch und holte erstmals seit zehn Jahren wieder eine WM-Medaille.

EISHOCKEY

A-Weltmeisterschaft 2022

Halbfinale

Finnland – USA 4:3 (1:1, 2:1, 1:1)

Tampere, 11.055, SR Hord, Ohlund, Synek, Van Oosten

Torfolge: 2. 0:1 Schmidt, 17. 1:1 Heiskanen, 25. 2:1 Manninen (5:4-Überzahl), 28. 2:2 Farrell, 30. 3:2 Vatanen, 46. 4:2 Armia, 58. 4:3 Gaudette

Strafminuten: 2 bzw. 6

Kanada – Tschechien 6:1 (1:1, 3:0, 2:0)

Tampere, 9047, SR Heikkinen, Rekucki, Briganti, Sormunen

Torfolge: 8. 0:1 Krejci, 20. 1:1 Cozens, 28. 2:1 Lowry (5:4), 29. 3:1 Johnson, 31. 4:1 Barzal (5:4), 44. 5:1 Sillinger, 53. 6:1 Cozens

Strafminuten: 8 bzw. 8

Spiel um Platz 3 

USA – Tschechien 4:8 (3:1, 0:1, 1:6)

Tampere, 9737, SR Heikkinen, Lawrence, Sormunen, Van Oosten

Torfolge: 10. 1:0 Kuhlman, 13. 2:0 Gaudette, 16. 2:1 Cernoch, 20. 3:1 Kuhlman, 33. 3:2 Smejkal, 41. 3:3 Pastrnak, 43. 3:4 Cervenka, 44. 3:5 Pastrnak, 55. 3:6 Kampf, 59. 3:7 Kampf, 59. 4:7 Bordeleau, 60. 4:8 Pastrnak

Strafminuten: 8 bzw. 6

Finale 

Finnland – Kanada 4:3 n. V. (0:0, 0:1, 3:2)

Tampere, 11.487, SR Nord, Ohlund, Briganti, Synek

Torfolge: 24. 0:1 Cozens, 45. 1:1 Granlund, 46. 2:1 Granlund, 55. 3:1 Armia, 58. 3:2 Whitecloud, 59. 3:3 Comtois, 67. 4:3 Manninen

Strafminuten: 4 bzw. 10

Finnland: Olkinuora; Lehtonen, Hietanen, Heiskanen, Pokka, Friman, Vatanen, Lindell, Ohtamaa; Granlund, Manninen, Hartikainen, Rajala, Filppula, Sallinen, Pesonen, Lammikko, Armia, Maenalanen, Bjorninen, Anttila. Trainer: Jukka Jalonen

Kanada: Driedger, Chabot, Graves, Sanheim, Severson, Holden, Whitecloud, Geekie, Mayo; Cozens, Dubois, Batherson, Sillinger, Barzal, Anderson, Comtois, Lowry, Roy, Johnson, Mercer, Gregor. Trainer: Claude Julien