„Hol‘s der Geier“

Sport / 30.05.2022 • 22:50 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Auch im abschließenden Zeitfahren war für Matthias Brändle nichts mehr zu holen.Auld/Noah
Auch im abschließenden Zeitfahren war für Matthias Brändle nichts mehr zu holen.Auld/Noah

Ernüchternde Analyse von Brändle nach seinem sechsten Giro.

Verona Als die letzte Zieldurchfahrt geschafft war, hatte er einen Kampf gewonnen – jenen gegen sich selbst. Die Beendigung seines sechsten Giro d‘Italia war für Matthias Brändle das Ende einer „Tour des Leidens“. Dementsprechend nüchtern fiel die Bilanz des 32-jährigen Vorarlbergers aus. Mausetot sei er gewesen, berichtet er über die letzten Etappen. „Ich habe oft nach oben geschaut und die Vögel gesehen. Sie haben mich verfolgt und auf mich gewirkt wie Geier, die auf ihre Beute warten. Dieser Giro war definitiv eine meiner härtesten Erfahrungen, die ich gemacht habe.“ Umso schöner sei es gewesen, das Ziel in Verona erreicht zu haben. Auch wenn er im abschließenden Zeitfahren noch einmal über fünf Minuten verlor. „Es ging einfach gar nichts mehr“, grübelte der Hohenemser und analysierte kurz die drei Wochen. Auch hinsichtlich der Vorstellung seines Teams. „Wir haben uns nach der Corona-Infektion einfach zu wenig Erholung gegönnt und sind zu schnell in den Rennmodus zurückgekehrt. Unsere Körper hatten nicht wirklich Zeit, sich zu erholen“, so Brändle. Das will er nun in den nächsten Tagen nachholen und danach neu angreifen, denn: „In einer Woche sieht alles wieder ganz anders aus.“ VN-cha

Gezeichnet von den Strapazen der dreiwöchigen Rundfahrt.
Gezeichnet von den Strapazen der dreiwöchigen Rundfahrt.