“Das hat uns doch alle überrascht”

Sport / 22.06.2022 • 10:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bereits im ersten öffentlichen Training unter Miroslav Klose war zu sehen, wie sehr der Deutsche auf Ballbesitz hält und jedes Detail im Auge hat.<span class="copyright">g</span><span class="copyright">e</span><span class="copyright">p</span><span class="copyright">a</span>
Bereits im ersten öffentlichen Training unter Miroslav Klose war zu sehen, wie sehr der Deutsche auf Ballbesitz hält und jedes Detail im Auge hat.gepa

Altachs Routiniers Jan Zwischenbrugger und Emanuel Schreiner rechneten mit vielem, aber nicht mit der Verpflichtung von Miroslav Klose als Trainer.

Altach Gemeinsam kommen Altachs Kapitän Jan Zwischenbrugger (32) und Linksaußen Emanuel Schreiner (33) auf 407 Bundesligaspiele für die Rheindörfler. Zwischenbrugger ist seit Juli 2014 für den SCR engagiert, Schreiner gar schon seit 2013. Beide können mittlerweile auf eine bewegte Vergangenheit zurückblicken. Doch die Verpflichtung von Miroslav Klose als deren Cheftrainer ist auch für die beiden „Altspatzen“ noch einmal eine ganz andere Nummer. „Gelinde ausgedrückt: Wir waren dann doch alle sehr überrascht, als man uns mitgeteilt hat, dass der neue Mann an der Seitenlinie Klose heißt“, beschreibt Zwischenbrugger den Tag der Information.

„Als es noch ein Gerücht war, haben wir gescherzt: Müssen wir jetzt Salto üben?.“

Emanuel Schreiner, Spieler SCR Altach
Emanuel Schreiner freut sich auf die Zusammenarbeit mit Klose.<span class="copyright">g</span><span class="copyright">e</span><span class="copyright">p</span><span class="copyright">a</span>
Emanuel Schreiner freut sich auf die Zusammenarbeit mit Klose.gepa

Saltos üben?

Schreiner schlägt in dieselbe Kerbe, gibt aber mit einem breiten Grinsen zu, „dass die Gerüchteküche innerhalb der Mannschaft schon gebrodelt hat und auch der Name Klose fiel. Ehrlich gesagt, haben wir uns das nicht vorstellen können. Wir haben anfangs sogar gescherzt und es kam sogar die Frage auf, ob wir alle jetzt Saltos üben müssen.“ Und als es dann wirklich der Weltmeister von 2014 wurde? „Da dachte ich mir einfach: Wie genial“, so der Linksaußen.

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Demut und Bodenständigkeit

Nun steht man also mit dem WM-Rekordschützen (16 Tore bei vier Weltmeisterschaften) tagtäglich auf dem Trainingsplatz und hängt dem Deutschen an den Lippen. Denn die erste Kontaktaufnahme hat auch bei den beiden Routiniers sofort einen positiven Eindruck hinterlassen. „Auffällig ist, wie bodenständig sich der Trainer uns allen präsentiert hat. Natürlich war ich gespannt, wie sich denn so ein Weltstar verhält. Aber schon im Einzelgespräch war ihm Demut und Bodenständigkeit enorm wichtig. Eben das, was er selbst ausstrahlt“, erzählt Schreiner. Für den Kapitän auffällig, die Herangehensweise an die Spielphilosophie vor und während des Trainings: „Der Trainer hat uns schnell erklärt, wie er spielen will. Und man sieht in den Trainingseinheiten sofort, wie detailliert er diese auch einfordert. Ich habe sofort gemerkt, es entgeht ihm auch nicht das kleinste Detail. Dazu versteht er es super, jedem zu erklären, was er sehen will.“

„Sofort auffällig ist, wie detailliert und genau der Coach in den Trainings arbeitet.“

Jan Zwischenbrugger, Kapitän SCR Altach
Jan Zwischenbrugger gefällt die detaillierte Arbeit des Trainers.<span class="copyright">g</span><span class="copyright">e</span><span class="copyright">p</span><span class="copyright">a</span>
Jan Zwischenbrugger gefällt die detaillierte Arbeit des Trainers.gepa


Auch der Linksaußen ist angetan von der Spielauslegung, „weil es Ballbesitzfußball ist – und was gibt es Schöneres im Fußball, als selbst den Ball zu haben. Ich bin richtig gespannt und voller Vorfreude auf die Zukunft unter Klose. Jetzt liegt es an uns Spielern, seine Ideen auch umzusetzen.“

Turbulentes Jahr

Blickt man auf das abgelaufene Jahr zurück, entrückt beiden nur ein Kopfschütteln und: „Verrückt“. Schreiner denkt dabei immer wieder an den grandiosen Klassenerhalt, „da kommt mir heute noch die Gänsehaut. Und plötzlich hast du auch noch einen ehemaligen Weltklassestürmer als Coach.“ Zwischenbrugger schwebt seit dem letzten Spiel gegen WSG Tirol sowieso auf einer Glückswelle, denn im Urlaub hat Freundin Monika seinen Heiratsantrag mit Ja beantwortet.